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Die Thomas Morus Kirche in Gießen

'Baum des Lebens' - Fenster über dem Altarbereich

Die Thomas Morus Kirche ist eine Hallenkirche, die an der Grünberger Straße am Gelände der Bergkaserne errichtet wurde und bildet mit dem (ehemaligen Pfarrei-)Kindergarten und dem Pfarrhaus ein Ensemble. Der rote, flache Backsteinbau auf kreuzförmigem Grundriss, dessen Ostarm etwas verlängert ist, entstand nach Plänen des Architekten Hans Weber aus Amöneburg. Unterhalb der Traufe bildet ein umlaufendes weißes Band den oberen Mauerabschluss. Der Raum zwischen den Kreuzarmen wird durch niedrige Annexanbauten gefüllt, die als Gemeinderäume dienen.

Der wuchtige Bau wird durch parabelförmige Bleiglasfenster belichtet. An den Enden der Kreuzarme versorgen vier große Glasbetonfenster in Form von nach oben geöffneten Parabeln den Innenraum mit Licht. Sie werden durch vier horizontale Bänder gegliedert. Jupp Jost aus Hattersheim entwarf die bunten Bleiglasfenster mit abstrahierenden Motiven, die von den Farben Rot und Blau beherrscht werden. Sie wurden von der Firma Ignaz Donath & Sohn aus Gelsenkirchen-Buer ausgeführt. Das Fenster über dem Altarbereich im Westen zeigt den Lebensbaum, dessen Verästelungen verschiedene biblische Baummotive vereinen, wie den Paradiesbaum und das Kreuz Christi. Das Nordfenster bringt in Form und Farbe die Bewegung der göttlichen Gnade von oben nach unten und in umgekehrter Richtung das Gebet zum Ausdruck. Das Ostfenster ist Maria gewidmet und zeigt die „geheimnisvolle Rose“ (Rosa mystica) der Lauretanischen Litanei. Im Südfenster, in dem sich eine goldene Krone farblich abhebt, wird das Leben und Martyrium von Thomas Morus thematisiert.

59. Kirchweih - St. Thomas Morus in Gießen

Innenraum

Mit Dankbarkeit und Freude begeht die Gemeinde St. Thomas Morus in diesem Jahr den 59. Kirchweihtag ihrer Kirche. Die Wei-he eines Gotteshauses ist weit mehr als die Erinnerung an ein historisches Datum. Sie verweist auf die lebendige Geschichte einer Gemeinde, die über Generationen hinweg ihren Glauben gefeiert, Hofnung geteilt und Gemeinschaft erfahren hat.

Als die Kirche St. Thomas Morus vor 59 Jahren geweiht wurde, entstand für viele Katholikinnen und Katholiken im Gießener Norden ein geistliches Zuhause. Seitdem haben unzählige Menschen hier die Sakramente empfangen, Trost und Orientierung gefunden sowie die großen und kleinen Momente ihres Lebens vor Gott getragen. Die Kirche wurde so zu einem Ort der Begegnung – mit Gott und miteinander.

Der Namenspatron der Kirche, der heilige Thomas Morus, steht bis heute für Glaubenstreue, Gewissensfreiheit und die Bereit-schaft, auch in schwierigen Zeiten zu seinen Überzeugungen zu stehen. Sein Zeugnis erinnert daran, dass Kirche nicht nur aus Steinen gebaut ist, sondern vor allem aus den Menschen besteht, die ihren Glauben leben und weitergeben.

Der Kirchweihtag lädt dazu ein, auf die Geschichte der Ge-meinde zurückzublicken und zugleich den Blick nach vorn zu richten. Dankbar erinnern wir uns an alle, die das Leben von St. Thomas Morus geprägt haben: Seelsorger, haupt- und ehrenamtlich Engagierte sowie die vielen Ge-meindemitglieder, die mit ihrem Einsatz und ihrer Verbundenheit das Gesicht der Gemeinde gestaltet haben.

Bereits am 22. Juni durfte die Gemeinde ihr Patrozinium, das Fest ihres Kirchenpatrons, des heiligen Thomas Morus, feiern. Das Patrozinium erinnert in besonderer Weise an das Vorbild und Zeugnis des He

iligen und unterstreicht die geistliche Verbundenheit der Gemein-de mit ihrem Patron.

Zur Feier des 59. Kirchweihtages laden wir herzlich ein am 15. Juli zur Eucharistischen Anbetung um 17:30 Uhr. Im Anschluss feiern wir um 18:30 Uhr einen festlichen Gottesdienst, in dem wir Gott für die vergangenen Jahrzehnte danken und um seinen Segen für die Zukunft unserer Gemeinde bitten.

Möge dieser Kirchweihtag uns daran erinnern, dass Christus selbst das Fundament seiner Kirche ist und uns auch weiterhin auf unserem gemeinsamen Weg begleitet. Wir freuen uns auf die gemeinsame Feier und auf Ihr Kommen.

Olaf Schneider Pfarrvikar