Zum Tod von Heinz Koch:Erinnerungen von Heribert Kron

Heinz Koch habe ich in den frühen 1960 er Jahren kennengelernt. Über meinen Bruder hatte ich Kontakt zur CAJ. Die Art der Gruppenarbeit hatte mich, den kleinen Gymnasiasten, sehr beeindruckt.
Seit 1965 begegnete ich als Mitglied der CAJ Heinz Koch des Öfteren. Mich beeindruckte sein Wissen, seine forsche Art sich einzubringen, zu diskutieren.
Anfang der 1970 er Jahre nutzte Heinz Koch die Gelegenheit, ein Familienwochenende mit ehemaligen CAJ-Mitgliedern im alten Kapuzinerkloster in Maria Einsiedel, Gernsheim, durchzuführen. Das alte Kloster stand kurz vor dem Abriss. Es war alles sehr einfach, sehr eng. Heinz legte wenig Wert auf Komfort. Als junge Familien mit dem ersten Kind bewunderten wir den lockeren Umgang von Heinz und seiner Frau Trudel mit den Kindern.
Heinz berichtete über seine Mitarbeit in der Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland. Er war Delegierter des Bistums Mainz in Würzburg.
Es entsprach dem Naturell von Heinz, seinen Standpunkt zur Arbeiterfrage vehement und sachkundig zu vertreten. In seinem großen Selbstbewusstsein gab es keine Scheu vor Akademikern oder Professoren. Der Beschluss „Kirche und Arbeiterschaft“ trägt auch seine Handschrift.
Heinz war auch ein frommer Mann im besten Sinne des Wortes. Wir Mainzer CAJ- und KAB-Mitglieder trafen uns am Tag der Arbeit - am Fest des Heiligen Josef, des Arbeiters - mit Pater Reinald Gottesdienst. Wir wollten als gute Gewerkschafter aber auch an der Mai-Kundgebung teilnehmen. So feierten wir den Heiligen Josef am Vorabend des 1. Mai. Wie üblich nach unserem Treffen beenden wir den Tag dann in einer Kneipe.
Zur Maikundgebung auf den Plätzen der Stadt trafen wir uns dann wieder. Aus diesem Ursprung hat sich Jahre später unter Präses Manfred Gärtner der Empfang des Bischofs für die Arbeitnehmer am Vorabend des 1. Mai entwickelt.
Zum 100. Todestag von Bischof Ketteler 1977 wollte der Sachausschuss Berufs und Arbeitswelt der Diözesanversammlung eine Broschüre über die Reden Kettelers herausgeben.
In seiner unnachahmlichen Art überredete mich Heinz die Schriften Bischof Kettelers zur Arbeiterfrage zu durchforsten und eine Zusammenstellung der wichtigsten Aussagen zu erstellen.
In meiner Tätigkeit beim Ketteler-Cardijn-Werk in Griesheim (die BSS hatte hier ihr Büro) war ich dankbar für seine kollegiale Unterstützung.
Ich habe Heinz Koch als einen Mann erlebt, der überzeugen konnte, als einen, dem man nicht nein sagen konnte. Er war in seinem großen Selbstbewusstsein mitreißend. Sein Eintreten für die Arbeiter in Kirche und Gesellschaft war für mich immer ein Beispiel.
Mainz, den 20. Januar 2026 Heribert Kron