Pfarreien Heidesheim und Wackernheim
Pfarreien Heidesheim und Wackernheim
Pfarreien Heidesheim und Wackernheim
Pfarreien Heidesheim und Wackernheim
Pfarreien Heidesheim und Wackernheim

Ausstattung Schmerzen Mariens in Wackernheim

 

Altar                   Im Chor fällt der Blick auf den barocken, architektonisch aufgebauten Hochaltar, vom Ende des 17.Jahrhunderts, dessen Rundbogennische eine schöne Pietà mit Strahlenkranz aufnimmt. Die Pietà  ist in der bildenden Kunst die Darstellung Marias als Mater Dolorosa (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus. Der Leichnam Jesu liegt in Marias Schoß.

Monstranz        Turmmonstranz, Kupfer vergoldet, vermutlich Trier, um 1450 ehem. Pfarrkirche (Nieder-) Walluf,
Eigentum der Kirche Schmerzen Mariens Wackernheim, verwahrt in der Domschatzkammer zu Mainz.
Kleinere und minderbemittelte Landpfarreien konnten sich häufig die erforderlichen Sakralgefäße statt in Silber nur im ,,unedlen" Metall Kupfer erlauben. Zwingend war jedoch stets eine Vergoldung, zumindest für die Partien, die in Berührung mit der konsekrierten Hostie und dem konsekrierten Wein gelangten. Die hier vorgestellte Monstranz dürfte aus einem solchen Zusammenhang stammen und vom verdienstvollen Schultheiß der Gemeinde Walluf, Johannes Kirn, aus einer unbekannten Kirche erworben worden sein.
Ein Ratsprotokoll aus Walluf berichtet, dass Johannes Kirn 1638 seiner Pfarrkirche eine kupferne Monstranz mit neuer Vergoldung stiftete. Dieser Schenkungsakt findet seinen prägnanten Niederschlag an der Monstranz selbst mit der gravierten Inschrift auf der Vorderseite des Sechspassfußes: „JOHANNES KIRN SCHVLDES ZU WALF ANNO 1638“. Diese Inschrift bezieht sich entweder auf eine Restaurierung oder eine Schenkung. Vermutlich  stammt die Monstranz aus einem der im 30-jährigen Krieg im Rheingau zerstörten Klöster.

Kreuzigung          Ende des 17. Jh. Barocke Holzfiguren, Maria und Johannes und Kruzifix. Der Gekreuzigte ist eine Arbeit von Johann Georg Biterich (Mainzer Bildhauer der Barockzeit, 1724-1789) und ist für ein Vortragekreuz bestimmt, was die eher nüchternen Assistenzfiguren Maria und Johannes daneben erklärt. Die Figuren wurden sehr wahrscheinlich extra  für die 1733 begonnene Kirche geschaffen.

Figuren               Madonna mit Kind und Zepter aus der Mitte des 18.Jh.

                             Heiliger Josef an der Orgelempore 19. Jh.

                             Heiliger Antonius mit dem Christuskind und

                             Heiliger Antonius neben dem Hochaltar, 19. Jh.

Leihgabe Marienbildnis Benediktinerkloster Ockenheim!

Ikonen                Dreifaltigkeitsikone
Als Vorlage für die neue Wackernheimer Ikone, die Monika Cremer malte, diente Andrej Rublews "Dreifaltigkeitsikone" aus dem 15. Jahrhundert, die in der Tretjakow-Galerie in Moskau ausgestellt ist. Anlässlich des Patroziniums unserer Filialgemeinde in Wackernheim weihte Herr Pfarrer Catta zusammen mit Herrn Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann die Ikone.

Das Bild stellt die Dreifaltigkeit nicht direkt dar, denn direkte bildliche Darstellungen von Gott Vater sind in der Orthodoxie unüblich. Es  symbolisiert die Dreifaltigkeit vielmehr anhand einer Szene aus dem Alten Testament: dem Besuch der drei Engelsboten bei Abraham und Sara (Gen 18,1–33 EU) im Hain von Mamre und deutet diesen Besuch als Erscheinung der Trinität. Die drei Engel sitzen um einen Tisch, auf dem ein Kelch steht. Jede der drei Personen hält einen Stab, das Sinnbild der Autorität, alle drei haben danach die gleiche göttliche Autorität.
Der Tisch ist das Symbol für den Altar, der Kelch ist das Symbol für das göttliche Opferlamm der Eucharistie und jede der drei Personen zeigt mit einer Handbewegung ihre Beziehung zu ihm an. Die drei Gestalten sind sich sehr ähnlich, aber nicht gleich; es sind jedoch keine Rang- oder Altersunterschiede zu erkennen.

                             Georg der Drachentöter

Orgel                  Oberlinger Orgel Anfrage Wolfgang Oberlinger Baujahr und Anschaffung sehr wahrscheinlich 60’er Jahre

2009 Erweiterung der Orgel  um einen Subbass mit 16 teilweise gekröpften Pfeifen

Das Instrument hat folgende Disposition:

MANUAL · C-g3 PEDAL · C-d1
Gedackt 8' Subbass 16'
Rohrflöte 4'
Principal 2' Pedalkoppel (als Tritt)
Cymbel 1fach rep. co,c1,c3

 

Glocken                 

Glocke 

             1

                  2

               3

Gießer

Johann Mabilon,
Saarburg

Andreas Hamm Sohn,

Frankenthal

vermutlich Johann

Martin Roth, Mainz

Gussjahr

1882

1926

1772

Legierung

Glockenbronze

Glockenbronze

Glockenbronze

Durchmesser

55 cm

47 cm

42 cm

Gewicht

88 kg

ca. 55 kg

ca.40 kg

 

 

 

 

Schlagton

f’’ +0/16

a’’ -2/16

b’’ +7/16

Unterton

e’ +0

a’ +3

h’ -3

Prime

e’’ -1

a’’ -8

b’’ -8

Oktave

f’’’+0

a’’’ -2

b’’’ +7

 

 

 

 



Glocke Nr. 3 ist eine barocke Septimen-Glocke (bestimmend ist dabei das Verhältnis zwischen Unterton und Schlagton) mit vertiefter Prime (im Verhältnis zum Schlagton), typisch für die Mainzer Gießerei des 18. Jahrhunderts.

Glocke Nr.2 besitzt schon exaktere Teiltöne, kann aber ihre barocke Herkunft der Frankenthaler Gießertradition durch Annäherung an die Septimenrippe nicht verleugnen. Auch hier ist die Prime vertieft. 

Wenn beide zusammen erklingen, ergibt sich akustisch kein Ganzton    a – h, sondern eine Verengung fast zum Halbton a – b. Aber auch das ist musikalisch reizvoll und als historisch gewachsen einzigartig und zu tolerieren.

Die neue Glocke Nr. 1 zeigt ebenfalls eine nachbarocke Tradition auf mit deutlich vertiefter Prime und der Saarburger Tradition mit einem Unterton, der zur None wird. Die Glocke stammt offenkundig aus der heutigen Pfarrei St. Willibrord in Monnerich /Mondercange in Letzenburg /Luxemburg, und wurde bei einem Glockenprojekt der Gießerei im Kloster Maria Laach in Zahlung genommen. Durch eine Stiftung von Paul Zimmer konnte die katholische Gemeinde Wackernheim 2017 diese Glocke erwerben. Der Glockenstuhl wurde von Herrn Herbert Appel gebaut.

Die Inschrift auf der Glocke lautet übersetzt: "Mich hat Johann Mabilon aus Saarburg 1882 gemacht. St. Willibrord O.P.N. Pfarrer Malget".

Im Zusammenklang aller drei Glocken ergibt sich ein interessantes barockes - neobarockes Ensemble mit unterschiedlichen Traditionen aus 3 Glockenepochen, wobei alle Klangkörper einen hohen Denkmalwert besitzen.

Im Bereich der Schlagtöne ergibt sich ein Klang mit Durterz und Quarte, im Bereich der Untertöne eine Quarte und Quinte.

 

Fenster               1894-95 wurden die bunten Fenster, die überwiegend ornamental gestaltet sind, von Wackernheimer Bürgern gestiftet. Lediglich die Chorfenster zeigen eine betende Maria- und eine Christusdarstellung, die jeweils in einem Vierpass eingebettet sind.