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Unsere neue Pfarreileitung stellt sich vor

Pfr. Alexander Vogl

Grußwort unseres leitenden Pfarrers, Geistlicher Rat Alexander Vogl

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gerne stelle ich mich ihnen als Ihr neuer Pfarrer vor. Als Alexander Vogl bin ich am 03.10.1964 in Alzey/Rheinhessen geboren. Nach Studium und Priesterweihe (1995) war ich in Bingen und Langen Kaplan, von 1999 bis 2006 Pfarrer im Gießener Land mit Sitz in Laubach. Seit 2006 wirke ich, betraut mit verschiedenen Aufgaben als Pfarrer, Dekan, Leitender Pfarrer in Dieburg und im Dieburger Land. Mit Beginn des Pastoralen Weges habe ich öffentlich gemacht, dass ich nach der Pfarreigründung einem Stellenwechsel offen gegenüberstehe. Es dauerte nicht lange, dass seitens des Bistums die Anfrage kam, die Pfarrstelle Gießen-Stadt zu übernehmen. Meine Zeit im ehemaligen Dekanat Gießen hat mich sehr geprägt und mit dazu beigetragen die Anfrage relativ schnell positiv zu beantworten.  Ich freue mich auf meine neue Aufgabe als Leitender Pfarrer, der neugegründeten Pfarrei St. Bonifatius Gießen Stadt, zu ihnen zu kommen. Mit mir kommen auch Herr Koordinator Fabian Stein und Herr Verwaltungsleiter Markus Geißner. Mit unseren je eigenen bunten, vielfältigen und unterschiedlichen Lebens- und Glaubensgeschichten treffen wir aufeinander und bewegen uns nun gemeinsam auf unserem Glaubensweg als Kirche von Gießen.

Mein Umzug in die Dienstwohnung in die Liebigstraße 28 ist zurzeit noch nicht möglich, kann aber hoffentlich zeitnah stattfinden. Als Zwischenlösung habe ich eine kleine Wohnung im Haus meiner Haushälterin Frau Marion Schwalb im Gießener Land zur Verfügung.

An meinem Schreibtisch steht mir seit vielen Jahren ein Satz gegenüber:

„Veränderungen sind am Anfang hart, in der Mitte chaotisch und am Ende wunderbar.“ (Robin Sharma) Dieser Satz begleitet mich in Veränderungen des Lebens im Persönlichen und im Allgemeinen. Er macht mir auch Mut auf neue Herausforderungen zuzugehen und mich darauf einzulassen.

 

Träume sind bisweilen etwas Schönes, sie lassen uns Dinge erleben, die wir in der Wirklichkeit so oft nicht erleben.

Wir alle haben unsere ganz eigenen Träume, Vorstellungen und Wünsche. Ich habe die auch. Jedoch frage ich mich von Zeit zu Zeit wovon ich träumen soll:

Soll ich träumen von einer Pfarrei mit einer Kirche an einem Ort, einem Pfarrer, einem Kaplan, der sich um die Jugend kümmert, mit einem Pfarrvikar, der in der Sakramentenspendung und bei den Kasualien mithilft, so dass der Pfarrer Zeit hat, Hausbesuche zu machen, Gespräche zu führen und die vielen Kommunionkinder und Firmbewerber persönlich kennenlernen kann, einer Gemeindereferentin, zuständig für Katechese, Kinder- und Familienarbeit?

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren solche Träume bestimmt auch hier in Gießen noch Wirklichkeit – es gibt Zeitzeugen und es gibt auch Menschen, die sich solche Zeiten gerne wieder herbeiträumten.

Doch Leben bedingt Wandel. Auch eine Kirche, die lebt, unterliegt einem Wandel. Meistens vollzieht sich dieser eher unmerklich.

Doch zurzeit bekommen wir ihn recht kräftig zu spüren; heißt es doch, Abschied zu nehmen von einer bestimmten, vielleicht auch vertrauten und lieb gewonnenen Form von Volkskirche und stärker als bisher selbst Verantwortung zu übernehmen für das Leben in der Pfarrei.

Dies ist ein geschichtsträchtiger und eigentlich sehr spannender Prozess, wenn wir alle ihn mittragen, mitgestalten und auch die positiven Seiten entdecken.

Wir sind gemeinsam Christen. Wir sind gemeinsam gerufen, das Evangelium in unsere Welt zu tragen.

Vom Altbischof von Trier Dr. Spital (+2007) stammt folgendes Zitat:

„Mit einer Erneuerung der Kirche im Sinne einer Rückkehr zu früheren Gebräuchen wird uns der Weg ins 3. Jahrtausend nicht gelingen.“

Ich bin fest überzeugt, dass die Kirche den verloren gegangenen Boden nur durch das menschlich überzeugende Leben ihrer Gläubigen, das Mitteilen gemachter Erfahrungen und eine geschwisterliche Gemeinschaft wiedergewinnen kann.

Aufbruch ist möglich, nur muss jede und jeder von uns auch dazu bereit sein. 

Wenn wir das Beherzigen, dann sind wir auf einem guten Weg, einem Weg, der offen ist für Träume, für Träume, die Wirklichkeit werden können: 

Und so träume ich von einer Pfarrei,

in der niemand eine Maske zu tragen braucht,

weil man nicht Angst haben muss,

dass einer irgendetwas

gegen den anderen ausnutzt.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der keiner

eine Barrikade um sich

errichten muss,

weil da niemand ist,

der ihm wehtun will.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der keiner

seine Schwächen verbergen

und Stärken vortäuschen muss,

weil man sich angenommen fühlt,

so wie man ist.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der man

nicht durch Vorweisen

von bestimmten Leistungen

und Erfüllen von Vorbedingungen

etwas gilt.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der niemand

eitel zu sein braucht

und nach Anerkennung heischend,

weil er sich der Zuneigung

der anderen gewiss ist.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der niemand am Sinn

seines Lebens zweifeln muss,

weil er spürt,

dass die anderen

auch ihn brauchen.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der jeder sich ändern kann,

weil er weiß,

dass seine Äußerungen

in Liebe aufgenommen werden

und es nicht auf schlaue Worte

und gekonnte Rede ankommt.

 

Ich träume von einer Pfarrei,

in der über andere

nicht abfällig gesprochen wird,

nicht Gerüchte verbreitet werden,

weil man weiß,

dass man auch selbst

nicht ohne Fehler ist.

Ich träume von einer Pfarrei,

in der niemand

in eine Schablone gepresst wird,

vielmehr er ganz selbst sein

und werden kann.

Kurz, als Pfarrer und Seelsorger von Gießen:

träume ich von einer Pfarrei,

in der versucht wird,

einfach und schlicht,

das Evangelium

wirklich zu leben.

 

Mit großer Freude komme ich zu ihnen nach Gießen

 

Ihr Alexander Vogl, Leitender Pfarrer

STEIN, F 2026-01

Fabian Stein, unser neuer Koordinator stellt sich vor:

Mein Name ist Fabian Stein und ich übernehme zum September die Funktion des Koordinators in der neuen Pfarrei St. Bonifatius. Ich werde zunächst mit 3,5 Wochenstunden bis Ende des Jahres in Gießen tätig sein, bevor ab 2027 die Erweiterung auf eine ½ Stelle vollzogen wird.

Diese neue Stelle ist für mich eine Mischung aus Bekanntem und Neuem. Bekannt sind mir aus meiner Vergangenheit die Stadt selbst, die katholischen Strukturen und auch viele Menschen, über die ich mich freue, dass sie noch immer in unserer Kirche aktiv sind. Neu ist für mich allerdings ein größerer Teil: Ich maße mir nicht an, die Komplexität der Prozesse der letzten Jahre hier in Gießen und Heuchelheim nur annähernd erfasst zu haben. Und: Ich habe auch wahrgenommen, dass es viele Menschen gibt, die ich bislang nur von der Webseite, aus E-Mails oder Erzählungen kenne. Da bin ich gespannt aufs Kennenlernen und eine konstruktive zukünftige Zusammenarbeit. 

In die Pfarrei St. Bonifatius komme ich mit der Erfahrung als Koordinator in der Phase II des Pastoralen Weges im Pastoralraum Gießen-Süd (Hungen, Langgöns, Lich, Linden, Pohlheim und Teile Fernwalds). Diese vier Jahre haben mich gelehrt, dass jede Koordinationsstelle so verschieden ist, wie der Raum, dem sie zugeordnet ist. Ich habe daher kein Schema ‚im Gepäck‘, wie Kirche hier in Gießen funktionieren soll. Aber ich komme mit der Erfahrung, dass es auf dem Pastoralen Weg viel gemeinsames Suchen – und manchmal auch Ringen – nach tragbaren Lösungen im Großen und im Kleinen braucht. Grundsätzlich möchte ich Teil dieser Lösungsfindungen sein.

Noch ein paar Informationen zu mir. Im Modernen Fünfkampf, den ich seit einiger Zeit als Sport betreibe (Fechten, Schwimmen, Hindernis-Parcours und Laser-Run), bin ich nun in der „Masters“-Altersklasse. Oder konkreter: Jahrgang 1983. Zum Studium kam ich 2003 nach Gießen und bin 2019 nach Lich gezogen. Dort lebe ich zusammen mit meiner Frau und meinen beiden Töchtern Hannah (acht Jahre) und Helena (gerade sieben Jahre alt geworden). Ich habe Geschichte, Kunstgeschichte und Erziehungswissenschaften studiert.

In Hessen war ich zunächst während meines Studiums in der Katholischen Hochschulgemeinde Gießen aktiv. Danach in St. Albertus in Gießen: als Aushilfsküster, Lektor und Kommunionhelfer und später als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Diese Aufgaben habe ich in St. Paulus und St. Andreas Lich ausüben dürfen und war Teil des Pfarrgemeinderats dort. Als Teil des letzten Dekanatsvorstands im Dekanat Gießen habe ich dort als Ehrenamtlicher sehr intensive Erfahrung mit der ersten Phase des Pastoralen Weges gemacht. Zwischen 2020 und 2024 entsendete mich das Dekanat als Delegierten in den Katholikenrat des Bistums.

Wenn ich mir für den Beginn von den Menschen in St. Bonifatius etwas wünschen dürfte, wäre es das: Nehmen Sie uns drei ‚Neue‘ intensiv in ihre Gebete hinein und lassen Sie uns darauf vertrauen, dass der Heilige Geist in uns allen wirken wird.

Markus Geissner

Unser neuer Verwaltungsleiter Markus Geissner

Mein Name ist Markus Geißner und ich bin ab September 2026 als Verwaltungsleiter in der Pfarrei St. Bonifatius tätig. Diese Aufgabe bringt für mich viel Neues, aber auch vertraute Themen mit sich. Vertraut ist mir die Arbeit mit Menschen, Zahlen und Strukturen. Neu ist für mich hingegen das kirchliche Arbeitsumfeld, und ich freue mich sehr darauf, hier vieles kennenzulernen.

Zu meinen Aufgaben zählen die Organisation und Leitung der allgemeinen Verwaltung sowie die finanzwirtschaftliche Steuerung und Kontrolle einschließlich der Bau- und Liegenschaftsverwaltung. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit den kirchengemeindlichen Gremien, vor allem dem Kirchenverwaltungsrat. Besonders reizvoll ist für mich die Möglichkeit, den Zusammenschluss der Einzelkirchengemeinden aktiv begleiten zu dürfen und Veränderungsprozesse konstruktiv mitzugestalten.

Mir ist dabei wichtig, nicht nur Verwalter im engeren Sinne zu sein, sondern ein verlässlicher Ansprechpartner für alle, die sich in den Gemeinden engagieren. Die Stelle in der Pfarrei St. Bonifatius umfasst 75 Prozent; in den verbleibenden 25 Prozent werde ich Projektaufgaben im übrigen Bistum wahrnehmen.

Beruflich habe ich zuvor Erfahrungen in der Privatwirtschaft in internationalen ebenso wie in mittelständischen Unternehmen sammeln können. Dort vor allem im Bereich Leitung, Administration und Finanzen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass funktionierende Verwaltungsstrukturen die Voraussetzung dafür sind, dass die Arbeit vor Ort bestmöglich ablaufen kann. Genau diese Erfahrung möchte ich nun einbringen und gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Gremien dazu beitragen, bestmögliche Lösungswege zu finden.

Geboren wurde ich in Bamberg, wo ich auch Betriebswirtschaftslehre studiert habe. 2006 zog ich mit meiner Frau ins Rhein-Main-Gebiet, zunächst nach Frankfurt, später nach Oberursel. Seit 2011 leben wir mit unseren drei schulpflichtigen Kindern in Wehrheim im Hochtaunuskreis. Wenn ich nicht im Büro oder in Sitzungen bin, zieht es mich am liebsten hinaus in die Natur: beim Reisen mit der Familie, auf dem Fahrrad im Taunus oder im Winter auf die Skipiste. Diese Ausflüge geben mir den nötigen Ausgleich zum Berufsalltag und helfen mir, mit frischer Energie an neue Aufgaben heranzugehen.

Ich freue mich darauf, viele von Ihnen persönlich kennenzulernen und gemeinsam mit allen haupt- und ehrenamtlichen Gremienmitgliedern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pfarrei die kommende Zeit zu gestalten.