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Betriebsseelsorge im Bistum Mainz:Betriebsseelsorge solidarisiert sich mit den Beschäftigten und Betriebsräten im Gesundheitswesen

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Als Betriebsseelsorge blicken wir mit großer Sorge auf die gegenwärtigen Entwicklungen im Gesundheitswesen durch politisch geplante Kürzungen. Wir teilen die massive Kritik am GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz!
Datum:
23. Sept. 2026
Von:
Ingrid Reidt

Abschaffung der vollständigen Tarifrefinanzierung und der bedarfsgerechten Personalausstattung im Krankenhaus:

Wir finden uns damit nicht ab!

Aufruf der Konzernbetriebsratsvorsitzenden von Asklepios, Helios, Rhön und Sana

Mit dem am 10. Juli beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz macht die Bundesregierung vieles von dem wieder zunichte, was wir in den letzten Jahren erreicht haben, um die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv und zukunftsorientiert zu machen. Fachkräftemangel verschwindet nicht, indem man ihn beklagt, sondern indem man die Arbeitsbedingungen verbessert und die Berufe aufwertet. Dafür haben wir gekämpft und nun soll das Rad zurückgedreht werden. Damit finden wir uns nicht ab! Die Bundesregierung streicht wichtige Instrumente, die für mehr Personal und Entlastung auf den Stationen sorgen sollten und für die wir gemeinsam mit unserer Gewerkschaft ver.di im letzten Jahrzehnt gekämpft haben. Die Streichung der gesetzlichen Grundlage für die Pflegepersonalregelung (PPR 2.0) und die Verweigerung von verbindlichen Personalvorgaben für Ärzt*innen und andere Berufsgruppen in den Kliniken verfestigt die Überlastung und gefährdet die Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen.

Eine gute Personalausstattung ist die Grundvoraussetzung für eine gute Versorgung der Patient*innen. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass die Vergabe von Versorgungsaufträgen durch die Bundesländer nicht an die Einhaltung von Personalvorgaben geknüpft wird. Gute Gesundheitspolitik geht anders! Wenn es an der Wertschätzung gegenüber uns Beschäftigten im Krankenhaus, die Tag für Tag ihr Bestes geben, um Patientinnen und Patienten adäquat zu versorgen, mangelt, müssen wir uns Respekt verschaffen. Wir alle kennen die Situation: Die Schicht ist unterbesetzt, kranke Kolleginnen und Kollegen fallen aus und trotzdem müssen die Patient*innen versorgt werden. Darauf haben wir die Antwort gegeben: In den vergangenen Jahren haben wir für Entlastung und mehr Personal gekämpft. Jetzt drohen Rückschritte durch Budgetdeckel und gestrichene Personalvorgaben. Unter dem Deckmantel von Bürokratieabbau passieren Einsparungen auf Kosten unserer Arbeitsbedingungen und Gesundheit. Wenn die Arbeitgeber wieder selbst entscheiden können, wie viel Personal sie einsetzen, ist das Ergebnis absehbar. Das hat schon einmal nicht funktioniert. Der Druck auf uns Beschäftigte wird steigen und die Attraktivität der Gesundheitsberufe sinken. Das lassen wir nicht zu! Die Abschaffung der Refinanzierung von Tarifsteigerungen verschärft den wirtschaftlichen Druck auf die Krankenhäuser und damit den Druck auf die Löhne der Beschäftigten. Verschlechterte Arbeitsbedingungen, Personalabbau, sinkendes Lohnniveau – wie sollen da Fachkräfte gehalten oder neu gewonnen werden? Wie sollen sich junge Menschen für eine Ausbildung in den Gesundheitsberufen interessieren? Wie soll die Ausbildungsqualität gesichert werden? Wir verteidigen das Erreichte und machen uns weiter stark für Verbesserungen, denn längst ist nicht alles gut. Wir rufen alle Beschäftigten in den Krankenhäusern auf: Lasst uns gemeinsam für gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, ausreichend Personal und einen starken Sozialstaat eintreten.

 

Wer beim Sozialstaat kürzt, kürzt bei den Beschäftigten. Weniger Geld für Krankenhäuser bedeutet mehr Belastung für uns, die wir jeden Tag die Versorgung sichern. Nur wenn wir sichtbar werden, können wir politischen Druck aufbauen.

Deshalb: Beteiligt euch am bundesweiten Protesttag zur Verteidigung des Sozialstaats am 26. September.

Alle Informationen findet ihr hier: Sozialstaat in Deutschland – Sicherheit für alle | ver.di Auch wenn das GKV-Kaputtspargesetz verabschiedet ist:

Wir geben keine Ruhe, wir kämpfen weiter für gute Arbeitsbedingungen in unseren Kliniken! Kommt zu den Aktionen vor Ort, sprecht mit Kolleginnen und Kollegen, setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Kürzungen im Sozial- und Gesundheitswesen.

Wir haben Verbesserungen erkämpft. Wir finden uns damit nicht ab, wenn uns diese genommen werden.

 

Klaus Bölling                                                                    Stefan Härtel
Vorsitzender Konzernbetriebsrat                                      Vorsitzender Konzernbetriebsrat

Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA                             Rhönkliniken AG

 

Carsten Georg                                                                 Mirko König
Vorsitzender  Konzernbetriebsrat                                    Vorsitzender Konzernbetriebsrat

Helios Kliniken GmbH                                                     Sana Kliniken AG