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Pilgern

Stempeljagd in der Pfarrei St. Bonifatius, Gießen

Bonifatius-Stempel (erhältlich in der Werktagskapelle oder in der Kontaktstelle unseres Pfarrbüros St. Bonifatius)

Das „immer wieder auf den Weg Sein“ ist Teil unseres Glaubens: Und beginnt bei uns Christen mit Jesus selbst: Gott verlässt in seinem Sohn seinen Himmel, wird Teil unserer Geschichte und lebte unter uns; Jesus suchte immer wieder Menschen auf, um ihnen zu begegnen: seine frohe Botschaft eines nahbaren und liebenden Gottes brachte er von Haustür zu Haustür, er hörte zu, nahm sich Zeit. Später folgten ihn dann seine Jüngerinnen und Jünger in dieser Mission: Sie verließen den Versammlungssahl in Jerusalem und brachten die Lehren Jesu in die ganze Welt. Christ sein heißt, sich immer wieder auf Wanderschaft zu begeben – oder anders ausgedrückt: „Pilger zu sein“.

Santiago de Compostela, Jerusalem, Assisi - Rom – Ziele, sich auf den Weg zu machen gibt es viele: Mit Wanderrucksack, eigenen Sorgen und Nöten, vielleicht auch dem Ziel mit Gott, dem eigenen Glauben oder dem eigenen „Christ sein“ wieder mehr in Berührung zu kommen… Aber die großen Pilgerwege finden sich nicht nur in Spanien, Oberitalien oder Portugal – sondern auch bei uns – „vor der Haustür“: So zieht in direkter Nachbarschaft von Gießen der Lahn-Camino an unserer Stadt vorbei; um Marburg herum treffen wir auf den Elisabethenpfad und die hessische Jakobusgesellschaft hat die Wegmarkierungen von Gießen aus weiter nach Friedberg (Hessen), Frankfurt und Mainz markiert. Diese Wege sind den alten historischen römischen Handelsrouten nachempfunden: Vielfach führten sie entlang von Flüssen wie Lahn, Wetter oder Nidda; oftmals aber nicht direkt entlang des Ufers, sondern oft auf Anhöhen. So konnten die Reisenden Angriffen von Räubern oder gefährlichen Tieren einfacher entkommen. Wenn man heute den Pilgerwegen folgt – dann führen die Wege meistens eben nicht einfach nur von Ort A zum Ort B – sondern es geht immer wieder bergauf und -ab.

Der Zuweg zum Lahn Camino führt von Gießen und Heuchelheim weiter nach Lahnau und Wetzlar: Hier wartet die Simultankirche „Unsere liebe Frau“ auf uns: Von hier ist der Weg auch ordentlich markiert. Weiter geht es nach Limburg, Bad Ems, Lahnstein und Koblenz – wo wir dann Anschluss finden an die größeren Jakobswege die dann entweder der Mosel folgen („Mosel Camino“ von da aus geht es dann nach Trier) oder via Bingen und dem „Ausoniusweg“ (benannt nach dem einstigen Dichter, Lehrer und Poet des Sohnes von Kaiser Gratian) von dann durch den Hunsrück auf den Weg nach Trier begeben. Alternativ führen von hier der „Hildegardisweg“ weiter nach Idar-Oberstein und von dort dann nach St. Wendel; eine weitere „Hauptroute“ der sogenannte „Rheinhessische Jakobsweg“ führt den Pilgerweg weiter nach Worms und Speyer.

Damit sich Pilger auch ausweisen können – bedarf es eines Pilgerpasses. Diesen kann man bei einen der verschiedenen Jakobusgesellschaft beantragen (z.B. bei der deutschen Jakobusgesellschaft in Aachen oder bei der hessischen Jakobusgesellschaft in Frankfurt). In Kooperation mit unserem Kirchenladen und Uta Kuttner ist angedacht, dass es auch hier verschiedene Pilgerausweise geben soll, die man hier erhalten kann. Pilger weisen sich mit ihrem Ausweisheftchen aus, indem sie mit Hilfe von Stempeln nachweisen, welche Entfernung sie tatsächlich zurückgelegt haben. Klassischer Weise finden sich die Pilgerstempel an den Kirchen oder Touristenbüros. So ist es auch bei uns in Gießen. 

Im Bereich des Schriftenstandes unserer Pfarrei gibt es einen Pilgerausweis. Er ist nicht für den großen Jakobsweg oder auch die Regionalen Ausgaben dieses Weges angedacht – sondern er erstreckt sich ausschließlich auf den Bereich unserer Pfarrei: An den oben aufgeführten Orten lässt sich der Stempel finden: Hierdurch kommt zum Ausdruck „Wir gehören in unserer Pfarrei alle zusammen“. Natürlich können diese Pilgerstempel auch für die größeren Pilgerwege verwendet werden…

Die Pilgeraktion ist so angelegt, dass es gilt, alle Stempelmotive (ähnlich einem Poesie-Album in der Schule) zusammen zu bekommen: Es ist derzeit (noch nicht) angedacht, einen Pilgerweg zu errichten, der alle Kirchen quasi abgeht oder abfährt: Das heißt: Sie können bequem beim Sammeln der Stempelmotive von Gottesdienst zu Gottesdienst reisen, brauchen nicht alles auf einmal einzusammeln und können sich so die Zeit nehmen, die es braucht: Denn auch Gelassenheit lehrt das Pilgern… Ganz vollständig ist die Reihe unserer Pilgerstempel noch nicht: Der Kirchenladen wird auch noch einen eigenen Stempel bekommen und auch die Caritaszentrale in der Frankfurter Straße… Diese Motive werden dann demnächst hier und im "MITEINANDER" vorgestellt.

Wir sind schon gespannt, wer als erstes sein volles Stempelheftchen vorweisen kann…

Viel Vergnügen bei der Stempelmotivjagd…

 

Ihr Benjamin Weiß

Stempel der Gemeinden, Pfarrei St. Bonifatius Gießen