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Antworten von Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz: „Hoffnung bleibt unser Auftrag“

Datum:
29. Dez. 2025
Von:
Bischof Peter Kohlgraf interviewt von Manuel Krumbiegel

„Vielleicht ist es heute eine unserer wichtigsten Aufgaben, diese Grundhaltungen zu leben, Hoffnung zu geben und Menschen zu ermutigen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und sie anzugehen." sagt Bischof Peter Kohlgraf im Interview zu seinem Erleben des Heiligen Jahres. Als Bischof durfte er die Delegation des Bistums zum Treffen der synodalen Teams in Rom anführen.

Das Heilige Jahr stand unter der Überschrift „Pilger der Hoffnung“ - Wohin sind Sie persönlich aufgebrochen in diesem Jahr?

In diesem Heiligen Jahr war ich nicht nur auf äußeren Wegen unterwegs – bei Wallfahrten, Besuchen in Gemeinden und vielfältigen Begegnungen –, sondern auch innerlich auf dem Weg. Als Bischof durfte ich die Delegation unseres Bistums zum Treffen der synodalen Teams in Rom anführen und in diesem Rahmen auch die Heilige Pforte durchschreiten. Für mich war diese Reise auch ein gemeinschaftlicher Aufbruch. Es war ein intensives Ringen um das Miteinander in der Kirche sowie ein offener und wertschätzender Dialog über geteilte Verantwortung. So freue ich mich auch darüber, dass wir bei der letzten Sitzung des Synodalen Ausschusses in Fulda den Grundstein für ein neues nationales Gremium der katholischen Kirche in Deutschland legen konnten.

Woran erinnern Sie sich ganz besonders und was hat Ihnen Hoffnung gemacht?

Es gibt viele Momente, die mich in diesem Jahr tief bewegt und mir Hoffnung geschenkt haben.

Beispielsweise werde ich unsere Bistumswallfahrt im August 2024 auf den Jakobsberg in besonderer Erinnerung behalten. Pilgern bedeutete dort nicht zwangsläufig eine weite Reise, sondern wurde zu einem Ausdruck dafür, wie Gemeinschaft, Freude und Hoffnung in unserem Bistum, im Alltäglichen und im Lokalen verwurzelt sind. Die Initiative zu dieser Wallfahrt, die vielen Begegnungen und die gemeinsame Zeit auf dem Jakobsberg haben mir viel Kraft gegeben.

Nicht zuletzt freue ich mich sehr darüber, dass wir mit Pater Joshy noch vor dem Abschluss dieses Heiligen Jahres einen neuen Weihbischof für das Bistum Mainz erhalten haben. Für mich persönlich ist seine Ernennung durch Papst Leo XIV. ein starkes und wichtiges Hoffnungszeichen für die katholische Kirche Deutschlands und in unsere Zeit hinein.

Was nehmen Sie mit aus diesem Heiligen Jahr?

Ich nehme mit: Hoffnung bleibt unser Auftrag – nicht als abstrakte Idee, sondern als gelebte Haltung. Diese Haltung darf nicht auf ein einziges Jahr beschränkt bleiben, denn wir bleiben auch über dieses Jahr hinaus eingeladen, Hoffnungsträgerinnen und Hoffnungsträger zu sein. Schon im Neuen Testament zeigt sich Hoffnung in vielen Grundhaltungen: in Geduld, Lebensfreude, Demut, Großzügigkeit, dem Bemühen um Frieden und schließlich auch im täglichen Gebet, in dem wir unser Leben Gott anvertrauen. Vielleicht ist es heute eine unserer wichtigsten Aufgaben, diese Grundhaltungen zu leben, Hoffnung zu geben und Menschen zu ermutigen, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und sie anzugehen.