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Der Misereor Schuldenreport 2024

Misereor Schuldenreport 2024 (c) Misereor
Misereor Schuldenreport 2024
Datum:
Di. 16. Apr. 2024
Von:
Für das Team des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises: Gertrud Aulbach

Misereor veröffentlicht jedes Jahr im Vorfeld der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank zusammen mit Erlassjahr den Schuldenreport. Im Rahmen der Veröffentlichung des Reports stellt Misereor in diesem Jahr fest:

Die weltweite Schuldenkrise spitzt sich weiter zu: Verschuldete Staaten im Globalen Süden müssen 2024 so viel Schuldendienst wie noch nie an ihre ausländischen Gläubiger leisten. Ein Grund sind fehlende Schuldenerlasse.

Mit diesen drei Erkenntnissen fasst Misereor den Report zusammen:

  • Kritische Verschuldung: Von 152 untersuchten Ländern im Globalen Süden weisen 130 mindestens eine leicht kritische Verschuldungssituation auf. Vor der Pandemie waren es nur 37 Prozent.
  • Rekord im Schuldendienst: Staaten des Globalen Südens müssen 2024 mehr Schuldendienst als je zuvor leisten. In 45 Staaten fließen mehr als 15 Prozent der Staatseinnahmen in den ausländischen Schuldendienst. Das sind insgesamt mehr als 1 Mrd. US-Dollar pro Tag.
  • Kein Spielraum für Zukunftsinvestitionen: Der hohe Schuldendienst führt zu erheblichen Einschränkungen bei der Finanzierung von Klimaschutz, Sozialleistungen und Zukunftsinvestitionen. Vor allem Länder mit sehr kritischer Schuldensituation wie Laos und Angola sind gezwungen, ihre öffentlichen Ausgaben besonders spürbar zu kürzen.

Misereor fordert umfassende Schuldenerlasse, denn:

Umfassende Schuldenerlasse könnten einen Ausweg aus der Schuldenkrise bieten. Ohne Schuldenbezeichnungen rücken die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung für die betroffenen Länder in unerreichbare Ferne.“

Weiterführende Informationen zum Schuldenreport sowie die Möglichkeit, den vollständigen Bericht herunterzuladen finden Sie hier:

https://www.misereor.de/fileadmin/publikationen/schuldenreport-2024.pdf

https://www.misereor.de/informieren/schuldenkrise