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Zwei Pilgerinnen in Rom im Heiligen Jahr 2025 Zwei Pilgerinnen in Rom im Heiligen Jahr 2025

Antworten von Claudia Sticher, Bischöfliche Beauftragte für den Jüdisch-Christlichen Dialog im Bistum Mainz: „Ich bin nicht allein“

Datum:
29. Dez. 2025
Von:
Claudia Sticher interviewt von Anette Schermuly

„Ich bin nicht allein – vielleicht ist das der Satz, an den ich mich besonders dankbar erinnere." sagt Claudia Sticher im Interview zu ihrem Erleben des Heiligen Jahres. Sie ist mit einer Freundin in Rom gewesen.

Das Heilige Jahr stand unter der Überschrift „Pilger der Hoffnung“ - Wohin sind Sie persönlich aufgebrochen in diesem Jahr?

Im November bin ich mit einer lieben Freundin nach Rom gefahren, um dort ganz klassisch das Heilige Jahr zu begehen. Wir wollten einen anderen Akzent setzen als sonst bei einer Romreise, deshalb haben wir die Sieben-Kirchen-Fußwallfahrt unternommen – allerdings verteilt auf zwei Tage mit je etwa 15 km Fußweg, damit wir die Hauptkirchen auch ein wenig auf uns wirken lassen können und nicht zu sehr hetzen müssen. 

Woran erinnern Sie sich ganz besonders und was hat Ihnen Hoffnung gemacht?

Sowohl unser Pilgerweg durch die Heilige Pforte des Petersdoms, bei dem um uns herum vor allem spanischsprachige Menschen waren, als auch die Mittwochsaudienz mit Papst Leo, wo in vielen Sprachen aus allen Kontinenten Pilger begrüßt wurden, hat uns die weltweite Gemeinschaft der Kirche wirklich hautnah erleben lassen. „Ich bin nicht allein“ – vielleicht ist das der Satz, an den ich mich besonders dankbar erinnere.

Was nehmen Sie mit aus diesem Heiligen Jahr?

Schönes kommt unverhofft. Monatelang haben wir uns auf die Reise gefreut und sie auch gründlich geplant. Das war gut und das würde ich wieder so machen. Von besonderen Momenten wurden wir dann aber überrascht: Am Abreisemorgen hatten wir eigentlich nur noch kurz Zeit für einen Spaziergang zum Campo Santo Teutonico, dort stehen die Türen zur Kirche offen, die Heilige Messe auf Deutsch hat gerade angefangen, wir finden noch zwei Plätze ganz am Rand und dürfen erleben, wie die Regensburger Domspatzen dort ihre Konzertreise beginnen und im Schatten des Petersdoms „Locus iste“ singen. Aus tiefstem Herzen konnten wir dem Lied zustimmen: Hier ist ein heiliger Ort, von Gott gemacht.