Zeich-N-en des Heiligen Geistes

Der diesjährige Firmkurs bewegt sich auf die Zielgerade zu. Leider konnten wir aufgrund der Corona-Regeln auch in diesem Jahr nicht mit den Jugendlichen übers Wochenende nach Gernsheim „Maria Einsiedel“ oder Mainz „Don Bosco“ fahren.

Allerdings haben wir die dafür vorgesehene Zeit sinnvoll gefüllt.

So veranstalteten wir an einem Samstag einen Stationen-Lauf durch die Markuskirche. An jeder der 8 Stationen wurde eine Stelle aus dem Evangelium gelesen, die dazu anregte, über das eigene Leben nachzudenken. Die Jugendlichen notierten sich ihre Gedanken in Stichworten und nahmen jeweils einen kleinen Gegenstand zur Erinnerung mit – alles in allem also sicherlich ein nachhaltiges Erlebnis.

Am darauffolgenden Samstag arbeiteten wir zusammen mit einer Künstlerin aus Heidesheim. Vorher hatte sich jeder eine Bibelstelle aus dem Alten oder Neuen Testament aussuchen dürfen, die vom Heiligen Geist handelt. Diese sollte dann künstlerisch umgesetzt werden. Da der Heilige Geist ja durchaus in der Schöpfung wirksam wird, fand jeder zwei Gegenstände in der Natur. Unter fachkundiger Anleitung wurden diese mit unterschiedlichen Stiften, etwas Wasser und wenigen Zeitungsausschnitten auf dem Papier vergrößert und zueinander in Beziehung gebracht.

Auch wenn einige von uns sich anfangs noch fragten, was das eigentlich mit dem Heiligen Geist zu tun haben soll, wurde spätestens bei der abschließenden „Vernissage“ deutlich, wie sich hier Talente entfalten konnten. Frei nach Picassos Wort „Der erste Strich ist frei“ oder „Der erste Strich führt in die Freiheit“, haben wir weder radiert noch neues Papier gebraucht. Zu Beginn vielleicht noch zögerlich gefällte Entscheidungen setzten sich durch und fanden im dreistündigen Zeichnen ihre Entfaltung und Verwirklichung. Unsere Kunstwerke können Sie bis Anfang Juli in der Markuskirche betrachten.

Weil nicht nur der Geist Nahrung braucht, endete unser Beisammensein mit einem gemeinsamen Mahl und leckerer Pizza. Wir alle haben das kreative Arbeiten an frischer Luft sehr genossen. Dabei haben wir beschlossen, solche Aktionen durchaus zu wiederholen.

Galerie Zeich-N-en des Heiligen Geistes

19 Bilder

Fußwaschung - Bildmeditation

Fusswaschung (c) Pfarrbriefservice

Zwei Gestalten an einer Hauswand.

Vermutlich irgendwo an einer alten Kirche oder Kathedrale.

Links im Bild Jesus. Rechts im Bild der Jünger.

Heute würde so etwas anders aussehen.

Man soll zwar nicht einfach so an eine Hauswand „sprayen“, schon gar nicht an eine Kirche ---

Aber wie würde das Graffiti aussehen, was würde ich selbst malen,

wenn ich künstlerisch dazu begabt wäre?

Wie sieht meine Begegnung mit Jesus aus?

Ich bin bei Freunden eingeladen. Ich setze mich an den Tisch, freue mich aufs gute Essen, auf leckere Getränke, aufs Beisammensein.

Da kommt Jesus daher, dieser echt „strange“ Typ, mit dem die wenigsten etwas anfangen können.

Und gleich benimmt er sich wieder daneben.

Ich möchte dir die Füße waschen, sagt er.

Hast du einen Vogel, frage ich, und tippe an die Stirn.

Wie der Jünger auf dem antiken Bild übrigens auch, wenn ihr genau hinschaut.

Na gut, damals hatte das andere Gründe.

Damals sagte der Jünger, wenn du mich schon waschen willst, dann nicht nur meine Füße, sondern dann auch den Rest.

Und heute?

Meine Füße muss mir keiner waschen. Ich dusche fast jeden Morgen.

Aber wenn Jesus mal vorbei käme, würde es gar nicht schaden, wenn er mir den Kopf waschen würde – also ich meine, im übertragenen Sinne.
Wenn er mir den Kopf zurechtrücken und mit mir auf mein Leben schauen würde.

Gut möglich, dass er mir mit seinen lästigen Fragen zu nahetritt.

Was, wenn er wissen will, warum ich wegschaue, wenn in der Schule jemand gemobbt wird?

Was, wenn er wissen will, warum ich so wenig für die Schule tue und meine Talente stattdessen vergrabe?

Was, wenn er Klartext spricht und sagt, du bist zwar getauft, aber im Gottesdienst benimmst du dich wie ein Fremder und wenn eine fragt, ob du an mich glaubst, dann fehlen dir die Worte.

Wenn ich Glück habe, ist Jesus gar nicht so.

Mit etwas Glück, will er auf seine ungewöhnliche Art

wirklich nur meine Füße waschen.

Und tatsächlich,

er kommt mir nahe.

Er meint das ernst.

Er will mir nicht nur die Last nehmen,

er will nicht nur, dass ich mich wohlfühle bei ihm.

Er wartet auf mich in der Stille. Er hört zu.

Er reicht mir das Brot. Er reicht mir den Wein.

Jesus, denk bitte nicht darüber nach, dass ich dir vorhin den Vogel gezeigt habe.

Verzeih mir, wenn ich ab und zu weglaufe.

Ich weiß, wenn ich zurückkomme, dann bist du da.

Du empfängst mich mit offenen Armen und nimmst mich an, wie ich bin.

 

Marita Bach 2021



Firmung

"Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt"

Lukas 4,18 

Die Firmung ist eine bewusste Entscheidung für den christlichen Glauben. Jugendliche im 9. Schuljahr werden zur Firmvorbereitung eingeladen. Zu Beginn steht ein Gespräch mit Herrn Pfarrer Berbner, das gemeinsam mit den Eltern stattfindet.  

Firmung (c) Foto: Bernhard Riedel in Pfarrbriefservice.de