Die Pfarrkirche

Die Laubenheimer Pfarrkirche, wie sie sich heute zeigt, geht im älteren Teil auf das Jahr 1717 zurück, in dem Pfarrer Franz Friedrich Velten das Langhaus erweiterte. Das Hauptschiff und die Südfassade (ohne Eingangsvorbau) sind also die ältesten Teile unseres Gotteshauses; der damalige (vermutlich gotische) Chorraum blieb von dem Umbau unberührt, wurde aber 1907 abgerissen. Eine Inschrift im Boden erinnert heute an den früheren Standort des Altares. Am Sonntag, den 7. Juli 1720, wurde die Kirche neu geweiht und der Kirchweihtag auf den Sonntag nach Mariä Heimsuchung (2.7.) festgelegt.

Altäre und Statuen

1795 wurden die ursprünglichen Altäre in der französischen Besetzung zerstört. Die jetzigen Altäre der Kirche (vermutlich auch das große St.-Josef-Bild über dem Seiteneingang) stammen aus dem Mainzer Jesuitenkloster, das auf dem Gelände des heutigen Städtischen Altersheimes lag. Nachdem der Jesuitenorden 1773 vorübergehend aufgelöst worden war, richtete man 1814 in dem Gebäude ein Militärhospital, später eine Kaserne ein. Als die nicht mehr benutzte Kapelle des Klosters 1817 umgebaut werden sollte, schenkte der Mainzer Bürgermeister Edmund Gedult von Jungenfeld dem Laubenheimer Pfarrer Henrich die drei Altäre. Noch im gleichen Jahr wurden die Seitenaltäre, 1820 auch der Hochaltar in Laubenheim aufgestellt. Während der Hauptaltar ursprünglich wohl um 1780 gebaut wurde – das ehemalige Jesuitenkloster war damals Bischöfliches Priesterseminar – stammen die beiden Figuren sicher aus der Zeit vor 1773, zeigen sie doch Heilige der Jesuiten, links Aloysius von Gonzaga (+ 1591), und rechts Stanislaus Kostka (+ 1568). Am linken Seitenaltar mit dem Bild des Heiligen Ignatius stehen die Figuren des Hl. Petrus und der Hl. Katharina von Alexandrien; der rechte Altar zeigt den Tod des Hl. Franz Xaverius vor der chinesischen Küste, begleitet von den Figuren der Hl. Barbara und des Hl. Johannes Nepomuk.
Im Hauptschiff finden sich stilvolle Figuren des Hl. Raphael und der Hl. Margareta. 1979 kam die Steinfigur, vermutlich der Erzengel Michael, aus dem Park der "Villa Schott" in Laubenheim in die Kirche, sie hängt vor dem Schriftenstand.

Umbau 1907/08 und 1982

In den Jahren 1907/1908 veränderte sich die äußere Gestalt der Laubenheimer Kirche wesentlich durch den Anbau von Seitenschiffen und den Neubau des Chorraums. Die Weihe erfolgte am 14. Juni 1908 durch Bischof Georg Heinrich Kirstein.
Bei den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs wurde das Gotteshaus 1944, aber besonders am 1. Februar 1945 schwer beschädigt, konnte jedoch in den darauf folgenden Jahren instandgesetzt werden.
Den letzten größeren Umbau erfuhr die Kirche bei einer grundlegenden Renovierung 1982. Entsprechend den Anforderungen der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde der Chorraum umgestaltet und ein neuer Altar errichtet, der von Weihbischof Wolfgang Rolly am 27. März 1983 konsekriert wurde. Gleichzeitig wurde die Marienstatue vor dem Altarraum aufgestellt.

Heute ist die Pfarrkirche ein weiter, lichter Bau im Renaissance-Stil, in dem die klassizistischen Altäre einen heiligen Raum begrenzen, dessen ruhige Mitte der moderne Altar bildet. An den größten Stellen ist die Kirche 39 m lang und 21 m breit. Das Gewölbe im Hauptschiff ist 11,5 m, der Turm 28 m hoch. Die Kirche bietet gut 400 Sitzplätze.

Renovierung 2010
Bei Vorarbeiten zu einer Innenrenovierung wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Dachstuhl und an der Südwand ausgeführt. Risse wurden saniert, der nach dem Krieg provisorisch errichtete Dachstuhl stabilisiert und Zuganker eingebaut.
Daneben erhielt die Kirche innen einen neuen Anstrich und im rechten Seitenschiff wurde eine Fläche zum freien Gebet eingerichtet. Seit einigen Jahren hängt dort das Gnadenbild der Mutter Gottes aus Schönstatt.

2011 wurde die Anschaffung einer neuen elektronischen Orgel notwendig, da die alte Orgel nicht mehr reparabel war. Diese konnte 2017 wieder durch eine Pfeifenorgel ersetzt werden.

Kirchbauverein - Spenden 

Wenn Sie zur Erhaltung der Laubenheimer Kirche beitragen möchten, können Sie dem "Bauverein für die katholische Kirche Mainz-Laubenheim e. V." beitreten. Durch einen monatlichen Mitgliedsbeitrag wird hier Geld für Renovierungsmaßnahmen gesammelt.