Schmuckband Rad

Weltgebetstag der Frauen 2020

„Ich würde ja gerne, aber...“

Titelbild zum Weltgebetstag 2020: „Rise! Take Your Mat and Walk” (c) Nonhlanhla Mathe
Titelbild zum Weltgebetstag 2020: „Rise! Take Your Mat and Walk”
Do 30. Jan 2020
Sabine Goldberg-Ohr

Wer kennt diesen oder ähnliche Sätze nicht? Doch damit ist es bald vorbei, denn Frauen aus Simbabwe laden ein, über solche Ausreden nachzudenken beim Weltgebetstag der Frauen am Freitag, den 6. März 2020.

Im Zeichen der Ökumene bereiten gemeindeübergreifend Frauen aus den Gemeinden der Burgkirche, St. Michael (Ober-Ingelheim), Saalkirche, St. Remigius und der Friedenskirche den Weltgebetstag der Frauen vor und freuen sich auf viele Betende am 6. März um 18 Uhr in der Friedenskirche am Langenberg. Ebenso laden die Frauen der Versöhnungskirche und St. Paulus um 17 Uhr in die Versöhnungskirche ein und in Frei-Weinheim geht es um 18 Uhr los im Pfarrzentrum St. Nikolaus.

Frauen aus dem südafrikanischen Land Simbabwe haben für den diesjährigen Weltgebetstag den Bibeltext aus Johannes 5 zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.

Die Autorinnen des Weltgebetstags 2020 wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation sind für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben. Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft sind jahrelange Korruption und Misswirtschaft und vom Internationalen Währungsfonds auferlegte aber verfehlte Reformen. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon profitieren andere.

Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, ist nicht neu: Viele Jahre kämpfte die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien, bis sie das Ziel 1980 erreichten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, regierte das Land 37 Jahre und zunehmend autoritär.

Noch heute sind Frauen benachteiligt. Oft werden sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Familie vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben, auch wenn die staatlichen Gesetze das mittlerweile vorsehen. Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Jesu Aufforderung allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen. Neugierig geworden?