Predigt: Neujahrsgottesdienst 2026

Datum:
Fr. 9. Jan. 2026
Von:
Pfarrer Hans-Peter Weindorf
(Lesung: Num 6,22-27
Evangelium: Lk 2,16-21)

Zum Neujahrstag, Ihr Christenleute,
will ich es wieder wagen,
um Euch in dieser Runde heute
Gereimtes vorzutragen. -

Böller, Kracher, Leuchtraketen
hat man wieder unverdrossen
für mehr als 200 Millionen (Euro)
wahllos in die Luft geschossen.

Hätt’ man doch nur mit den Moneten
manch’ Menschennot und -leid versüßt,
man hätt’ statt Knaller und Raketen
mit gutem Werk das Jahr begrüßt.

Mit Feuerwerk und Ballerei
kann man die Welt schon gar nicht ändern -
auch nicht mit Krieg und Knallerei
im Nahen Osten und in der Ukraine und in vielen andern Ländern. - - -

S’wär’ gut: Man hätt’ das Geld gespendet,
man hätte sinnvoll es verwendet
für diese oder jene Not.
Statt „Böller“ heißt die Lösung „Brot“! -

Schauen wir auf unsre Welt,
in der uns vieles nicht gefällt:
Wir sehen Krieg - nicht weit von hier im Osten,
wir sehen Kinder auf verlor’nem Posten,
die ängstlich jammern, klagen, schrei’n.
Da fragt man sich: „Muss DAS denn sein? -

Hör auf, Putin, und lass das Schießen!
Du kannst noch heute Frieden schließen!
Lass endlich ruh’n Dein Kriegsgerät!
Für Frieden ist es nie zu spät!

Nur dort, wo man die Hand sich reicht,
wo Starrsinn der Versöhnung weicht,
wo Menschen miteinander sprechen,
den Stab nicht über andre brechen,
nur dort kommt man - das ist doch klar -
dem echten Frieden wirklich nah’.“ -

Mit Drohnen, Bomben und Raketen
wird alles Leben nur zertreten.
Weil’s ein Tyrann im Kreml will,
steh’n auch die Panzer nicht mehr still.

Es sind stets Menschen, die nicht hören,
unschuld’ges Leben gar zerstören.
Doch DER, der heut’ mit Menschen spielt,
auf sich und seinen Vorteil schielt,
wer sich so grausam nur gebiert,
wird eines Tages demaskiert.

Für alle ihre Missetaten
werden diese Kandidaten
von Gott sich einmal fragen lassen,
wie man das Kriegführ’n und das Hassen
mit dem Gebot der Liebe hier verbindet,
von dem uns Jesus hat verkündet. -

Was Hass und Fanatismus ‚kosten’,
zeigt beispielhaft der Nahe Osten:
Durchs Heil’ge Land - das ist gewiss -
zieht sich ein tiefer, blut’ger Riss.
Hier herrscht mit Terror die Hamas,
dort sä’n die Siedler blinden Hass.

In Israel regiert ein Mann,
der ALLES nur nicht „Frieden“ kann.
Er sieht stets sich und seine Macht,
hat immer Neues ausgedacht,
wie er das Heil’ge Land - das ist gemein -
von Palästina kann befrei’n.

Man wird nicht klug, man wird nicht schlauer,
man baute schließlich eine Mauer.
Aus Angst teilt man das kleine Land -
das ist uns ja nicht unbekannt.

Nur dort, wo Mauern ganz verschwinden,
kann man den Frieden wirklich finden.
Nur dort kommt man - das ist doch klar -
SHALOM - SALAM - auch wirklich nah’. -

Ein Mensch - das will ich nicht verschweigen -
passt gut in diesen Männer-Reigen:
Er ist ein krankhafter Narzisst -
jetzt wisst Ihr alle, wer es ist.
Er ist von sich sehr überzeugt,
hat manches Kopfschütteln erzeugt
er nennt sich selbst „best president“
und führt ein hartes Regiment.

„Wie lang’“, das will ich Euch noch fragen,
„soll’n wir den Typen noch ertragen?“ -
„Geh’, Donald Trump, und sei verhext!
Geh’ dorthin, wo der Pfeffer wächst!“ -

Ich traue mich, mit Euch zu träumen,
damit wir Gutes nicht versäumen:
Wenn ALLE fest zusammensteh’n,
voll Hoffnung in die Zukunft seh’n,
gemeinsam diese Welt gestalten,
bleibt auch der Friede uns erhalten. -

Sind wir bereit, da mitzubauen,
die Not der Andren anzuschauen?
Sind wir bereit, gerecht zu teilen,
um mitzuhelfen, um zu heilen?

Wenn „ja“, dann ist’s um unsre Welt
in Zukunft gar nicht schlecht bestellt!
Denn: Nächstenlieb’, Gerechtigkeit
sind Tugenden, die man weltweit
in jedem Volk, bei jedermann
zum Wohl der Menschen üben kann. -

Ein Thema will ich noch benennen,
auch wenn es viele von Euch kennen:

Denk’ ich an unsre Schöpfung heut’,
gibt’s wenig, was mich da erfreut.

Es geht ums Klima, wie Ihr ahnt.
Schon lange werden wir ermahnt,
dass wir seit vielen, vielen Jahren
Natur und Schöpfung soll’n bewahren.

Es hilft nicht beten und nicht fluchen,
es hilft auch nicht: „Wir wolln’s versuchen!“
Es hilft kein Weh und auch kein Ach,
das bringt nur Frust und Ungemach.

Wer unsre Schöpfung ehrlich liebt,
weil die Natur uns nicht vergibt,
der achtet schon auf kleinste Wunden,
wenn sie geplündert und geschunden.

Schaut auf Brasiliens Regenwälder!
Man nutzt sie oft als Soja-Felder,
nachdem die Flächen sind verbrannt -
Soja - als Tierfutter-Garant.

An vielen Stellen in der Welt
ist’s um die Schöpfung schlecht bestellt.
Drum hilft nur eins - und das ist wichtig -
das findet unsre Schöpfung richtig:
„Geht sorgsam um mit meinen Gaben!
Dann werdet Ihr mich lange haben.
Hegt und pflegt - schützt die Natur!
Das ist die beste Rezeptur!“ -

Was wird das neue Jahr uns bringen?
Wird mancher Plan uns auch gelingen?
Wird’s mit der Wirtschaft aufwärts geh’n?
Kann von dem Aufschwung ich was sehn’?
Wird uns ein friedlich’ Jahr beschert -
der Friede gar noch mehr gestört?

Was mag ein jeder von uns denken?
Wohin wird uns dies neu’ Jahr lenken?
Was mögen wir im Herzen tragen -
an Hoffnung - Bangen - und an Fragen?

Ja, Fragen gibt es zur Genüge,
und leer sind oft die Lebenskrüge.
Doch denken wir an Gottes Plan,
an das, was ER für uns getan:

Dass Gott als Kind zur Erde kam,
die Menschen liebevoll annahm,
und unsrer Welt den Frieden brachte,
sich so das Miteinander dachte.

Gott hat sich so ins Spiel gebracht.
SEIN Wort bracht’ Licht in unsre Nacht.
ER will uns Menschen liebend locken
und lässt uns nicht im Dunkeln hocken.

Drum dürfen wir mit SEINEM Segen
uns für die Welt, die Menschen regen.

So wünsch’ ich uns den rechten Blick -
den Blick nach vorn’ und nicht zurück,
den Blick: „Wo wird ein Mensch geplagt?
Wo ist mein Einsatz jetzt gefragt?
Wo kann ich andren Hilfe geben
zu einem menschenwürd’gen Leben?“ -

Damit dies alles kann gelingen,
wünsche ich uns vor allen Dingen:
Offene Ohren und wachsame Augen,
die für Gottes Reich in dieser Welt taugen!
Füße, die gehen - wenn’s sein muss: auch eilen,
Hände, die geben, die teilen und heilen,
ein Herz, das empfindsam ist und spürt,
wo die Not eines andren mich berührt.
Ein Gesicht, das leuchtet, das strahlt und lacht
und dem, der es anblickt, Freude macht.
Und zu ALLEM erbitte ich Gottes Segen;
denn bekanntlich ist daran ALLES gelegen.

Gott ist doch mit uns; es leuchtet SEIN Licht.
ER sagt zu uns allen: „Fürchte Dich nicht!
Geh Deine Wege - entschlossen und frei,
und sei gewiss: Ich bin mit dabei!“

Beginnen wir dies neue Jahr
mit SEINEM Segen, dann ist klar,
dass das, was wir tun in SEINEM Namen,
Gnade und Heil bringt - bis in Ewigkeit. AMEN.