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Projekte der Gemeinde

Schule in Bhopal (c) privat

Projekt: Straßenkinder  

Unsere Gemeinde unterstützt seit vielen Jahren, dass von Pfarrer Joseph Thannipilly in Bhopal eingerichtete Projekt "Straßenkinder in Bhopal, Indien".

Dieses Projekt ermöglicht Straßenkindern eine tägliche Malzeit, Kleidung, Unterkunft und Schulunterricht, und bietet somit die Möglichkeit zum Erwerb einer späteren gesicherten Existenz.

Für die finanzielle Unterstützung wurde der "Förderkreis Bhopal" eingerichtet. Viele Aktivitäten in der Gemeinde werden zu Gunsten dieses Projekts durchgeführt.

In unterschiedlichen Zeitabständen wird die Gemeinde über den Stand des Projektes von Pfarrer Thannipilly unterrichtet.

 

Neues vom Förderkreis Straßenkinder in Bhopal

Bhopal

Ein Brief von Jaya und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Joseph Thannipilly

Projekt Schule in Bhopal (c) privat

Liebe Pfarrgemeinde von St. Stephanus,
liebe Wohltäterinnen und Wohltäter!

Entschuldigen Sie bitte, dass ich erst heute von mir hören lasse.

Lange haben Sie von uns und unserer Arbeit nichts gehört und ich war schon viele Jahre nicht mehr in Deutschland, also viele Jahre nicht mehr in St. Stephanus. Man denkt und hofft, aber Gottes Plan ist oft anders, als der Plan den wir Menschen machen. Trotzdem hoffe ich sehr, dass ich bald wieder zu Ihnen kommen kann und werde dann persönlich von unserer Arbeit berichten.

Die Arbeit geht weiterhin gut voran und wir haben dadurch große Freude und Erfüllung. Jetzt dürfen wir die Früchte unserer Arbeit erleben - die SIE schon seit über 25 Jahre unterstützen. Das alles ist nur deshalb möglich geworden weil Sie, liebe Pfarrgemeinde, sich an unsere Seite gestellt haben, mit Ihren großzügigen Spenden, Ihrer moralischen Unterstützung, Ihrer immer Mut machenden Gebeten und der notwendigen Aufmunterung. Ohne irgendwelche Unterstützung haben wir damals am 5. September 1989 die Kinder zu uns gerufen um ihnen das Schreiben, Rechnen und Malen spielerisch beizubringen. Als uns einige Jugendliche aus Nieder-Eschbach in Bhopal besuchten, haben sie die Not erkannt und beschlossen unsere Arbeit mit und für die Kinder zu unterstützen. So hat die Pfarrgemeinde immer wieder finanziell alles unternommen, damit unsere Arbeit weiter gehen konnte.

Wenn wir heute zurückschauen sind wir sehr glücklich, dass sehr viele, die durch unsere Schule gegangen sind; in ihrem Leben sehr viel erreicht haben. Es wurden Familien gegründet, sie geben ihre Erziehung an die eigenen Kinder weiter, viele schicken auch heute noch ihre Kinder zu uns in die „Abendschule". Wir haben viel Erfolg und SIE, liebe Pfarrgemeinde, sind dafür die Instrumente in der Hand Gottes! Viele haben ein Studium an der Uni absolviert, einige sind Krankenschwester geworden, eine wurde Ärztin, viele sind in der Bank angestellt, aus unserer Schule kommen Rechtsanwälte, Pharmazeuten usw.

Unsere Lehrerinnen sind unsere früheren Schülerinnen, dadurch werden unsere Ideen und Vorstellungen an die Schülerinnen und Schüler weiter gegeben. Die jungen Menschen sind sehr fleißig und wir motivieren sie immer wieder, damit sie im Leben weiter kommen. Sie sind arm, aber intelligent genug um in der Gesellschaft zu bestehen und ihren Beitrag zu leisten. Durch unserer langjährige Aufklärung und Motivation hat sich schon vieles in der Gesellschaft geändert, besonders in der Erziehung der Kinder und in der medizinischen Fürsorge. In unserer Umgebung besuchen alle Kinder die Schule und finden dadurch Arbeit oder studieren weiter.

Den Straßenkindern gilt nach wie vor unsere besondere Aufmerksamkeit, damit sie in die normale Gesellschaft eingegliedert werden können. Sie werden von uns immer wieder aufgefordert sich von der gewohnten sozialen und kriminellen Umgebung abzusondern und in die normale Gesellschaft einzuordnen. Durch das liebvolle Verhalten und verständnisvolles Umgehen gelingt es uns immer wieder ihnen die richtige Orientierungen aufzuzeigen und zu ermöglichen.

Für die Roma und Sinti haben wir verschiedene Programme entwickelt, damit sie schneller und einfacher in die Gesellschaft eingegliedert werden, ohne ihre Identität zu verlieren. Sie bekommen Unterricht in ihren eigenen Siedlungen, damit die Kinder ohne weiteres das Schreiben und Rechnen lernen. Wir haben oft Zusammenkünfte mit diesen Menschen, damit ihnen ihre Rechte und Pflichten bewusst werden. Einmal im Jahr treffen sich alle gemeinsam mit den freiwilligen Helfern und es wird ein großes Fest gefeiert.

Wir sehen es auch als unsere Pflicht an, uns um die Armen auf der Straße zu kümmern, sie zu betreuen und medizinisch zu versorgen. Es sind oft immer wieder die gleichen Personen, die wir manchmal jahrelang betreuen. Wir bringen sie ins Krankenhaus, übernehmen die ganze medizinische und sonst notwendige Versorgung. Einen alten kranken Menschen haben wir in dieser Form betreut und versorgt, bis er nach 2 ½ Jahren an Krebs verstarb. Jeden Tag haben wir ihm das Abendessen ins Krankenhaus gebracht und ihn jeden Abend besucht, es war nicht einfach, aber wir haben es geschafft.  Leicht war es nicht, aber wir haben es gerne gemacht und unsere Freude ist dadurch grösser.

Eine zusätzliche wichtige Aufgabe kam in den letzten 11 Jahren hinzu und zwar die Gefängnisseelsorge. Ich darf jeden Tag ins Gefängnis um die Insassen zu besuchen und sie zu trösten. Einige sind bis zu 17 Jahren eingesperrt. Ich halte den Kontakt zu ihren Familien und kann die Insassen dadurch am Leben draußen teilhaben lassen. Dies ist eine große Hilfe und Unterstützung für beide Seiten. Oft zahlen wir das Bußgeld, damit sie nicht mehr länger einsitzen müssen und können dann nach der Strafzeit entlassen werden.

Wir kümmern uns auch um die Menschen, die ihre Hütte nicht reparieren können und dadurch dem Regen ausgesetzt sind. Mit finanziellen Mitteln helfen wir ihnen ganz einfache neue Hütten zu bauen, um sowohl vor Regen, als auch vor der Hitze Schutz zu haben.

All diese Dinge konnten und können wir nur leisten, weil SIE immer wieder bereit waren und sind, uns das notwendige Geld zur Verfügung zu stellen. Diese armen Menschen sind Ihnen sehr dankbar, dass sie durch SIE die Liebe Gottes erfahren und erleben. Uns aber ist dies eine große Erfüllung im Leben, das Gott uns dazu befähigt hat, den wenig Glücklichen auf dieser Erde etwas mehr "Mitmenschlichkeit" zu zeigen, zu leben.

Was wir für Sie tun! Im Gebet denken wir an Sie und bitten den Herrn damit Sie immer wieder an unsere Kinder und die Bedürftigen denken, damit diese ein wenig Zukunft erleben und erfahren dürfen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen Gottes Segen in Fülle.

Im Gebet verbunden

Jaya mit den Mitarbeiterinnen,Mitarbeitern und
Pfarrer Joseph Thannipilly