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Karmelfest Worms

Karmelfest bei den Karmelitinnen in Worms am 16. Juli
Am Hochfest Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel feiern die Karmeliten das Hauptfest ihres Ordens. Weihbischof Pottackal hat dieses Fest am 16. Juli mit den Karmelitinnen in Worms begangen, die zudem an diesem Tag das 15-jährige Bestehen des Wormser Konvents feierten.
Datum:
22. Juli 2026
Von:
Weihbischof Pottackal | Redaktion

Weihbischof Pottackal dankte ihnen für ihren treuen Dienst am Nächsten im Seniorenheim Burkardhaus des Wormser Caritasverbandes. Hier seine Predigt zum Nachlesen:

Gerade erleben wir einen sehr heißen Sommer und wir sind froh, dass es seit gestern eine kleine Abkühlung gibt. Vor wenigen Wochen berichteten Landwirte noch von der großen Trockenheit. Seit Wochen warteten sie auf Regen. Einer der Bauern sagte im Fernsehen: „Jeden Morgen schaue ich zum Himmel. Eine einzige Wolke kann alles verändern.“

Liebe Schwestern und Brüder, dieses Bild passt wunderbar zur heutigen Lesung. Der Prophet Elija betet auf dem Berg Karmel. Das Land leidet seit Jahren unter einer schweren Dürre. Immer wieder schickt er seinen Diener aus, den Himmel zu beobachten. Sechsmal kommt der Diener zurück und sagt: „Nichts.“

Erst beim siebten Mal entdeckt er etwas ganz Kleines: „Eine Wolke, kaum so groß wie die Hand eines Menschen, steigt aus dem Meer auf.“ Nur eine kleine Wolke – und doch erkennt Elija sofort: Gott handelt. Kurz darauf ziehen dunkle Wolken auf, und der ersehnte Regen fällt. Neues Leben beginnt.

Liebe Schwestern und Brüder, für den Karmel, für uns, ist diese kleine Wolke mehr als ein Naturereignis. Schon die ersten Eremiten auf dem Berg Karmel sahen in ihr ein Bild Mariens. Denn auch Maria, eine junge Frau aus Nazaret, war äußerlich unscheinbar. Niemand hätte erwartet, dass gerade durch sie Gott die Welt retten würde. Wie die kleine Wolke den Regen ankündigt, so bringt Maria Christus zur Welt. Sie selbst ist nicht der Regen. Aber sie bringt den, der das lebendige Wasser schenkt und die Dürre der menschlichen Herzen beendet.

Liebe Schwestern und Brüder, auch wir kennen Zeiten der Dürre: Sorgen um die Familie, Krankheit, Einsamkeit, Zukunftsängste oder die Unsicherheit angesichts der Krisen unserer Welt. In Zeiten persönlicher Dürre, wenn wir uns inmitten von Sorgen, Angst, Krankheit, Unsicherheit und Friedlosigkeit nach dem lebendigen Wasser sehnen, geht es uns vielleicht wie dem Diener des Elija, der zum Himmel schaut und nichts sieht. Gerade in solchen Situationen können wir von Maria lernen, die in ihrem kleinen Kind die Verheißung Gottes erkannte und daran glaubte. Ihr Vorbild und das des Propheten Elija laden uns ein, auf die kleinen Zeichen Gottes zu achten. Denn Gott beginnt oft ganz klein: mit einer Begegnung, mit einem stillen Gebet, mit einem Wort, das Hoffnung schenkt, mit einer kleinen Wolke. Und wer sich Maria zum Vorbild nimmt, wird immer tiefer zu Christus finden. Papst Franziskus hat Maria immer wieder als die Mutter beschrieben, die den Glauben und die Hoffnung bewahrt, auch wenn alles verloren scheint.

Liebe Schwestern und Brüder, gerade das brauchen wir heute:  Hoffnung, die aus der Gewissheit wächst, dass Gott da ist – auch im Sturm, auch in den Trümmern, auch in den stillen Stunden unseres Lebens. Das heutige Fest lädt uns ein, auf die kleinen Zeichen Gottes zu achten. Maria hat Gott vertraut, auch wenn sie seinen Weg nicht immer verstand. So ist sie für uns Vorbild des Glaubens und der Hoffnung. Bitten wir heute Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel, dass sie uns beisteht, damit auch wir in unserem Leben die kleine Wolke entdecken, mit der Gott neues Leben beginnen lässt.