Predigt: Fastnachtssonntag 2026

Datum:
Do. 26. Feb. 2026
Von:
Hans-Peter Weindorf

Lesung: 1 Kor 2,6-10 
Evangelium: Mt 5,20-22a.23-24.27-28.33-34a.37 (eigene Kurzfassung nach der Übersetzung von Albert Kammermayer; s. Blatt!)

An diesen närrischen Fastnachtstagen
pflegt man die Wahrheit in Reimen zu sagen.
Drum mach’ ich es auch so und zögere nicht
und bring’ meine Predigt heut’ als Gedicht. -

Nicht jedes Wort, das wir gehört,
lässt unser Herz heut’ unbeschwert.
Nicht jedes Wort ist sehr beschaulich -
im Gegenteil: Oft schwer verdaulich
ist unser Evangelium;
denn: Jesus macht net lang drumrum.

Er redet deutlich und ganz offen,
und das macht uns so sehr betroffen.
Die Schriftgelehrten, Pharisäer,
die denken, sie wär’n Gott noch näher
als all die andren frommen Leute,
stellt Jesus uns vor Augen heute.

An diesen Typen - das ist klar -
lässt Jesus fast kein gutes Haar.
Die meinen nämlich fromm zu sein,
doch trügt der allererste Schein;
denn schaut man hinter die Kulissen,
wird man erschrocken sehen müssen:

Die Frömmigkeit ist nur Fassade.
Gesetz - Gebote werden gerade
von denen, die sie halten sollen,
nach eignem Dünken, eignem Wollen,
gebrochen und auch ignoriert.
Kein Wunder, dass dies Jesus stört.

Wer sich als frommer Gottesmann
vor andren wichtig tut, der kann -
verzeihen Sie, ich nehm’s genau:
gemeint ist auch die ‚Gottesfrau’ -
Die können nicht nach außen prahlen,
die müssen auch im Innern strahlen;
denn vieles, was nur äußerlich,
ist - wenn man hinschaut - ärgerlich.

Das, was man sagt, muss man auch leben,
dann kann sich Harmonie ergeben,
weil - was man sagt - man dann auch tut -
das ist im Sinne Jesu „gut“.

Die Pharisäer sind nicht tot.
Man hat auch heute seine Not
mit Menschen, die nach außen „hui“,
nach innen aber eher „pfui“.
Sie reden gut und handeln schlecht,
was sie auch tun: Es ist nicht echt.

Drum tadelt Jesus solch’ Verhalten.
Das Leben soll man so gestalten,
dass Fuß und Hand und Herz und Mund
zusammenwirken - dann ist’s rund!

Soll unser Leben recht gelingen,
dann müssen wir vor allen Dingen
den Menschen unsre Liebe schenken.
Das gibt uns Jesus zu bedenken.
Und machen wir’s IHM selber gleich,
führt ER uns auch ins Himmelreich. -

Ein andres Wort von IHM wiegt schwer,
trifft unser Herz, den Nerv gar sehr:
Bist mit dem Nächsten Du zerstritten,
dann höre folgsam Jesu Bitten:
„Wenn Du zur Kirche kommst herein,
und dabei fällt Dir plötzlich ein,
dass einer hegt im Herzen Groll,
dann mach das Maß des Zorns nicht voll.
Lass alles liegen, alles stehen,
Du musst zuerst zu dem hingehen,
mit dem Du liegst in bittrem Streit.
Sei zur Versöhnung jetzt bereit.
Reich’ ihm die Hand, begrab’ die Wut,
glaub’ mir: Dann wird es wieder gut!
Versöhnt kannst Du zur Messe kommen
mit all den vielen andren Frommen.“

Wer sich zum Gottesdienst bereitet,
jedoch mit andren Leuten streitet,
muss der Versöhnung machen Platz,
sonst ist sein Dienst hier für die Katz’.

So lautet ja des Herrn Gebot -
es ist ganz wichtig und tut Not
und ist bestimmt nicht übertrieben:
Gott selbst und Deinen Nächsten sollst Du lieben. -

Ein deutlich’ Wort an alle Männer
sagt Jesus noch, der Menschenkenner:

Blond mit schulterlangen Haaren,
nicht sehr alt, noch jung an Jahren,
viel Make-up und reich beringt
flotter Gang und leicht beschwingt,
Lippenstift und Puderdose,
kurzer Rock und kurze Hose,
ausgefallen und exotisch,
mit viel Reiz und sehr erotisch,
hohe Schuhe, schlanke Beine,
- na, Sie wissen, was ich meine!
… und noch vieles mehr drumrum …
Welcher Mann dreht sich nicht um
und riskiert mit Kennerblick
einen Blick schon mal zurück
auf die weibliche Erscheinung?
Und was ist jetzt Ihre Meinung?
Kommt man („Mann“) da in den Geruch -
‚Mann, war das schon Ehebruch?’

Jesus will mit uns nicht scherzen;
denn er sagt: „In unsrem Herzen
fängt das Böse ja schon an -
bei der Frau und bei dem Mann.“

Kein Mensch ist da ausgenommen,
ungeschoren weggekommen,
weil das Herz mit seiner Regung
bringt Gefühle in Bewegung.

Darum gibt uns Jesus Rat:
„Achte nicht nur auf die Tat!

Lauter seien die Gedanken,
dann kommst Du auch nicht ins Schwanken.
Achte auf das, was Du denkst,
ob Du Deine Schritte lenkst
auf den guten, rechten Wegen -
Dir zum Heil und auch zum Segen!“ -

Noch ein Wort gibt Jesus mit
und verbindet eine Bitt’:
„Wenn Du ‚Ja’ sagst, dann sag ‚Ja’;
denn dann ist es jedem klar,
dass zu Deinem Wort Du stehst
und es nicht so leicht verdrehst.
Wer sich dann auf Dich verlässt,
spürt: ‚Der Mensch steht felsenfest!’
Auf sein Wort - da ist Verlass.“
Handelt so und merkt Euch das! -

Dies’ Wort möcht’ ich in diesen Tagen
gern einem Präsidenten sagen,
der sich - da staunt die ganze Welt -
glatt für den Allerbesten hält.
Er spielt oft Golf und redet viel,
er spricht von „Zöllen“ und vom „Deal“,
er spielt mit Macht, droht andern Ländern,
will so die Weltordnung verändern
und hat im Kopp nur eins im Sinn:
‚Wie mach’ ich möglichst viel Gewinn?’

Dem Donald sag’ ich, liebe Leit:
„Ich glaub’, Du bist net ganz gescheit!
Hast Du denn wirklich kein Gewissen?
Dir ham se ins Gehirn gesch…! (… geschossen …)

Es kommt der Tag, er kommt bestimmt,
an dem der HERR zur Brust Dich nimmt;
ER wird zur Rechenschaft Dich ziehen,
IHM kannst Du dann nicht mehr entfliehen.
Kehr’ um“, sag’ ich, „zeig’ Dich als Christ
und nicht als kranker Egoist!“ -

Mit unsrem Reden, unsrem Handeln
können wir die Welt verwandeln
und so im Geiste Jesu leben:
Kein Ärgernis den Menschen geben
und Gottes Namen loben, preisen,
IHM Dank und Ehre stets erweisen -
zu jeder Stund’ - bei Tag und Nacht,
und auch sogar an Fassenacht. -

Drum sag’ ich Euch ALLEN, die zum Gottesdienst kamen,
„Helau - Halleluja - in Ewigkeit. Amen.“