Gau-Algesheim: Aktuelles aus dem Ortsauschuss der Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damian

St. Cosmas und Damian (c) wk
St. Cosmas und Damian
Datum:
Sa. 15. Mai 2021
Von:
Wilfried Kasig

(rar). In der jüngsten Sitzung, die als Zoom-Meeting durchgeführt wurde, ging es um den Austausch von Stimmungen, Meinungen, Problemen und Fragen zur aktuellen Verlautbarung der „Amtskirche“ zur Segnung der Verbindung gleichgeschlechtlicher Paare.

Im Laufe der Debatte kamen auch ältere Probleme zur Sprache wie Missbrauch und der Umgang damit, das Verhalten von Bischof Woelki, die Behandlung wiederverheiratet Geschiedener. Man hatte das Gefühl, dass die „Sprache“ der Kirche an der Lebenswirklichkeit vorbeigeht. Nichts aber erregte den Unmut Vieler so wie die jüngste Verlautbarung zu gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Die Empfindungen reichten von „ganz und gar nicht einverstanden, gebeutelt, krass, ratlos“ bis zu „ das Maß ist voll, bringt das Fass zum Überlaufen.“ Dementsprechend waren auch die Reaktionen, geteilt in negativ und positiv.  Da war die Rede von wenig Hoffnung, von Scham katholisch zu sein, vom Konflikt mit der Institution Kirche, auch vom Niederlegen der kirchlichen Lehrerlaubnis und vom Austritt. Eine solche Kirche stößt die Jugend ab. Die Amtskirche kollidiert mit dem Glauben und der Praxis in der Gemeinde. Ist aber eine Trennung von Amtskirche und Gemeinde möglich?

Im Laufe der Sitzung wurde vor allem deutlich, dass sich die Anwesenden in der eigenen Gemeinde geborgen und gehalten fühlen. Dadurch wurde der Konflikt umso größer empfunden. Ermutigend wurde die Reaktion der Bischöfe Kohlgraf und Bätzing gewertet, ebenso der laute Aufschrei Vieler aus ganz Deutschland. Viele stellten die Mitgliedschaft in der Kirche nicht in Frage, zogen aber ganz klar Stellung gegen diese Verlautbarung. Nur innerhalb der Kirche bestünden Chancen, etwas zu verändern. Und auch dies nicht im Hauruckverfahren, sondern Schritt für Schritt.

Im Verlauf der Aussprache ergaben sich erste Ansätze eines weiteren Weges. Nicht nach kirchlicher Praxis alles tot zu schweigen, sondern durch Austausch Wege zu finden, mit den Menschen sprechen, Stellung beziehen, Hilfe anbieten, Werte weitergeben, für uns bedeutsame Themen ansprechen und „Kirche vor Ort“ gestalten, Momente zu kreieren, die im Gedächtnis bleiben wie z.B. Feste. Am Ende der Diskussion wurde angeregt, offen auf die Gemeinde zuzugehen. Wie das geschehen kann, darüber wird in der nächsten regulären Sitzung beraten.