Pilgern auf den Spuren der Heiligen Hildegard

Pilgerweg
Pilgerweg
Fr 29. Nov 2019
Regina Adams

Unsere Pilgerreise auf den Spuren der Heiligen Hildegard von Bingen Anfang Oktober war für uns alle ein tolles Erlebnis! In vier Tagesetappen waren fünfzehn Frauen - die Einladung galt auch Männern, warum keine dabei waren, wissen wir nicht recht… - im Alter von 20! bis 80! Jahren unterwegs von Idar-Oberstein bis zum Disibodenberg. Von der Jugendherberge in Idar-Oberstein aus erreichten wir den Ein- und Ausstieg der jeweiligen Tages-Etappen mit der Bahn. Die freundliche Begrüßung der Herbergsmutter Andrea mit einer Sektrunde war ein überraschend fröhlicher Beginn eines tollen Aufenthalts.
Die erste Etappe unserer Pilgertour ab Idar-Oberstein war zugleich die längste und vom Höhenprofil die schwierigste von allen! Knappe 20 Kilometer und rund 700 Höhenmeter jeweils bergauf und wieder bergab waren zu überwinden. In den herrlichen Wäldern des Hunsrücks war kaum ein Zeichen der Zivilisation; nur die Wegweiser auf unserem Pilgerweg führten uns bei gutem Wetter bis zum mittelalterlichen Dorf Herrstein.
Der zweite Tag (16 km, leichtes Höhenprofil) war noch schöner als der erste und führte ab Herrstein durch Wald und Feld bis Kirn. Unterwegs in Nieder-Hosenbach, dem vermutlichen Geburtsort der Hl. Hildegard (so genau ist das immer noch nicht geklärt…) schloss eine freundliche Mitchristin der evangelischen Kirchengemeinde die Kirche zur Besichtigung für uns auf und gab uns ein kleines Orgelkonzert mit Wunschliedern zum Mitsingen. Aufgrund des Regenwetters konnten wir sogar das nahegelegene Gemeindeheim für ein Picknick im Trockenen nutzen. Das ist gelebte Ökumene!
Die dritte Tagesetappe (18 km, mittelschwer) verlief in stetem Auf und Ab von Kirn über den Skywalk, einen hochgelegenen Aussichtspunkt über der Nahe und die Stiftskirche St. Johannis, von den Wäldern des Hunsrücks in die Weinanbaugebiete der mittleren Nahe bis nach Monzingen. An diesem Tag blieben wir trocken….
Die knapp 14 Kilometer der vierten Etappe führten uns bei strömendem Regen von Monzingen bis zum Disibodenberg. Die extra für unsere Gruppe geplante Führung durch die Ruine des Klosters (hier verbrachte die Hl. Hildegard die längste Zeit ihres Lebens!) wurde aufgrund des anhaltenden Regens verkürzt, weitere Informationen über Leben und Wirken der Hl. Hildegard erhielten wir dann bei Kaffee und Kuchen im anliegenden Museum. Ein wirklich sehenswerter Ort mit einer tollen Führung! Die Ruine umgibt eine fast mystische Stimmung, die durch das trübe Wetter noch verstärkt wurde.
Unsere Pilgertage vergingen bei guten Gesprächen und stillen, nachdenklichen Zeiten wie im Flug! Die Hildegardtafeln am Wegrand greifen die vielseitigen Interessen und Begabungen der Hl. Hildegard auf und brachten uns diese besondere Frau näher. Tägliche Impulse luden zum Nachdenken ein, ergänzt von einem Gebet und einem Lied.
Wer nun glaubt, wir wären nach diesen Tagesetappen müde und erschöpft ins Bett gefallen, der irrt. Wir verbrachten die Abende bei Hildegard- und Rheinhessenwein in fröhlicher Stimmung mit Gesprächen über Gott und die Welt! Trotz des Wetters war diese Pilgerreise einfach klasse: aufgrund der gastfreundlichen Unterkunft, den tollen abwechslungsreichen Wegen durch Gottes herrliche Schöpfung und last but not least vor allem der tollen Gemeinschaft in der Gruppe!