Besinnliches

Nun gibt es aber Gott

Nun gib es aber Gott. Er ist uns absolut nicht fern. Er ist uns so wenig fern, dass ihn alles, was hier menschlich schiefläuft, absolut trifft - ja so ins Herz trifft, dass er alles gibt, sogar seinen eigenen Sohn, um die Welt zu reparieren, das Gute, das Wahre, das Schöne wiederherzustellen, uns mit ihm und untereinander zu versöhnen. Aber Gott ist nicht nur unter den Opfern der Sünde, wenn sie in die Waggons nach Auschwitz geladen werden. Gott hat auch eine Lösung für die Sünder. Für kleine, Mittelklasse- und große Sünder, und sogar für die Leute mit den Schaftstiefeln, die eine Sorte von Unheil anrichten, das ihre Wiedergutmachungsmöglichkeiten unendlich übersteigt. Gott selbst ist es, der uns mit sich versöhnt durch Jesus Christus, "der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut." (Kol 1,22)

 

Wir müssten zahlen. Er zahlt. Von uns ist nur eines verlangt: das Bekenntnis unserer Sünden. "In ihm haben wir . . . die Vergebung der Sünden." (Eph 1,7)

 

(aus: Bernhard Meuser, Youcat  Glaubenskurs. Christsein verstehen; Verlag Youcat Foundation gemeinnützige Gmbh, Königstein/Ts, 2019; S. 76+77)

 

Warum Fasten (c) unbekannt

Gebet:

O Herr, du weißt besser als ich, daß ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde. Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.

Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.Erlöse mich vor der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen. Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch), hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein.

Lehre mich die wunderbare Weisheit, daß ich mich irren kann. Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte kein Heiliger sein - mit ihnen lebt es sich so schwer -, aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir, o Herr, die schönste Gabe, sie auch zu erwähnen.

 

Theresa von Avila (1515 - 1585)
Theresa von Avila (c) unbekannt