Ministerrat im Dialog mit Bischöfen in Rheinland-Pfalz:Es kommt auf diejenigen an, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Dazu Ministerpräsident Gordon Schnieder: „Gerade wenn extremistische Kräfte die Gesellschaft auseinander treiben, kommt es auf diejenigen an, die den Zusammenhalt stärken. Ich bin dankbar, dass sich die Bistümer in Rheinland-Pfalz mit ihrer klaren Haltung zur gleichen Würde aller Menschen so entschieden für unsere freiheitliche Demokratie einsetzen. Die Kirchen schaffen Orte, an denen sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Positionen begegnen können. Christinnen und Christen engagieren sich vielfach ehrenamtlich und tragen damit wesentlich zu einem guten Miteinander bei. Die Bistümer sind wichtige Partnerinnen des Landes auch in Notfall- oder Krisensituationen. Gerade in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche, wie wir sie gerade erleben, leistet die katholische Kirche einen unverzichtbaren Beitrag für eine gute Zukunft von Rheinland-Pfalz.“
Die für die Kirchen zuständige Sozialministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sagte: „Die Stimme der katholischen Bischöfe ist eine wichtige für die rheinland-pfälzische Landesregierung. Wo Kirche in unserem Land ist, da kommen Menschen zusammen, da findet Austausch statt, da wächst Gemeinschaft. Auch deswegen ist der Dialog mit den katholischen Bischöfen über die Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, die Vitalisierung unserer demokratischen Gemeinschaft und die Herausforderungen auch für besonders schutzbedürftige Gruppen in unserem Bundesland so wertvoll. Dieser Austausch fußt auf einem tiefen Vertrauen, das über die vergangenen Jahrzehnte gewachsen ist und das wir beidseitig pflegen. Die Kirche ist und bleibt für die Menschen eine stabile Konstante und ein wichtiger Orientierungspunkt in diesen stürmischen und bewegten Zeiten.“
Die Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag verankert, dass sie die Kirchen insbesondere als Trägerinnen von Einrichtungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pflege sowie für Bedürftige unterstützt, damit sie diese Aufgaben auch künftig gut wahrnehmen können.
Der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf bekräftigte dazu, dass die Kirche „gerne einen Beitrag für die gemeinsame Sorge um Land und Gesellschaft leistet“. Der neuen Landesregierung dankte er für die Wertschätzung des gesellschaftlichen Wirkens von Kirchen und Religionsgemeinschaften und die gute Zusammenarbeit. „Wir übernehmen gerne Verantwortung im Bereich der Bildung, weil wir das als Dienst für die Gemeinschaft betrachten“, sagte der Speyrer Diözesanadministrator Markus Magin. „Allerdings können unsere zurückgehenden Kirchensteuereinnahmen und die bisherige Refinanzierung schon seit längerer Zeit nicht mit den Kostensteigerungen mithalten“, erläuterte Magin.
Der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing betonte, „dass wir gerne mit unserem Kita-Angebot in der Fläche vertreten bleiben wollen: Wir möchten in diesem Bereich ein verlässlicher Partner bleiben, kommen aber auch hier an die Grenzen unserer finanziellen Leistungsfähigkeit.“ Bischof Dr. Stephan Ackermann aus Trier begrüßte die Gesprächsangebote der Landesregierung zur konstruktiven Umnutzung von Kirchengebäuden: „Wenn Kirchen etwa für eine gesellschaftliche Nutzung umgestaltet werden, bietet das eine Chance, dass Menschen ihre Wirksamkeit im Gestalten des Nahraums erfahren können.“
Die Vertreterinnen und Vertreter von Landesregierung und Kirche bekräftigten den Willen, im engen Austausch zu bleiben und zu guten Lösungen zu kommen. Von kirchlicher Seite nahmen außerdem Generalvikar Tim Sturm (Trier), Generalvikar Dr. Sebastian Lang (Mainz), die Bevollmächtigte des Generalvikars, Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth (Mainz), der stellvertretende Generalvikar Dr. Markus Wasserfuhr (Köln) sowie der Leiter des Katholischen Büros Mainz, Ordinariatsdirektor Dieter Skala, teil.