Heidesheim:Uferkino am Rheinstrand in Heidenfahrt
Am 13. bis 14.9 präsentiert das Uferkino zwischen den Stränden am Rheinufer in Heidenfahrt einen Spielfilm, Dokumentarfilme, eine szenische Lesung, Fotografien, Poesie und Gespräche mit Augenzeugen*innen über die Flucht ins Meer.
Von griechischen Inseln, über Lampedusa bis zu den Kanaren - die Ufer Europas sind oft Ziel und bleiben öfters nur Sehnsucht. So vielfältig wie die Motive einer Flucht sind die Geschichten, die Reisende erzählen. Die Filmreihe des Uferkino lässt Flüchtende und Seenotretter*innen von ihren Erlebnissen auf dem Meer erzählen. Der Film "Styx", den das Uferkino in Kooperation mit dem FILMZ im Landesmuseum bereits am 10.9 zeigt, nimmt die Zuschauenden mit auf einen Segeltörn, um vor den kanarischen Inseln ein Happy End zu suchen.
Von Freitag 16:00 bis Sonntag 16:00 finden Besucher*innen am Rheinstrand ein Original Flüchtlingsboot, in dem Sie Platz nehmen können. Fotografien von Alea Horst geben Einblicke in ein Flüchtlingslager auf Lesbos. Bei Einbruch der Dunkelheit am Freitag Abend zeigt die Kurzdoku „Seepferdchen“ ein geflüchtetes Mädchen, wie sie ihre Traumata mit Schwimmunterricht verarbeitet. Nach dem Vorfilm kann sich das Publikum auf den aktuellen Kinofilm „Ich Capitano“ freuen. Der Film lässt die Zuschauenden den Traum und den Albtraum zwei Teenager aus Senegal miterleben: Wüste, Gefangenschaft, Meer und eben Freundschaft und Hoffnung.
Am Samstag lassen Aktionen wie "Wegweiser zimmern" und "Transparente malen" auch für jüngere Besucher Kurzweile aufkommen, bis das Theaterensemble „Die Kleinbürger“ die szenischen Lesung „Das Boot ist voll“ präsentiert: Wie jedes Jahr am 3. Oktober wartet Vito in seiner Eisdiele auf Lampedusa auf die Ankunft von geretteten Menschen nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes im Jahr 2013. Ein Tag der Erinnerung, der Trauer, aber auch von unbequemen Fragen.
Vor Sonnenuntergang lassen Poetry Slammer*innen die Zuhörenden mit ihren Texten über Flucht, Integration und Rassismus nachdenken. Nach Sonnenuntergang werfen die Dokumentarfilme „Route 4“ und „Seabird“ ein Blick auf Flucht ins Meer und die zivile Seenotretter. Für Fragen aus dem Publikum und für ein anschließendes Gespräch haben wie sie geladen: Einen Piloten der Seabird und zivile Seenotretter wie eine Ärztin, die von ihrem Einsatz auf der Nadir berichten kann.
Das Uferkino wird präsentiert von Ehrenamtlichen unterschiedlicher Hilfsorganisationen der zivilen Seenotrettung, vor allem der Seebrücke Mainz, in Kooperation mit sea-eye, sea-watch, Resqship und anderen. Spenden kommen den beteiligten Hilfsorganisationen zugute. Dank dem Publikums einer einer ersten Lesung im Juni konnte das Uferkino sich dem Spendenaufruf von united4rescue für die sea-eye 5 beteiligen.