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Dankansprache Weihbischof Joshy

Datum:
15. März 2026
Von:
Pater Joshy Pottackal O.Carm.

Liebe Mitfeiernde,

jetzt stehe ich hier vor Ihnen als frischgebackener Weihbischof in Mainz, wo für mich vor 22 Jahren die Zeit in Deutschland begonnen hat. Als ich im November 2022 aus dem Neckartal nach Mainz zurückgekehrt bin und die Stelle im Priesterreferat angenommen habe, konnte ich nicht ahnen, dass es für mich einmal so kommen würde. 

Viele haben mich gefragt, warum zwischen meiner Ernennung am 26. November und der Weihe heute eine so lange Zeit lag. Es gab einige gute Gründe: erst kam die Advents- und Weihnachtszeit und dann auch noch die fünfte Jahreszeit! Doch als der 15. März vorgeschlagen wurde, habe ich sofort zugestimmt, weil es der Laetare-Sonntag ist. Was kann es gerade in dieser Zeit Schöneres geben als den Zuruf „freut euch!“?

Wir stehen mitten in der Fastenzeit und es gibt viele bedrückende Situationen in der Welt und der Kirche. Gerade jetzt ist die Sehnsucht nach Frieden und auch Freude groß. In allen Bedrängnissen sehen wir der Erlösungstat Jesu entgegen. Er wird auferstehen und schenkt uns Hoffnung.

Meine Insignien, mein Bischofsstab, Kreuz und Ring, die wurden mir geschenkt. Ein herzliches Dankeschön dafür! Sie sind bewusst aus Holz gefertigt, weil Holz ein kraftvolles Zeichen für Leben und Wachstum ist. Der Delfin in meinem Stab ist in der urchristlichen Tradition ein Hoffnungszeichen. Ein Zeichen für den auferstandenen Jesus als Seelenretter. Ein Retter, der Schiffsbrüchige an Land bringt.

Nun stehe ich hier, so wie ich halt bin, mit meinen Grenzen, Schwächen und Stärken. Wir Menschen sind nicht perfekt. Doch Gott sucht immer wieder Menschen, die für menschliche Augen nicht perfekt erscheinen. Der Geist ist es, der sie befähigt.

So ging es auch Samuel, in der Lesung, der letztendlich durch Gottes Hartnäckigkeit David gefunden hat. Keiner hatte ausgerechnet David auf dem Schirm, noch nicht mal er selbst! Um herauszufinden, wen Gott meint, musste Samuel immer wieder Gott hören. Denn Gott hatte einen Plan!

Sein Plan hat auch mein Leben durchkreuzt. Dankbar bin ich, dass ich heute hier stehen darf, und ich vertraue darauf, dass Gott mich führt und sein Geist mich leitet. Das unterstreicht auch mein Wahlspruch: „durch Vertrauen geführt“.

In der 2. Lesung haben wir gehört: „Jesus wird dein Licht sein“. Es ist Jesus selbst, der mich einlädt, mich auf diesen Weg einzulassen, und meine Grenzen zu überspringen. Es ist meine starke Hoffnung, sein Licht wird auf meinem Weg leuchten und mich führen.

Liebe Schwestern und Brüder,

ich bin sicher, diese Zusage gilt für uns alle. Christus wird unser Licht sein und seine Liebe wird uns leiten. Lassen wir uns in seinem Licht immer wieder neu entdecken und finden, dass Kirche Vielfalt ist. Einander hören, kommunizieren, in Bewegung bleiben, sich trauen, auch mal unbequem sein! Dabei aber stets respektvoll und ehrlich! Wenn wir in aller Vielfalt, die wir haben, Glaube leben und uns führen lassen von Gottes Geist, können wir entdecken, dass wir gemeinsam stark sind.

Ja, jetzt ist es Zeit Danke zu sagen: Danken will ich Papst Leo, für die Ernennung und ebenso dem Apostolischen Nuntius, der heute von Msgr. Dr. Przemyslaw August Lewinski vertreten wird.

Lieber Herr Bischof Kohlgraf, ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, das Sie in mich setzen und für die Spendung der Weihe. Es klingt jetzt vielleicht ein bisschen egoistisch, aber ich bin wirklich erleichtert, dass Sie nicht Vorsitzender der Bischofskonferenz geworden sind, obwohl auch Sie, ohne Frage, eine gute Wahl gewesen wären.

An dieser Stelle einen Gruß an meinen vor zwei Wochen geweihten Bischofskollegen Dr. Martin Marahrens aus Hildesheim. Ich wünsche Dir viel Kraft, Segen und gute Nerven.

Mein Dank gilt auch den zwei Mitkonzekratoren, Erzbischof Stefan Burger aus Freiburg und meinem Mitbruder Wilmar Santin, Prälat von Itaituba, Brasilien.

Dankbar bin ich auch Andreas Werner, dem Abt der Benediktiner Abtei Gerleve. Während der Exerzitien hat er mich einfühlsam begleitet und mir Wertvolles mit auf den Weg gegeben.

Auch allen hier Anwesenden ein herzliches Dankeschön! Angefangen bei meiner Familie, Joyson und Joby mit Tincy, Jaison, Biju mit Shany und Babu, meiner Ordensfamilie, meinen Mitbrüdern der indischen und deutschen Provinz und allen Freunden und Wegbegleitern.

Dankbar bin ich meinem Ordensgeneral Desiderio, Vizegeneral Hariawan, den Generalräten und Provinzialen der indischen und deutschen Provinz.

Es freut mich sehr, dass ihr so zahlreich gekommen seid.

Ich danke den Bischöfen und Weihbischöfen von nah und fern, dem Generalvikar, der Bevollmächtigten, dem Domkapitel, den Dezernentinnen und Dezernenten, allen Priestern, Diakonen und Pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Ordensleuten, den Mitarbeitenden des Personaldezernates, vor allem der Abteilung 1, Vertreterinnen und Vertretern der Ökumene, des öffentlichen Lebens, der Kultur und Politik und der Presse, dass sie heute da sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich nicht jeden namentlich erwähnen kann und sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich jemanden vergessen haben sollte.

Doch nicht vergessen möchte ich jene, die bei der Planung, Organisation, Durchführung und Gestaltung des heutigen Tages auf vielfältige Weise mitgeholfen und mitgewirkt haben und noch wirken. Ganz besonders danke ich meinem Team und den Klostergemeinschaften in Mainz und Hirschhorn, die in dieser Zeit wirklich großartiges geleistet haben. Danke für Eure Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.

Die Freude und Ermutigung, die ich seit meiner Ernennung von allen Seiten erfahren durfte, und die vielen Gebete haben mich in den letzten Wochen und Tagen getragen und gestärkt.

Kurz und bündig, ich danke allen, die gekommen sind, um den heutigen Tag mit mir zu feiern.

Darüber hinaus bin ich Gott dankbar, für alle Erfahrungen, die ich in meinem Leben bisher sammeln durfte und die mir ein reicher Schatz geworden sind. Denn Studium und Bildung findet nicht nur an Hochschulen und Universitäten statt. Weiterbildung, Lehrgänge, Kurse sind wichtig, ohne Frage. Doch dankbar bin ich für die Erfahrungen, die ich als Seelsorger, Priesterreferent und Formationspräfekt machen durfte. Für die vielfältigen Einblicke in das Leben von Menschen in unzähligen Begegnungen und Gesprächen, die Sichtweisen und Ansichten, die Horizonte erweitern und Blicke öffnen.

Wie damals vor 20 Jahren kann ich auch heute mit voller Überzeugung sagen: ich fühle mich im Bistum Mainz sehr wohl und Mainz ist eine Stadt zum Wohlfühlen. Wie viele hier bereits wissen, ist mir auch das Neckartal, besonders Hirschhorn und Neckarsteinach, sehr ans Herz gewachsen. Es sind natürlich nicht nur die Städte und Orte, es sind die Menschen und die Herzlichkeit, die sie mir entgegenbringen. Für all das ein großes Dankeschön.

Und jetzt freue ich mich auf die Begegnungen und die Zeit, die vor uns liegt.

Zur Website von Weihbischof Pottackal O.Carm.