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(12) Aus der Perspektive der Koordinatorin

Eine Kirche die teilt
von Carola Daniel, Koordinatorin im Pastoralraum

 

Ein neues Jahr hat begonnen. Wenn Sie dieses MITEINANDER in den Händen halten, dann ist bereits ein Monat vergangen.

Der Pastorale Weg geht im neuen Jahr weiter, auch wenn sich vielleicht man- cher wünscht, er würde endlich fertig sein. Die einen möchten gerne zurück- kehren, in die Vertrautheit dessen, was vorher war. Die anderen wären gerne fertig, damit endlich Neues Raum greifen kann. Und wieder andere bezweifeln, ob dieser Pastorale Weg was mit Gott zu tun hat. Sie befürchten, der Weg führt die Kirche in die Irre. Ich meine: Gott selber führt uns auf diesen Weg. Der Gott der Bibel ist ein Gott des Unterwegs-Seins, Gott selber ein Wanderer (Jer 14,8).

Die Bibel ist voll mit Weg-Erfahrungen:

  • Adam und Eva werden aus dem Paradies geworfen und wandern unter Gottes Schutz durch die Welt. Zugegeben mit Beschwernissen, aber behütet. Selbst Kain, der Brudermörder geht unter Gottes Schutzzei- chen seinen Weg.
  • Abraham bricht im Vertrauen auf Gottes Zusage aus seiner Heimat auf in ein neues unbekanntes Land.
  • Eine Hungersnot lässt die Israeliten aus dem gelobten Land nach Ägypten wandern, wo Gott bereits Vorsorge getroffen hat.
  • Später ist das Volk Israel 40 Jahre unterwegs, um aus der Knechtschaft in Ägypten wieder in das gelobten Land zurück zu kehren. Und Gott geht mit ihnen.
  • Die unterschiedlichen Erfahrungen auf dem Weg sind im Buch der Psal- men vielfach aufgehoben und meditiert (z.B. Ps 95).
  • Jesus selbst ist während seines öffentlichen Wirkens wandernd unter-
  • Die ersten Christen werden nach Ostern verfolgt und zerstreuen sich in der ganzen damals bekannten Welt. Auf ihre Wanderschaft nehmen sie das Evangelium von Jesus Christus mit bis an die Enden der Erde. Und seine Zusage gilt: Ich gehe euch voraus.
  • Die erste Bezeichnung für die neue Religionsgemeinschaft der Christen ist “der (neue) Weg“. (Apg).
  • Und in einem Pfingstlied aus dem Gotteslob bekennen wir: ‚Da schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid‘ (GL 347)

Orientierung auf dem Weg ist immer Gott selber.

Er ist es, der herausruft, der begleitet, unterwegs versorgt und ein Ziel vorgibt.

Wir sind unterwegs auf dem Pastoralen Weg unserer Kirche, um katholisches Christsein heute zu leben und selber wieder neu zu entdecken. Geschüttelt von Krisen, reduziert in der Zahl, mit den Herausforderungen und Umbrüche der Ge- genwart konfrontiert.

  • Das Geistliche Team lädt ein, sich in der Fastenzeit bewusst neu auszu- richten: ‚…und sie erkannten IHN‘ lautet das Thema von Exerzitien im All-
  • Die Projektgruppe Gebäude-Vermögen-Finanzen macht derzeit eine ehrli- che, an vielen Stellen ernüchternde Bestandsanalyse unserer gemeinsa- men Ressourcen.
  • Thematische Arbeitsgruppen suchen nach einer tragfähigen Vision für die Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven.
  • Alle sind eingeladen mit ins offene Gespräch zu gehen und sich an der gemeinsamen Suche nach Neuorientierung auf je eigene Weise zu beteili- gen. Zwei Gemeindeversammlungen im Februar bieten dazu einen größe- ren Resonanzraum.

 

Es geht in diesem Jahr mehr denn je darum, Ideen und Vorstellungen offen mitei- nander zu teilen und Kräfte zur Neugestaltung zusammenzutun, damit daraus ein Bild von Katholischer Kirche entsteht, das uns aufrichtet, Orientierung für konkre- te weitere Schritte schenkt und uns mit Mut und Zuversicht in die Zukunft gehen lässt. Vielleicht werden wir in diesem Jahr nicht fertig werden, aber wir können anfangen. Der Weg entsteht bekanntlich beim Gehen.

Vertrauen wir darauf: Gott geht mit.

Carola Daniel, Koordinatorin