Schmuckband Kreuzgang

Die heutige Kirche

Ab 1936

1936 wird die Kirche wegen Platzmangel abgerissen und durch den heutigen Neubau mit ca. 720 Sitzplätzen nach den Plänen der Mainzer Architekten Professor Becker und A. Falkowski unter der Bauleitung von Peter Grimm ersetzt. Während der Bauzeit finden die Gottesdienste in der Turnhalle, dem Schwesternhaus und auf dem Schulhof statt.

Im Januar 1942 werden die sechs Jahre vorher neu angeschafften Glocken, mit Ausnahme der kleinsten, abgeholt und eingeschmolzen. Am Vormittag des 11. Dezember 1944 erfolgt ein schwerer amerikanischer Luftangriff auf Bieber, das Pfarrhaus wird zerstört und die Kirche schwer beschädigt. Kleinere Gottesdienste finden im Pfarrsälchen unter dem Altarraum oder dem Schwesternhaus statt. Große Sonntagsgottesdienste werden früh morgens in der unbeschädigten evangelischen Kirche gefeiert (die Turnhalle steht nicht zur Verfügung, da auch sie schwer getroffen ist).

Der Kirchenchor wird 1945 gegründet und im selben Jahr kann auch nach Kriegsende die Kirche wieder benutzt werden. Das neue und größere Pfarrhaus wird 1947 fertig gestellt.

Die neuen Glocken werden im Dezember 1950 gegossen und im Turm angebracht, sie gleichen in Gewicht und Ton genau dem Geläut von 1936.

Der von einem hohen Tonnengewölbe überspannte Kirchenraum ist 16 m breit und 35 m lang. Der vorgelagerte Chor ist um sechs Stufen erhöht, 10m breit und 11m tief. Auf der Westseite schließt sich ein flaches Seitenschiff an sowie der 38 Meter hohe Turm. Die Kirche wurde nach Plänen der Mainzer Architekten Professor Becker und A. Falkowski unter der Bauleitung von Peter Grimm errichtet.

Ab 1960

Die Kirche wird 1963 neu gestaltet.

Die vier Meter hohe Skulptur in der Rundung des Altarraumes wird von der Künstlerin Gisela Bär entworfen und stellt den himmelfahrenden Christus dar. Die Skulptur ist aus Stuck hergestellt und mit Farbe so überstrichen, dass der Eindruck einer schweren Bronzefigur entsteht.

Die Figur wird 1963 bei der Neugestaltung der Kirche angebracht. 1992 wird die Christus-Figur mit einer hellen Goldfarbe (Louvregold) passend zu den übrigen Farben im Raum gestaltet.

 

Unser Pfarrheim kann 1968 als Gemeindezentrum eingeweiht werden. Am 26. Juni 1976 zieht der katholische Kindergarten vom Schwesternhaus Am Rebstock in den Neubau neben der Kirche ein, nachdem die Schwestern der Göttlichen Vorsehung die Pfarrei im selben Jahr nach 80 jähriger Tätigkeit verlassen haben.


Ab 1990

1991 wird die Kirche renoviert.

Der Künstler D. Wurmdobler greift eine Idee des Diözesankonservators aus Mainz, Dr. Kotzur, auf, das Kirchengewölbe in gemalte Kassetten aufzuteilen. In die Felder der Kassetten setzt er ein abstraktes Muster in warmen, erdhaften, Rottönen mit hellen grafischen Elementen. Die Bewegungsrichtung des Musters wechselt in einem festgelegten Rhythmus, so dass der Eindruck eines lebhaften Spiels von Farbe und Muster entsteht, vergleichbar mit dem wechselvollen Spiel des Lebens.

Die überlebensgroße Christusfigur wird nun farblich in hellem Blattgold (Louvregold) passend zu den übrigen Farben im Raum gestaltet. Um der Plastik etwas von ihrer Schwere zu nehmen, gestaltet D. Wurmdobler ein helles Oval um den Christus, das sich in konzentrischen Kreisen farbiger Wellenbewegungen bis zum Ende der Chorwand fortsetzt. Die von Christus ausgehende Wellenbewegung soll das Element der Erlösung ausdrücken, das er mit seinem Opfer für die Menschheit brachte.

Mit dem Farbton "ceput mortuum" wurde bereits im Mittelalter das Blut Christi auf Tafelbildern und farbigen Plastiken dargestellt.