Kelsterbach | Im Rahmen des World Design Capital 2026 und des Förderprogramms „Zukunft Innenstadt" öffnet die Herz-Jesu-Kirche in Kelsterbach ihre Türen –ein zweitägiger Sommerworkshop behandelt die Herausforderung, vor der heute viele Kirchengebäude stehen: die Frage nach ihrer künftigen Rolle und Nutzung im gesellschaftlichen Leben.
Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Fachleuten und weiteren Interessierten wird diskutiert, wie zukunftsfähige Konzepte für neue Nutzungen aussehen können und welchen Beitrag Kirchenräume künftig für das gesellschaftliche Miteinander zu leisten im Stande sind. Unter dem Titel „Raum für neue Wege | Kirche weiterdenken" entsteht ein Programm bestehend aus einer Kulturreihe, einem Sommerworkshop und einer partizipativen Kunstinstallation, welches – unter inhaltlicher Konzeption und Gesamtsteuerung der ProjektStadt | Integrierte Stadtentwicklung – neue Perspektiven zur Nachnutzung von Sakralräumen eröffnet und diese als Orte für Begegnung, Kultur und Gemeinschaft erlebbar macht.
Bürgermeister Manfred Ockel „Die Herz-Jesu-Kirche besitzt eine besondere Strahlkraft für Kelsterbach. Mit diesem Projekt wollen wir gemeinsam mit Bürgerschaft, Kirche und Fachleuten der Frage nachgehen, wie solche Orte auch in Zukunft zur Lebensqualität, zum Zusammenhalt und zur kulturellen Vielfalt unserer Stadt beitragen können. Dass dieser Dialog im Rahmen des World Design Capital 2026 stattfindet, unterstreicht die Bedeutung des Themas weit über die Stadtgrenzen hinaus.“
Den Auftakt des Sommerworkshops bildet die Baukulturwerkstatt der Landesinitiative Baukultur in Hessen, die der Frage nachgeht, welche Rolle Kirchengebäude – als Teil der sozialen Infrastruktur und bedeutsame Orte für Begegnung, Kultur und Gemeinschaft – künftig für das gesellschaftliche Leben in Städten und Gemeinden übernehmen können und wie soziale, klimatische sowie gestalterische Anforderungen in tragfähige Nutzungskonzepte übersetzt werden können.
Im zweiten Teil des Sommerworkshops am 20. Juni, geleitet von der Projektleiterin der ProjektStadt Alexa von Wedel sind Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und weitere Interessierte eingeladen, in moderierten Gesprächsrunden und kreativen Arbeitsformaten gemeinsam über die Zukunft von Kirchenräumen nachzudenken. Wahrnehmungen werden gesammelt, Potenziale ausgelotet und Ideen für mögliche Nutzungen und Visionen entwickelt – geleitet von der Frage, welche räumlichen und atmosphärischen Qualitäten erhalten, gestärkt oder neu geschaffen werden sollen.
Marion Schmitz-Stadtfeld - Fachbereichsleiterin ProjektStadt | Integrierte Stadtentwicklung :„Die Frage nach der Zukunft von Kirchengebäuden betrifft längst nicht mehr nur die Kirchengemeinden selbst. Sie ist eine zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung. In vielen Städten und Gemeinden stehen wir vor der Herausforderung, bedeutende Orte mit hoher identitätsstiftender Wirkung in eine neue Zukunft zu führen. Mit dem Projekt ‚Raum für neue Wege | Kirche weiterdenken‘ möchten wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort ausloten, welche Potenziale diese besonderen Räume für Begegnung, Kultur, Bildung und gesellschaftliches
Miteinander bieten können.
Das Programmjahr wird zudem von einer Kulturreihe mit verschiedenen Veranstaltungsformaten sowie einer aktivierenden Kunstinstallation begleitet, die den Kirchenraum auf neue Weise erlebbar macht und die Ergebnisse des gemeinsamen Prozesses sichtbar werden lässt und am 12. September von unserem Hessischen Wirtschaftsminister, Herrn Kaweh Mansoori, eröffnet wird, was uns eine große Ehre ist.
Pfarrer Barton, Pfarrgemeinde Hez Jesu :„Kirchen haben über Generationen hinweg Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen begleitet. Heute stehen wir vor der Aufgabe, diese wertvollen Orte unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen neu zu denken. Dabei geht es nicht darum, Vergangenes aufzugeben, sondern darum, die Bedeutung
des Kirchenraums für die Zukunft weiterzuentwickeln. Ich freue mich, dass wir diesen Weg gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, der Stadt und vielen engagierten Partnern gehen und dabei neue Möglichkeiten für Begegnung, Gemeinschaft und kulturelles Leben entdecken können.“
15:00 Uhr Begrüßung mit Bürgermeister Manfred Ockel
Kirchen in Transformation – Best-Practice- und Governance-Modelle
mit Prof. Stefan Rettich, Fachgebiet Städtebau, Universität Kassel
Zwiegespräch: Zukunftsaufgabe Denkmal Kirche
u.a. mit Prof. Dr. Markus Harzenetter, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen
16:45 Uhr Kirchengebäude als neue Orte gesellschaftlichen Zusammenhalts
Beispiele aus Nordrhein-Westfalen, abschließendes Podiumsgespräch
18:30 Uhr Lange Tafel der Baukultur im Garten der Herz-Jesu-Kirche
Imbiss und Getränke mit Blick auf den Main
20:00 Uhr Ende
11:00 Uhr Start
11:30 Uhr Offene Gesprächsrunde
Zu den Möglichkeiten und Grenzen der Nachnutzung von Kirchengebäuden
Dr. Verea Jakobi, Landesamt für Denkmalpflege, Bürgermeister Manfred Ockel, Pfarrer Bar-
ton, Pfarrei Herz Jesu, N.N
12:30 Uhr Workshop Teil I
„Wie nehmen Wir den Kirchenraum wahr?“ – Eine Emotionale Annäherung
13:15 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Workshop Teil II
„Kirchenraum neu denken“ – Ideen entwickeln und Gestaltungswerkstatt
15:45 Uhr Präsentation der Ergebnisse
Gemeinsamer Ausklang
Für das leibliche Wohl ist an beiden Veranstaltungstagen gesorgt.
Veranstaltungsort : Herz Jesu Kirche, Bergstrasse 11, Kelsterbach