Wenn die katholische Kirchengemeinde St. Marien am Sonntag, 14. Juni, ihr 60-jähriges Bestehen feiert, wird nicht nur auf sechs Jahrzehnte Gemeindegeschichte zurückgeblickt. Das Jubiläum fällt zugleich in eine Zeit, in der die katholische Kirche vor Ort vor tiefgreifenden Veränderungen steht.
Mitten in diesem Prozess hat sich Ende vergangenen Jahres der Förderverein St. Marien Seligenstadt e.V. gegründet. Sein Ziel: Menschen zusammenzubringen, die Verantwortung übernehmen und die Zukunft des kirchlichen Lebens in St. Marien aktiv mitgestalten möchten.
„Wir erleben derzeit große Veränderungen in den Strukturen der Kirche. Gleichzeitig spüren wir aber auch, dass viele Menschen ihre Gemeinde nicht einfach nur erhalten, sondern aktiv weiterentwickeln wollen“, erklärt Wolfgang Gillner, geschäftsführender Vorstand des Fördervereins.
Gegründet wurde der Verein am 6. November 2025. Inzwischen ist er als gemeinnütziger Verein anerkannt und im Vereinsregister eingetragen.
Die Verantwortlichen verfolgen dabei ein klares Anliegen: Für die Zukunft von St. Marien werden zusätzliche finanzielle Mittel benötigt. Mitgliedsbeiträge bilden hierfür zwar eine wichtige Grundlage, reichen jedoch allein nicht aus, um größere Projekte zu finanzieren. Deshalb möchte der Förderverein Menschen, Unternehmen und Unterstützer zusammenbringen, Spenden einwerben, Sponsoren gewinnen und Veranstaltungen initiieren, deren Erlöse unmittelbar der Kirchengemeinde zugutekommen.
Bereits heute werden gemeinsam mit Musikerinnen und Musikern, Chören und weiteren Gruppen erste Ideen entwickelt, wie durch kulturelle Veranstaltungen und besondere Aktionen zusätzliche Mittel für konkrete Projekte in St. Marien gewonnen werden können.
Besondere Bedeutung erhält dieses Anliegen vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Pastoralraum Mainbogen. Zum 1. Januar 2028 sollen die heutigen katholischen Pfarreien zu einer neuen gemeinsamen Pfarrei zusammengeführt werden. Für viele Gemeindemitglieder stellt sich dabei die Frage, wie die einzelnen Kirchorte ihre Identität und Lebendigkeit bewahren können. Genau hier sieht der Förderverein seine Aufgabe.
„Auch in einer größeren Pfarrei wird Kirche vor Ort gelebt. Menschen identifizieren sich mit ihrer Gemeinde, ihren Traditionen und ihrem Engagement. Wir möchten dazu beitragen, dass St. Marien auch künftig ein lebendiger und attraktiver Kirchort bleibt“, erläutert Klaus Lagemann, Schriftführer im Förderverein.
Erstmals einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren wird sich der Förderverein beim Jubiläumsfest am 14. Juni. Mit einem eigenen Informationsstand möchten die Verantwortlichen über die Ziele des Vereins informieren und weitere Mitglieder gewinnen.
Nach dem Festgottesdienst um 11 Uhr lädt die Gemeinde außerdem zu einem „Café Kontakt Spezial“ ein. Die Veranstalter hoffen auf viele Begegnungen und Gespräche – nicht nur über die vergangenen 60 Jahre, sondern auch über die Zukunft von St. Marien.
Für den Vorstand des Fördervereins ist genau dieser Blick nach vorne entscheidend. „60 Jahre St. Marien sind ein Grund zum Feiern und zur Dankbarkeit. Gleichzeitig beginnt gerade ein neues Kapitel. Die kommenden Jahre werden Veränderungen bringen. Wir möchten dazu beitragen, dass daraus Chancen entstehen – für St. Marien, für den Pastoralraum Mainbogen und vor allem für die Menschen, die hier Kirche leben.“
Interessierte können sich beim Jubiläumsfest direkt am Informationsstand des Fördervereins informieren oder Kontakt mit dem Vorstand aufnehmen.