Der Monat September liegt „irgendwie dazwischen“. Er ist nicht mehr ganz Sommer aber auch noch nicht ganz Herbst, mit den ersten bunten Blättern an den Baumzweigen aber auch noch der ein oder anderen Sonnenblume, die ihre Blät-ter gen Himmel streckt. Er ist ein Monat, der weitgehend „ferienfrei“ ist – für Kinder – und Jugendliche also eine Zeit des Lernens, wahrscheinlich auch schon der ein oder anderen Mathe-, Deutsch oder Biologiearbeit in der Schule… Eine Zeit des Wachstums und des Lernens. Und trotz aller Umbrüche, die der September mit sich bringt, wird an der einen oder an-deren Stelle auch die Sonne hervorkommen und uns noch einmal an die unbeschwerten Tage des Sommers erinnern.
Trotz aller Veränderungen geleiten uns durch diesen Monat gleich mehrere wichtige Feste: Der Weltgebetstag für die Be-wahrung der Schöpfung eröfnet den Monat. Dieser wichtige Tag erinnert uns daran, wie wenig selbstverständlich es ist, dass wir auf einer Welt leben dürfen, die doch mit einer großen biologischen Vielfalt aufwartet, die vielfach bedroht- und doch auch sehr schützenswert ist.
Die Festtage des 8. und 12. Septembers (Mariä Geburt) und Mariä Namen stellen bewusst Maria als „die erste der Heiligen“ in das Zentrum. Es gilt, auf die Lebenshaltung der Gottesmutter zu schauen und ihr „ja“, welches sie in ihrem Herzen getragen hat, in den Blick zu nehmen. Der 14. September ist traditionell das Fest der Kreuzerhöhung und mit dem 29. September gedenken wir der Erzengel. Der kirchliche Kalen-der schenkt Stabilität und Kontinuität.
In unserer Pfarrei werden wir im neuen Monat Pfarrer Vogl, Koordinator Fabian Stein und Verwaltungsleiter Markus Geißner als Leitungstrio begrüßen dürfen. Nach kirchlicher Tradition werden sie sich in die Geschicke der Pfarrei „hineinarbeiten“ und versuchen möglichst schnell in die verschiedenen Themen Gießens „hineinzufinden“. Bitte haben Sie ein wenig Geduld mit den dreien.
Wir begrüßen sie herzlich und wünschen ihnen an dieser Stelle alles erdenklich Gute. Viel „Heiligen Geist“: Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen, Kreativität und die Fähigkeit, Verschiedenheit als Bereicherung zu erkennen und zu nutzen. Der September ist ein Monat, der wahrhaft viele Chancen bietet. Gerade das Umland von Gießen lädt zu weitschweifigen Wanderungen ein, die Natur und die Schöpfung sollten in unserem Gebetsleben eine wichtige Stelle einnehmen. Und wenn dieser Monat „irgendwie dazwischen“ liegt – so gilt es doch im Besonderen die Farben zu entdecken und wertzuschätzen, die er uns bieten mag. Und wenn in diesen Tagen schon die Sonne früher schwindet, so dürfen wir darauf vertrauen, dass uns auch im neuen Monat September Gott begleiten will auf den Wegen unseres Lebens. Detlev Block hat es in seinem Sommerlied „Das Jahr steht auf der Höhe“ – im Gotteslob Nr. 465 einst schön beschrieben:
„Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht. Begegne unseren Ängsten mit Deiner Liebe Macht. Das Dunkle und das Helle, der Schmerz das Glücklich-Sein nimmt alles seine Stelle in Deiner Führung ein.“
Wenn uns der neunte Monat des Jahres auch mit vielen Veränderun-gen und Neuerungen konfrontieren wird: Wir sind bei all dem nicht allein. Gott selbst will bei uns sein. Und ja - seine Liebe hat „Macht“: Sie lässt nicht allein, nicht zugrunde gehen, sie schenkt Leben und Zuversicht. Und in allem, was sich auch ändern mag gibt es Chancen, Schönheit und Dinge, an die wir uns gerne erinnern werden. Machen wir diesen Monat September zu unserem Monat.
Benjamin Weiß, Pfarrvikar
(aus: "Geistliches Wort", MITEINANDER September 2026)
