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Pfarrer Thomas Weiß Pfarrer Thomas Weiß

Antworten von Pfarrer Thomas Weiß, Klein-Krotzenburg: „Globaler geistlicher Impuls, der die ganze Weltkirche verbindet“

Datum:
29. Dez. 2025
Von:
Thomas Weiß interviewt von Alexander Matschak

„Das Durchschreiten der heiligen Pforte war für mich ein starkes Bild: Gottes Herz steht offen für alle." sagt Pfarrer Thomas Weiß im Interview zu seinem Erleben des Heiligen Jahres. Er ist nach Rom gepilgert und war zufällig zur Zeit des Todes von Papst Franziskus dort.

Das Heilige Jahr stand unter der Überschrift „Pilger der Hoffnung“ - Wohin sind Sie persönlich aufgebrochen in diesem Jahr?

Für mich führte der Weg in diesem Heiligen Jahr nach Rom – in der Woche nach Ostern. Diese Pilgerreise war für mich weit mehr als ein Besuch der Ewigen Stadt. Ich habe dort sehr intensiv gespürt, dass das „Heilige Jahr der Hoffnung“ nicht nur ein Motto ist, sondern ein globaler geistlicher Impuls, der die ganze Weltkirche verbindet.

Was ich nicht ahnen konnte: Dass ausgerechnet in dieser Zeit Papst Franziskus sterben würde. Ich hatte die Gelegenheit mich direkt am Sarg von Papst Franziskus zu verabschieden. Dieser Moment hat mich tief berührt. Er hat mir noch einmal sehr eindringlich gezeigt, dass unsere christliche Hoffnung nicht am Grab endet, sondern weit über den Tod hinausragt und mich wieder neu hineinnehmen zu lassen in das Vertrauen, dass Gott uns führt – durch unser Leben und darüber hinaus.

Woran erinnern Sie sich ganz besonders und was hat Ihnen Hoffnung gemacht?

Besonders bewegt hat mich das Einreihen in die lange, stille Schlange der Menschen an der Heiligen Pforte. Da standen Menschen aus allen Ländern, allen Sprachen, allen Lebensgeschichten – und doch waren wir ein gemeinsames, pilgerndes „Gottesvolk“.

Das Durchschreiten der heiligen Pforte war für mich ein starkes Bild: Gottes Herz steht offen für alle.

Das hat mir große Hoffnung darauf gegeben, dass Gott niemanden ausschließt, dass seine Barmherzigkeit für alle da ist. Und dass wir als Kirche nur dann glaubwürdig sind, wenn wir dieses offene Herz Gottes erkennbar und erfahrbar machen.

Was nehmen Sie mit aus diesem Heiligen Jahr?

Ich nehme mit, dass ich hoffnungsvoll in die Zukunft gehen kann – nicht nur aus eigener Kraft, sondern auch weil Christus mitgeht, in hellen Tagen und gerade auch dann, wenn es dunkel wird. Und dass ich den Weg nicht alleine gehen brauche.

Diese Gewissheit trägt mich. Sie schenkt mir Mut für neue Wege und Gelassenheit im Blick auf das, was kommt.