Die Gemeinde St. Cosmas und Damian verabschiedet die Küsterin Annemarie Eckart

A-Eckart-2021_0001 (c) Friedel Becker
A-Eckart-2021_0001
Datum:
Sa. 11. Sep. 2021
Von:
Wilfried Kasig

(rar). In diesen Tagen verabschiedete die Kirchengemeinde die langjährige Küsterin Annemarie Eckart aus ihrem Dienst. Mit ihr geht eine langjährige Ära zu Ende. Friedrich Becker und Rainer Reitz hatten die Gelegenheit, mit ihr in gemütlicher Runde bei einem Glas Sekt über ihre Erinnerungen ein wenig zu plaudern.

Am 23. Juli 1942 übernahm ihr Vater Valentin Eckart offiziell den Küsterdienst in der Gemeinde. Schon früh nahm er seinen Sohn Josef mit in die Sakristei und machte ihn somit schrittweise mit den Aufgaben des Küsters vertraut. So wie Josef Eckart damals in das Ehrenamt hineingewachsen ist, so hat auch seine Schwester Annemarie automatisch und stillschweigend das Amt des Vaters und des Bruders übernommen, das sie bis zu ihrer Verabschiedung auch weiter ehrenamtlich ausübte.

Was hat Annemarie Eckart in all diesen Jahren zum Wohle ihrer Pfarrgemeinde geleistet? Die Symbole und Bilder auf dem „St.Cosmas und Damian Wingertsstickel“, den ihr Pfarrer Priesel zu ihrem jüngsten Geburtstag zur offiziellen Verabschiedung überreichte, können diese Frage am besten beantworten.

Wir erkennen den Kirchturm der Pfarrkirche, die Laurenzikirche und Glocken. Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Annemarie Eckart an vielen Tagen des Jahres dort mehr Zeit verbracht hat als in ihrem häuslichen Umfeld. Es war in diesem Jahr ihre 80. Wallfahrt zum Laurenziberg, noch einmal wollte sie dort die Glocken läuten. Sie organisierte mehrmals im Jahr den Putztrupp für die Kirche und sorgte für die notwendigen Reinigungsutensilien. Der Klingelbeutel und die Münzen wollen sagen, dass sie auch die Treuhandkasse führte und sich um die Kollektengelder kümmerte. Die Wäsche der liturgischen Gewänder, das Besorgen, Aufstellen, Anzünden und Löschen der Kerzen, das Auflegen der Spitzendeckchen auf die Altäre und der Blumenschmuck gehörten zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Sie stellte auch die Kelche und Hostien für die Gottesdienste bereit, zeichnete für den Schlüsseldienst der Kirche und Kirchengebäude verantwortlich. Das Gebetbuch zeigt, dass Annemarie Eckart eine gläubige, betende Frau ist. Das zeigt sich auch darin – so betont es Pfarrer Priesel – dass kein Heiligengedenktag vorüber ging, an dem sie nicht bei der Statue oder dem Wandbild des Heiligen in der Kirche tagsüber eine Kerze leuchten ließ.  Bei kirchlichen oder Gemeindefesten genoss sie gerne in geselliger Runde ein Gläschen Sekt. Bekränzt ist ihr Stickel von einem maßstabgerechten Kirchturmgickel.

Stolz zeigte sich die scheidende Küsterin dem Fotografen neben dem in ihrem Vorgarten aufgestellten Wingertsstickel mit ihrem Erinnerungsbuch, das ihr Juliane Erbes, die Vorsitzende des Ortsausschusses, zuhause überreichte. In diesem Buch haben alle Gruppen der Gemeinde und Weggefährten aus der Zeit ihres Dienstes einen Beitrag hineingeschrieben. Darin, so betont Annemarie Eckart, lese und blättere sie besonders gerne. Oft verharre sie dabei auf der Seite mit dem Text von Johann Sebastian Bach „Jesus bleibet meine Freude“. Immer wieder erzählt sie uns, dass sie all diese Arbeiten in den zurückliegenden Jahren nur dank der stetigen Einsatzbereitschaft und der zuverlässigen Unterstützung durch ihre Familie erfüllen konnte.

Abschließend bat sie uns, ein Wort des Dankes von ihr an die Gemeinde in unseren Bericht aufzunehmen. Dieser Bitte entsprechen wir gerne. Sie schreibt:

„Allen, die zum Gelingen dieses wunderschönen Buches einen Beitrag geschrieben haben – anlässlich meines Ausscheidens als Küsterin – danke ich ganz herzlich. Ihre Worte als Erinnerung an gemeinsame Begegnungen und Erlebnisse bzw. Vorbereitungen zu den Hochfesten in unserer Kirche, haben mich    sehr gefreut und überwältigt. Dass mir eine solche Ehre zuteil wurde, war für mich eine große Freude und Überraschung. (…) Ich habe die Aufgaben des Küsteramtes gerne für und mit Gott als Hilfe für den jeweiligen Liturgievorsteher übernommen, natürlich auch zum Wohle der Pfarrgemeinde. Hiermit bedanke ich mich und grüße in herzlicher Verbundenheit.“ gez. Annemarie Eckart

Die Kirchengemeinde St.Cosmas und Damian dankt Frau Annemarie Eckart und ihrer Familie für ihr außerordentliches, langjähriges Engagement zum Wohl der Gemeinde. Alle wünschen ihr und ihren Angehörigen Gesundheit und Gottes reichen Segen.