Taizé – ein kleines Dorf auf einer Anhöhe in Frankreich, im Burgund, übt schon seit vielen Jahrzehnten eine Faszination auf Jugendliche und Erwachsene aus.
In Taizé leben etwa 90 bis 100 Männer in einer ökumenischen Gemeinschaft (Communauté) ihren christlichen Glauben, sie sind gastfreundlich und offen für Besucher. Besonders bekannt ist Taizé für seine Gesänge, für seine Musik, für die dort entstandenen und komponierten kurzen Lieder, die morgens, mittags und abends in gemeinsamen Gebetszeiten gesungen und gebetet werden. Einige Lieder stehen auch in unserem Gotteslob, z.B. „Meine Hoffnung und meine Freude...“
In diesem Jahr, über das lange Wochenende von Christi Himmelfahrt, haben 13 Jugendliche aus unserem Firmvorbereitungskurs drei Tage Taizé miterlebt, zusammen mit mehr als 3000 Jugendlichen aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Schweden, aus der Schweiz und anderen Ländern der Welt.
Der Tagesablauf in Taizé ist, außer sonntags, immer gleich. Der Morgen beginnt mit einem Morgengebet – ähnlich einer Wort-Gottes-Feier mit Kommunionempfang. Nach dem Gebet folgt das Frühstück und danach finden sich alle in großen Zelten zusammen, um einer Bibelauslegung zuzuhören. Diese Treffen sind altersgemäß eingeteilt.
Danach geht es in kleinere Gesprächsgruppen, die dann bei den jüngeren Teilnehmern von einem Erwachsenen betreut werden, ältere Jugendliche und Erwachsene diskutieren und reden in ihren Gruppen alleine.
Zur Mittagszeit folgt wieder eine Gebetszeit, anschließend ein einfaches Mittagessen.
Nach einer Pause finden sich die Gesprächsgruppen wieder zusammen und reden weiter oder machen gemeinsame Spiele oder andere Unternehmungen.
Gegen 19 Uhr folgt das Abendessen und danach nochmals ein Abendgebet. Unseren Jugendlichen gefielen gerade die Abendgottesdienste am besten. Man kommt zur Ruhe, man hat die Möglichkeit über sich, sein Leben und seinen Glauben nachzudenken. Die Abendgottesdienste sind auch je nach Wochentag unterschiedlich gestaltet.
Am Mittwoch – Vorabend von Christi Himmelfahrt – wurde eine Ikone von Christus mit drei seiner Jünger auf einem Berg in die Mitte gestellt. Freitags ist immer eine besondere Kreuzverehrung und samstags findet eine besondere Lichtfeier mit Kerzen statt.
In diesem Jahr, mit mehr als 3500 Besuchern, war die Kirche von Taizé bis zum letzten Platz gefüllt und die Gesänge klangen entsprechend kräftig.
Nach dem Abendgebet treffen sich die Jugendlichen nochmals zu Jugendtreffen, ähnlich wie in einem Zeltlager, allerdings aus Sicherheitsgründen ohne Lagerfeuer.
Ungeschriebene Vorschrift ist darüber hinaus, dass jeder Besucher/ jede Besucherin auch einen sozialen Dienst an der gesamten Taizé-Gemeinschaft leistet. Für unsere Jugendlichen war es in diesem Jahr die Unterstützung beim abendlichen Abwasch.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten 3000 Suppenlöffel oder 3000 Suppenschalen spülen! Das wird dann an vier großen Spülbecken immer von 3-4 Jugendlichen gemeistert, dazu spielt oft laute Musik und die Stimmung ist richtig gut.
Die Rückmeldungen der Jugendlichen waren uneingeschränkt positiv, es hat allen gefallen und gutgetan.
Barbara Schwarz