Novembergedanken

IMG_6418 (c) Andrea Keber
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Datum:
Sa 29. Aug 2020
Von:
Pfr. Hubert Hilsbos

An manchen Tagen ist die Erinnerung ganz lebendig - und wir sind wunderbar nah.
An anderen Tagen wiederum erscheint das Gewesene blass - und wir sind uns seltsam fremd.

Es fällt mir schwer loszulassen; immer wieder fallen mir ein: Augenblicke, die berührend waren, Momente, die unvergessen bleiben, Gedanken, die verbindend sind, Zeiten, die auch schwierig waren. Was war, wird auch so bleiben.

Trotzdem habe ich die Kraft, das alles immer neu zu deuten,
Und ich habe die Möglichkeit, dankbar für das Gute zu sein, auf das ich besonders schauen will.

Meine Blicke gehen nach vorne, was mir nicht immer leicht fällt.
Ja, nach einer dunkler Nacht kommt ganz gewiss ein neuer Tag.

So suche ich Trost und Zuversicht - im Glauben und in der Liebe.

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,

als welkten in den Himmeln ferne Gärten;

sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde

aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.

Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen

unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer Maria Rilke