Schmuckband Rad

Apokalypse Now!

Holger Allmenroeder (c) St. Marien
Holger Allmenroeder
20.03.2020
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freunde und Freundinnen unserer Gemeinden,
 
als ich zum ersten Fastensonntag vor nunmehr drei Wochen die Ansage machte, dass wir in den Gottesdiensten aus Gründen der Virus-Prophylaxe keine Hände schütteln sollten, die Kelchkommunion für eine Weile aussetzen und auch die Weihwasserbecken leeren, klang das schon alles dramatisch. Dass jetzt in Deutschland, Europa und vielen Ländern der Welt mehr oder weniger das öffentliche Leben zum Erliegen kommt und auch öffentliche Gemeinde-Gottesdienste in vielen Bistümern und Landeskirchen eingestellt wurden, hat etwas Beängstigendes. Es erscheint surreal, "apokalyptisch", und niemand kann so genau eine Voraussage machen, wie lange all das anhalten wird.
Die Massnahmen bis hin zu Ausgangssperren Orten, Regionen, Ländern, zeigen einen Ernst der Lage an, den jenseits der Kriegsgeneration kaum jemand so kennt. Die Menschen der freien Gesellschaften Europas und der Welt bekommen ein Lehrstück der besonderen Art gezeigt. NICHTS ist selbstverständlich: weder die Freiheit, auch kein Wohlstand, noch die Gesundheit.
 
Hohe Feste wie die Kar- & Osterfeiertage, die Erstkommunion, die Firmung, werden  nicht wie geplant stattfinden können. Trauerfeiern sind auf zehn Personen am Grab begrenzt. Ältere oder gesundheitlich angegriffene Menschen sollten derzeit im eigenen Interesse Sozialkontakte meiden. Alle anderen sollten sich zur Verzögerung oder Unterbrechung der Ausbreitungswelle des Covid19/Corona-Virus den Maßnahmen anschliessen und Abstand halten. Das ist sehr ernst zu nehmen! Aber all das ist wohl mittlerweile bekannt, nicht wahr!?
 
Wenn es nun keine Zusammenkünfte mehr geben soll, Publikumszeiten und Sprechstunden streng reguliert sind, wie bleiben wir dann dennoch verbunden? Wie können wir Bedürftigen beistehen? Kann die verordnete Separierung unseren Zusammenhalt sprengen oder wird sie ihn stärken? Wird das unseren christlichen Glauben, unser Gottvertrauen erschüttern?
 
Die Aufgabe für Christinnen und Christen ist es, diese Herausforderung geistlich und praktisch anzunehmen. Im gemeinsamen Gebet sind wir verbunden. Bewusst können wir uns zu bestimmten Zeiten im Gebet verbinden (z.B. 18:00 Uhr jeden Abend). Die Macht der betenden Verbundenheit kann so stark sein. Gott will bei uns sein besonders in den Krisen. Jeden Abend um 20:00 Uhr können wir als Zeichen der Verbundenheit ein Licht ins Fenster stellen. Unsere Kirchen sollen geöffnet sein, selbst wenn wir nicht als Gottesdienstgemeinde versammelt sind. Kirchen wollen geistliche Orte sein, die uns helfen, zu uns und zu Gott zu finden. Und dennoch: wenn es irgendwie geht: BLEIBEN SIE DAHEIM!!!!  - damit es uns nicht zur Apokalypse wird - und richten Sie sich einen geistlichen Ort in Ihren vier Wänden ein! Nehmen Sie die Gottesdienstangebote der Medien wahr. 
 
Mir fällt hier das Wort des Apostels Paulus im Korintherbrief (Kapitel 13) ein: "Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber das Größte ist die Liebe" endet die Passage des Korintherbriefes. Bewahren Sie sich eine Haltung, die sich von diesem Gedanken leiten lässt. 
 
Ich möchte gerne für Sie erreichbar sein. Sie sind willkommen, telefonisch oder per eMail mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich rufe Sie auf Wunsch auch gerne zurück. Sie erreichen mich per
Auch Gabi Laist-Kerber ist für Sie erreichbar unter der Telefonnummer 06182 - 200 809
 
Gott sei an Ihrer Seite und in Ihrem Herzen! 
 
In Verbundenheit, Ihr Holger K. Allmenroeder