Wir feiern 50 Jahre TPI!

TPI Jubiläum 2020 (c) Schermuly
TPI Jubiläum 2020

50 Jahre - ein Grund nach vorne zu blicken!

50. Geburtstage haben so ihre Rituale. Es werden Babybilder angeschaut, einzelne Lebensstationen in den Blick genommen, Glückwünsche, dass man es bis hierher geschafft hat, entgegengenommen.
Und jetzt wird das TPI 50. Klar, man könnte sich die alten Bilder anschauen, im Vergangenen schwelgen, vorgeblich besseren Zeiten nachtrauern.

Nix da. 50 Jahre, das ist für uns erst recht ein Ansporn, nach vorne zu schauen. So vieles verändert sich gerade in der Kirche. Unsere Trägerdiözesen sind in tiefgreifenden Transformationsprozessen und da wird auch das gemeinsame Fortbildungsinstitut nicht hintenanstehen, sondern seinen Beitrag dazu leisten.

In allen Prozessen der Kirchenentwicklung geht es um mehr Teilhabe, mehr Verantwortung für den Weg in den unterschiedlichen Orten kirchlichen Lebens, mehr Vertrauen in Selbstorganisation. Was das für eine lernende Kirche auf allen Ebenen bedeutet, das ist unser Thema als Fortbildungsinstitut.

Vom 3.-4. September 2020 findet in Wiesbaden-Naurod unsere Jubiläumstagung statt: „Zwischen Planung und Unverfügbarkeit. Lernen für eine Kirche auf dem Weg“. Wir hoffen, dass wir mit diesem wichtigen Thema, interessanten Referentinnen und Referenten und einem ansprechenden und innovativem Format viele aus den unterschiedlichen pastoralen Berufsgruppen und den Verantwortungsträgern der Diözesen erreichen und wir gemeinsam ein starkes Signal in einer sich verändernde kirchliche Landschaft setzen.

50 Jahre TPI – wir sind guten Mutes und schauen gerne nach vorne. Das vorliegende Jahresprogramm 2020 ist ein erster Schritt dahin. Wir freuen uns auf vielfältige Begegnungen in diesem besonderen Jahr.

Die Referentinnen und Referenten für die Jubiläumsveranstaltung

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Prof. Dr. Rainer Bucher

Universitätsprofessor und Vorstand des Instituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie an der Fakultät Katholische Theologie der Universität Graz

Karl-Franzens-Universität Graz

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Dr. Katrin Brockmöller

Direktorin

Katholisches Bibelwerk e.V.

Macht oder Vollmacht?

Delegation oder Ermächtigung?

Ein biblischer Zugang zu großen Fragen - nicht nur in der Kirche

Natürlich ist das ein guter Rat, den Jitro seinem Schwiegersohn Mose gibt: „So richtest du dich zugrunde; allein kannst du es nicht bewältigen. Gib dem Volk Vorsteher!“ (vgl. Ex 18,1-27) Oder heißt das im Klartext: „Delegiere das operative Geschäft, dann wird es leichter für dich.“

Wer weiß in biblischen Texten, was gut und recht ist? Und für wen gilt das und wer setzt es durch? Was erben wir durch die Taufe, so dass die Unterschiede nicht mehr zählen von „Juden wie Heiden, Freien wie Sklaven, Männern wie Frauen“? Wer eigentlich ist zum Handeln aufgefordert bei Sätzen wie „heilt, treibt Dämonen aus, salbt die Kranken“? Was bedeutet das Gebet: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron“?

Der Workshop lädt ein, zu intensiver und kreativer Lektüre ganz unterschiedlicher Bibeltexte. Das gemeinsame Lesen folgt immer einer mindestens dreifachen Fragestellung:

  • Welche Konzepte von Macht, Vollmacht, Delegation und Ermächtigung kommen zum Ausdruck?
  • Welche Bandbreite an Planung oder auch Unverfügbarkeit lässt sich erkennen?
  • Was lernen wir daraus für eine Kirche auf dem Weg?

 

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Dr. Ulrike Gerdiken

Hochschullehrerin an der Katholischen Hochschule Mainz für die Professur Medienpädagogik und Kommunikationswissenschaften

Katholische Hochschule Mainz

Was ist eigentlich Lernen?

Und was braucht eine kirchliche Bildungseinrichtung, die sich lernend auf den Weg in eine doch eher ungewisse Zukunft machen will? Es ist nicht leicht, bei der Vielzahl von Lerntheorien und didaktischen Ansätzen darauf eine Antwort zu finden. Wir haben uns daher entschieden, uns in diesem Workshop die Ansätze der Ermöglichungsdidaktik nach Rolf Arnold und der darauf aufbauenden Ermöglichungspastoral Joachim Eckarts genauer anschauen.

  • Kann eine konstruktivistische Lerntheorie Grundlage für eine theologisch fundierte Bildungsarbeit sein?
  • Welche Gemeinsamkeiten lassen sich finden, wo gibt es Widersprüche?

Wenn Sie am Ende mit mehr Fragen als Antworten aus dem Workshop gehen und trotzdem einen Erkenntnisgewinn haben, sind Sie auf dem richtigen Weg.

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Maria Herrmann

Referentin Hauptabteilung Pastoral Bistum Hildesheim

Bistum Hildesheim

Kirche ist ein Verb – Anfänge einer komplexitätssensiblen Kirchenentwicklung

Je nach Standpunkt lässt sich (lokale) Kirchenentwicklung an verschiedenen Merkmalen festmachen und entsprechend auch unterschiedlich beschreiben. Sie orientiert sich an strukturellen Aufgaben, wie missionarischen Herausforderungen. Sie ist ökumenisch inspiriert, wie weltkirchlich beeinflusst. Sie nimmt Personen, Prozesse und Räume in den Blick. Für die einen beschreibt Kirchenentwicklung ein Weniger, die anderen ein Mehr. So fällt es schwer, allgemein-gültige Darstellungen vorzunehmen und partizipative Diskurse anzuleiten. 

Diese Erfahrung ist Teil eines Phänomens, das sich soziologisch mit dem Begriff der Komplexität beschreiben lässt. Verbindende Fragen dieser Perspektivendifferenz sind folgende:

  • Wie zeigt sich, dass es auch um mehr geht als Strukturprozesse und Systemerhalt?
  • In welchem Verhältnis stehen Machen und Empfangen in den Veränderungsprozessen der Kirche?
  • Welche Rolle spielt die Theologie?

Der Workshop gibt die Möglichkeit, die Vielfalt der unterschiedlichen Perspektiven der Anwesenden miteinander zu betrachten und sie mit einigen Frameworks aus der praktischen Theologie wie der Komplexitätsforschung zu reflektieren.

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Dr. Peter Hundertmark

Referent für Spirituelle Bildung

Bischöfliches Ordinariat Speyer

Kirche ist die Kirche des Herrn – Impulse für spirituelle Kirchenentwicklung

Jesus Christus bezeugen wir als den Herrn der Kirche. Er leitet seine Kirche durch seinen Geist, der allen Christinnen und Christen gegeben ist, was sich dann unter anderem in Ämter, Dienste und synodale Strukturen ausfaltet. Spirituelle Kirchenentwicklung meint, diese Glaubenssätze in organisationale und organisationsentwicklerische Abläufe umzusetzen. Dadurch entstehen zielgerichtete, aber inhaltlich ergebnisoffene Prozesse mit hoher Beteiligungsdichte. Weiter gedacht führt dieser Ansatz dann zu neuen Leitungsformen, veränderten Entscheidungsprozessen, gemeinschaftlicher geistlicher Unterscheidung, neuen Partizipationswege… Weil der Geist Gottes aber nicht eindeutig festzulegen ist, erfordern solche Vorgehensweisen ein deutliches Mehr an ethischer Reflexion, hohe Transparenz und sorgfältig geplante Vorsichtsmaßnahmen gegen Manipulation und sachfremde Loyalitäten.

Im Workshop werden wir Erfahrungen zusammenlegen, uns austauschen, von ersten bewährten Vorgehensweisen hören und über konkrete Umsetzungsschritte nachdenken.

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Dr. Natascha Rosellen

Selbständig

Seminare, Beratung, Coaching, Leadershipinmotion

Fluid church
Durchlässig werden, neue Ideen entdecken, Lösungen bewegen

  • Wo kann Kirche flüssiger werden?
  • Wie kann Kirche durchlässig werden?
  • Wie kann ich als Gestalter/Gestalterin der Wirklichkeit von Kirche kreativer und durchlässiger für neue Ideen, Impulse und Lösungen werden?
  • Wie können wir durch die Bewegung durchlässiger werden für neue Entdeckungen an uns und in unserem täglichen Gestalten?

    In diesem Workshop nutzen wir Bewegung, Musik und unseren Körper als größte Ressource um kreative Antworten auf diese Fragen zu finden. Wir werden in Bewegung gehen und in kreative Dialoge.

    Alle sind willkommen. Vorkenntnisse sind nicht nötig.
    Bitte bequeme Kleidung anziehen, eine Wasserflasche und Lust auf Entdeckungsreisen zu gehen mitbringen.
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Annette Bollig

Pastoralreferentin

Dekanat Bernkastel (Trier)

Graphic Recording

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Prof. Dr. Maren Lehmann

Lehrstuhl für Soziologische Theorie

Zeppelin-Universität Friedrichshafen

Festvortrag

Und das ist unsere Jubiläumstagung:

Donnerstag, 03. September 2020

 

10.00   Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung

10.30   Prof. Dr. Rainer Bucher (Graz):
             Anschließend Diskussionsgruppen und Gespräch mit dem Referenten

12.30   Mittagessen

14.30   Zwei Workshopdurchgänge (Abfrage folgt)

            Dr. Katrin Brockmöller

            Dr. Ulrike Gerdiken

            Maria Herrmann

            Dr. Peter Hundertmark

            Dr. Natascha Rosellen

  Graphic Recording: Annette Bollig

18.30   Abendessen

            Anschließend gemütliches Beisammensein in der St. Georg-Stube

 

Freitag, 04. September 2020

07.45   Morgenimpuls

            anschließend Frühstück

09.00   Barcamp "Kirchenentwicklung"
             (angeleitet durch Maria Herrmann)

12.30   Mittagessen

13.45   Reflexionsrunde

            Anschließend Abschluss der Tagung

 

Und so wollen wir unser Jubiläum feiern:

Freitag, 04. September 2020

 

ab 15.00 Ankommen bei Kaffee und Kuchen

16.00   Vesper mit Bischof Dr. Georg Bätzing

17.00   Begrüßung in der Aula des Wilhelm-Kempf-Hauses

17.30   Festvortrag von Prof. Dr. Maren Lehmann, Zeppelin-Universität Friedrichshafen

18.30   Grußworte

19.00   Festliches Abendessen