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Glauben teilen – Ressourcen teilen

Ikonen sind für die Liturgie der orthodoxen Christen zentral
Orthodoxe Gemeinde feiert künftig Gottesdienste in St. Michael Ober-Ingelheim
Datum:
25. März 2026
Von:
Pfarreileitung

Die Einheit im Glauben an Jesus Christus ist das Wesentliche, das Christen miteinander verbindet. Und auch wenn es in der konkreten Ausübung Unterschiede gibt, ist diese Einheit die Grundlage. So unterscheidet sich z.B. in diesem Jahr das Osterdatum der orthodoxen und katholischen Christen oder auch die Liturgie, doch was wir feiern, ist uns gemeinsam. In Ingelheim werden die beiden christlichen Konfessionen zukünftig auch den Raum für ihre Gottesdienste teilen.

Ab Ostern wird eine orthodoxe Gemeinde, unter der Leitung von Vater Arsenij Sawchuk, regelmäßig am Sonntagmorgen ihre Gottesdienste in der kath. Kirche St. Michael in Ober-Ingelheim feiern. Da die Ingelheimer Katholiken ihre Gottesdienste in der Kirche am Neuweg immer samstagsabends haben, ist diese Doppelnutzung gut möglich. „Es ist ein schönes Zeichen, wenn Christen verschiedener Konfessionen am selben Ort ihre Gottesdienste feiern“, bemerken Pfr. Christian Feuerstein und Pfarreikoordinatorin Christine Wüst-Rocktäschel im Gespräch mit den Mitgliedern des Gemeindeausschusses Ingelheim.

Für die Leitung der Pfarrei ist es eine Frage der gewährten Gastfreundschaft, dass die Kirche von der Schwesterkonfession genutzt werden kann. So steht das Gotteshaus nicht nur den Betenden während der Öffnungszeiten offen, sondern darin werden auch weitere Gottesdienste gefeiert. 

Die orthodoxe Gemeinde vom Hl. Andreas und Hl. Nikolaus von Myra feiert ihren Gottesdienst im russisch-orthodoxen Ritus. Das Gottesdienstangebot richtet sich vor allem an ukrainische Flüchtlinge, die in der Region in und um Mainz leben und in den bisherigen Angeboten ihres Ritus keine Heimat gefunden haben. Die Gemeinde gehört zur Archiepiskopie von Paris und ist damit vor politischer Einflussnahme geschützt.

„Das Gebet um den Frieden hat in unseren Gottesdiensten einen ganz besonderen Platz“, sagt Vater Arsenij Sawchuk bei der Vorstellung seiner Gemeinde im Ingelheimer Gemeindeausschuss. „Wir wollen miteinander beten; unseren Glauben feiern und keine Politik machen“, ergänzt er.

Der erste Gottesdienst im orthodoxen Ritus findet am Ostersonntag statt. Für die Gäste in St. Michael wird an diesem Tag die Palmsonntagsliturgie sein. Da dem kath. Kirchenjahr der gregorianische Kalender, weiten Teilen der Orthodoxie der julianische Kalender zugrunde liegen, fällt der Ostertermin in diesem Jahr eine Woche auseinander. Aufgestellte Ikonen und die Nutzung von viel Weihrauch kennzeichnen die orthodoxe Liturgie. Aber ebenso wie im kath. Ritus wird das Wort Gottes verkündet und ausgelegt, sowie in der Eucharistie das Brot (der Leib Christi) miteinander geteilt.

„Unsere Kirche wird dafür genutzt, wozu sie gebaut wurde: Christen feiern Gottesdienst!“, freut sich die kath. Pfarreileitung. Und wir können gleichzeitig das tun, was wir im Pastoralen Weg von unserem Bistumspatron, dem Heiligen Martin, mit auf den Weg bekommen haben: Teilen! Wir teilen den Glauben und wir teilen auch unsere Ressourcen.