Die Schönheit von Mainz:Priester im Vorbereitungsjahr

Ich heiße Eudes Hermann Senakpon Louis Gangbesso, bin 29 Jahre alt und komme aus Benin in Westafrika, genauer gesagt aus Abomey, einer Stadt im Süden des Landes. Ich bin gemeinsam mit vier Geschwistern, d.h. mit drei Schwestern und einem Bruder, aufgewachsen. Mein Vater ist pensionierter Englischlehrer und meine Mutter arbeitet als Händlerin.
Nach meiner Schulzeit und meinem Studium wurde ich am 13. Juli 2024 von Bischof Eugène Cyrille Houndekon in meinem Heimatbistum zum Priester geweiht. Anschließend war ich als Bischofssekretär tätig. Gleichzeitig half ich an den Wochenenden in einer Pfarrgemeinde aus, die etwa 45 Kilometer vom Bischofshaus entfernt liegt.
Am 20. Juli 2026 bin ich als Priester der globalen Kirche ins Bistum Mainz gekommen und befinde mich zurzeit im Vorbereitungsjahr.
Im Bistum Mainz möchte ich Menschen kennenlernen und von den Erfahrungen hören, die die Gläubigen hier mit Jesus Christus gemacht haben, und zugleich meine eigenen Glaubenserfahrungen mit ihnen teilen. Gemeinsam können wir Zeugnis davon geben, dass diese Welt auch heute noch Christus braucht. Möge der Heilige Geist, die Seele aller Mission und Sendung, uns auf diesem Weg führen und begleiten. Amen.
Die Schönheit von Mainz
Mainz - dieser Name war selbst für einen ausländischen Priester wie mich vor meiner Ankunft nicht unbekannt. Was er jedoch genau darstellt, erschließt sich mir erst seit zwei Monaten allmählich.
Ich habe jeden Tag den Atem dieser Stadt wahrgenommen - vormittags, mittags und nachts. An unterschiedlichen Tagen habe ich diesen Duft eingeatmet und er war immer gleich. Er lautet: Schönheit.
Mainz kann auf vieles stolz sein: auf seine Geschäfte, seine Gebäude, seine Denkmäler, seine Architektur, seine lange Geschichte, seinen Dom, seine Uni-Klinik, sein Verkehrswesen, seinen schönen großen Stadtpark, seine Fußballmannschaft, seinen Wein, seine berühmte Fastnacht, seine Universität und wahrscheinlich vieles mehr. Davon zeugt der Gutenberg-Express, der regelmäßig durch die Straßen voller Touristen fährt. Im Vergleich mit meiner Heimat ist all das neu für mich, aber dies alles steht nicht für die wahre Schönheit von Mainz.
Wenn ich durch die Stadt laufe, entdecke ich Menschen, die gehen und kommen, sich treffen und Erfahrungen austauschen. Ich entdecke Mainzerinnen und Mainzer, die abends und besonders am Wochenende dem Rhein ihre Müdigkeit bei Wein und Brot anvertrauen. Ich entdecke eine Stadtgemeinschaft, die alle Menschen empfängt und allen eine Möglichkeit gibt, sich aktiv für die Gesellschaft zu engagieren - unabhängig von Religion, Farbe der Haut und Herkunft. Ich entdecke eine Stadt, wo man chinesisch, italienisch, indisch, vietnamesisch, angolanisch essen kann - eine Stadt, in der ich mich in Sicherheit fühle. Wenn ich durch diese Stadt eine Runde drehe, entdecke ich eine lebendige und gastfreundliche Stadtgemeinschaft. Dafür steht die Schönheit von Mainz.
Kaplan Eudes Gangbesso, Vorbereitungsjahr in St. Elisabeth, Mainz-Gonsenheim