Corona in Brasilien

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Datum:
Do. 22. Apr. 2021
Von:
Andrea Keber

Die Menschen in Rondonopolis brauchen unsere Unterstützung!

Bereits im vergangenen Jahr haben uns bedrückende Berichte über die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Projektländern des Camarakreises Brasilien, Indien und im Kongo erreicht. Dank vieler Spenden konnten wir bereits unkompliziert und schnell helfen.

Leider hat sich die Situation in Brasilien weiter zugespitzt. Paulo Otavio, der in unserer Pfarrgemeinde ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert hat, nun bei der Caritas in Rondonopolis arbeitet und unser Ansprechpartner vor Ort ist, hat uns die Lage in einem bewegenden Schreiben geschildert:

Brasilien erlebt immer noch ein enormes Chaos mit der Coronapandemie: In der „Weltrangliste der Infizierten und Todesfällen“ liegt Brasilien an dritter Stelle. Das gelb-grüne Land, das wegen seiner Reichtümer und Naturwunder beliebt ist, ist heute eine rot-schwarze Nation. Die unzähligen Todesfälle durch COVID-19 haben unsere Nation rot mit ihrem Blut befleckt. Die Realität ist: Viele müssen sich entscheiden, ob sie das Risiko eingehen, sich auf der Suche nach Unterstützung für die Familie anzustecken oder zu Hause zu bleiben und zu hungern. Über 350.000 Menschen sind bereits durch diese Krankheit und ihre Komplikationen gestorben. Das Leid der Familien ist unfassbar groß. Die Gleichgültigkeit der Regierung erhöht unseren Schmerz und kleidet uns in Schwarz zu einem langen und, wie es scheint, unendlichen Begräbnisritual.

Die Schicht der Armen hungert. Und es fehlt an staatlichen Anreizen, den hygienischen und medizinischen Sicherheitsvorkehrungen zu folgen. Die Arbeitslosigkeit steigt seit Beginn der Pandemie deutlich an. Die reiche Klasse zeigt ihre Macht. Die Menschen der Mittelschicht müssen formell und informell weiterarbeiten. Die politischen Streitereien zwischen Präsidenten und seinen Gesundheitsministern, die er mehrmals austauschte, machen Brasilien zu einem Spielfeld für Experimente verschiedener Medikamente, die für die Patienten negativ wirken und von den Medizinern als gefährlich abgelehnt werden. Trotzdem pries der Präsident sie an. Er machte die Impfung lächerlich: „Sie sind ohne Wirkung. China will die Welt nur ausbeuten“. Inzwischen entwickelten sich in Brasilien, im Amazonasgebiet und Minas Gerais, neue Varianten des Virus. Sie wirken schneller, stärker und ansteckender.

Die neue Realität ist, dass es keine speziellen Risikogruppen mehr gibt, wie Senioren. Jetzt sterben auch Kinder und Jugendliche an dem Virus. Wir alle sind gefährdet. In Rondonópolis starben vor Ostern unser Bischof Dom Juventino Kestering (74) und danach ein Priester Willian Patrick (63), Missionar aus den USA. Die Gesundheitskrise hat die politische Krise verstärkt und eine Wirtschaftskrise entfacht. Hunger und Elend sind jetzt wie vor 30/40 Jahren. Arbeitslosigkeit, hohe Inflation und eine Abwertung der Währung stürzen viele Familie in die Armut. Die COVID-19 Kranken müssen eine immer längere Zeit auf den Intensivstationen verbringen und sich anschließend oft noch einer Therapie unterziehen. In dieser Zeit leben die Familien ohne Nahrung, Milch, Windel für die Kinder und auch ohne notwendige Medikamente. In dieser verzweifelten Lage ist die Impfung ein Hoffnungsschimmer. Wir hoffen auf den Tag, an dem wir unser zuhause verlassen können, um ohne Krankheitsgefahr wieder für den Lebensunterhalt unserer Familie sorgen zu können.

Wir bitten Gott, der in unserer Mitte wohnt, dass er uns führt zu Tagen des Friedens, der Gerechtigkeit, der Solidarität, Geschwisterlichkeit und uns befreie von jeglichem Völkermordregime.

Paulo Otavio; unser Ansprechpartner von Caritas Rondonopolis

Damit wir auch jetzt die Menschen dort unterstützen können, benötigen wir Ihre Hilfe. Wir freuen uns über Spenden auf unser Konto:

Camarakreis Nieder-Olm e.V.

DE57 5519 0000 0413 7450 19 (Mainzer Volksbank)

Verwendungszweck: Corona-Hilfe

Herzlichen Dank und Vergelt‘s Gott!