Mit dem Juli und dem August sind unsere Sommerferien verbunden: Für viele (nicht nur junge) Menschen ist es eine wichtige Zeit, „die Seele baumeln“ zu lassen. Angebote, sich zu erholen gibt es viele. Der Urlaub am Sandstrand mit dem dazugehörigen Kampf auch rechtzeitig das Handtuch am Pool oder der richtigen Position am Meer ausgelegt zu haben ist da nur eine von vielen Möglichkeiten. Manche Zeitgenossen brauchen am Abend ausgiebige „Club-Tänze“ mit Polonäse angeleitet durch erprobte Animateurinnen und Animateure - für andere geht es in die Berge, zum Wandern, Aussicht-genießen, frei machen und zurückfinden, was das eigene Leben überhaupt bestimmen soll. Den Alltag mal „loszulassen“, Erholung und Entspannung finden. So verschieden die Vorstellungen von freien Tagen auch sind – so verschieden sind wir Menschen und auch Urlaubsziele: Die einen zieht es in den Norden oder in luftige Höhen nach Skandi-navien oder den Berggipfeln der Alpen – andere zum Schnorcheln nach Ägypten oder anderen Traumzielen am Mittelmeer oder sogar der Südsee – dahin, wo es tagsüber so heiß ist, dass man auf der Straße Spiegeleier zubereiten könnte… Aber auch das Urlauben selbst kann schon anspruchsvoll sein – denn mit einem jeden Urlaub sind Erwartungen verbunden. Eben Erholung, Entspannung, Bildungsreisen, selbst Weiterkommen, Eindrücke von fernen Teilen der Welt gewinnen. Es wird dann um so schlimmer, wenn manche Vorsätze nicht eingehalten werden können. Ärgerlich, wenn es während des Urlaubs Streit zwischen Freunden und Familie gibt, wenn das Wetter dann doch nicht so mitspielt das eigene Zimmer dann doch eher in der Nähe der nächsten Autobahn liegt, als am erholsamen Strand… Wenn nachts laute Clubmusik den Schlaf stört, wo es doch vorher im Reisekatalog hieß, dass die Region für ihre Ruhe bekannt sei. Manche Erwartung wird auch im Urlaub nicht erfüllt sein…
Gerade für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, dass sie Zeiten der Erholung finden. Nicht ohne Grund ist in der UN-Kinderrechtscharta festgehalten, dass das jedem Heranwachsenden zusteht, sich auch „erholen“ und „entspannen“ zu können. In diesem Zusammenhang drücke ich meinen Dank allen gegenüber aus, die die großen Zeltlager der Pfarrjugend und unserer Pfadfindergruppen organisieren und so auch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass wirklich alle auch die Erholung finden, die sie verdient haben. Gerade bei unseren Pfadfin-dergruppen lernen die Jugendlichen, verantwortungsvoll mit der Schöpfung und Natur umzugehen. Und ein pflegsamer Umgang mit allem, was lebt, ist nicht zuletzt seit der Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus eine Haltung, die uns allen entspricht.
Ganz ohne Urlaub auszukommen ist im Übrigen auch keine Option – auch nicht (wie ein Ex-Chef von mir) – im Urlaub „das abzuarbeiten, was im ganzen Jahr arbeitstechnisch über liegen geblieben ist“. Der Mensch braucht Entspannung, das Rausgehen aus seinen gewohnten Bahnen: Jesus selbst ging zum Gebet und zum Fast selbst 40 Tage und 40 Nächte in die Wüste (Mt 4 1-11). Für uns Menschen braucht es diese Zeiten der Erholung, des Durchatmens und der Rekreation… Und wenn es nicht so wird, wie wir es uns vorgestellt haben? Dann gilt es sich darüber zu freuen, was man hat: Vielleicht liebe Menschen um sich, eine tolle Landschaft -auch bei Regen – Zeiten der Gemeinsamkeit – bei Gewitter und Hagel – oder man erinnert sich an die Tage des Sonnenscheins.
Erholung, Entspannung und die „Seele baumeln lassen zu können“: Dies wünsche ich Ihnen allen – egal, wie Sie diese Zeit verbringen. Kommen Sie gut durch den Sommer!
Benjamin Weiß, Pfarrvikar
(aus: "Geistliches Wort", MITEINANDER Juli-August 2026)
