Schmuckband Rad

Kirchbau 1701/1708

Die Kirchenbücher beginnen mit ersten Einträgen 1649. Sie werden von Pfarrer Dr. Hieronymus Harnisch ab 1695 angelegt und enthalten auch rückwirkende Eintragungen.

1701 wird die alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert abgerissen und eine neue Kirche angelegt. Der alte gotische Turm bleibt erhalten. Schultheiß Johann Nikolaus Wolff erwirbt sich um den Bau große Verdienste, so dass er nach seinem Tod im Chor der Kirche beigesetzt wird. Zuvor war 1695 Pfarrer Johann Baptist Götz als erster in Bieber verstorbener Priester in der alten Kirche beigesetzt worden.

Die neue Kirche, mit 25 Bänken im Kirchenschiff und sechs auf der Empore, wird am 13. Juli 1708 durch den Mainzer Weihbischof Edmund von Jungenfeldt geweiht. Davon zeugt noch heute ein erhaltener Türsturz, welcher 1936 über dem Eingang am Turm der heutigen Kirche eingemauert wurde. Die Inschrift lautet „Anno Domini 1701“.

kirchbau

Seither wird die Bieberer Kerb jährlich am auf Maria Himmelfahrt folgenden Sonntag gefeiert. Aus diesem Jahr 1708 stammt auch die erste Überlieferung der Verehrung des Heiligen Sebastian in Bieber, damals wurde ihm ein Seitenaltar geweiht.

1775 erhält die Kirche ihre erste, wenn auch bereits gebrauchte Orgel.

1803 wird das Kurfürstentum Mainz mit der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst. Neuer Landesherr wird der Großherzog von Hessen-Darmstadt. Kirchlich bleibt die Pfarrei beim Bistum Mainz.

1812 setzt Pfarrer Johann Georg Fröhlich den Neubau eines Pfarrhauses gegen den hartnäckigen Widerstand der Einwohner durch. Der Kirchhof wird 1816 als Begräbnisplatz aufgegeben. An der Dietesheimer Str., am heutigen Feuerwehrplatz, wird ein neuer Friedhof eingerichtet.

1878/79 wird die Kirche unter Dekan Adam Faßbender durch ein neugotisches Langhaus beträchtlich erweitert. Nun stehen rund 370 Sitzplätze zur Verfügung. Die alte Kirche dient als Querhaus. Der mittelalterliche Turm bleibt neu ummantelt erhalten.

1878 wird eine dritte Glocke gegossen. Die beiden älteren Glocken, eine davon noch aus dem 15. Jahrhundert, werden 1864 und 1868 umgegossen, nachdem sie gesprungen waren.

Dekan Faßbender kommt, aus Dank für die unerwartete Finanzierung des Umbaus durch Kredite seinem Gelübde nach, wonach er alljährlich nach Dieburg zur schmerzhaften Muttergottes wallfahren werde. Die Gemeinde übernimmt dieses Gelübde und erfüllt es bis heute.

Die Schwestern der Göttlichen Vorsehung errichten 1892 ihre 47. Niederlassung im Bistum Mainz im Schwesternhaus am Rebstock in Bieber. Die in der Regel sechs Schwestern erteilten Unterricht im Nähen und versehen ambulante Dienste an Kranken. 1896 wird dort der Kindergarten unserer Gemeinde eingerichtet.

Im Turm der alten Kirche hängen drei Glocken. Die beiden kleineren von Ihnen werden im ersten Weltkrieg abgeholt und eingeschmolzen. 1922 werden zwei neue Glocken erworben. Dekan Adam Faßbender wird nach seinem Tod 1921 in der durch ihn erweiterten Kirche beigesetzt. Der Grabstein ist noch heute am Haupteingang der Kirche im Boden erhalten. 

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