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Erster Ökumenischer Tag der Innovationen in Worms:Innovation jenseits von Sonntagsgottesdienst und Gemeindesaal

Tag der Innovation Worms 30 Mai 2026
Datum:
2. Juni 2026

„Innovation gehört zum Wesen der Kirche, die sich als Lerngemeinschaft versteht“, mit diesen Worten begrüßte die evangelische Pröpstin für Rheinhessen und das Nassauer Land, Pfarrerin Henriette Crüwell, die Teilnehmenden des ersten ökumenischen Innovationstages am 30. Mai in Worms. Auf dem Programm des von dem Bistum Mainz sowie der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau (EKHN) organisierten Tages standen der Besuch von sechs Innovationsorten in Worms. Zu ihnen gehörte u. a. das Wormser Unternehmen RENOLIT, die Volksbank Alzey-Worms und das Digital Hub Worms, der Knotenpunkt im Gründungs- und Innovationswerkes Worms. Die BesucherInnen lernten die neue City App der Stadt Worms kennen oder genossen den Gemeinschaftsgarten in Pfifflingheim. Sogar die Hochschulseelsorge konnte neue Konzepte vorstellen.

Beim Ökumenischen Tag der Innovationen ging es aber nicht nur darum, Neues kennenzulernen. Besonders wichtig war den OrganisatorInnen die Vernetzung – andere Menschen und Gruppen kennenzulernen, die ebenfalls an innovativen Projekten arbeiten. Zehn kirchliche Projekte hatten sich angemeldet und luden im Anschluss an den Besuch der Stadtprojekte zum Gallery Walk im Haus am Dom ein. Hier reichte das Spektrum von Co-Working-Space bis zu Demenztagen. Auch der Wormser Caritas-Gemeinschaftsgarten war dabei. Auf 3.500 Quadratmetern bietet der Garten 44 Gruppen Raum zur Entfaltung. Hier gibt es nicht nur Bienenstöcke und Pflanzgruppen, sondern auch Lagerfeuergottesdienste und Outdoor-Camps.

Die Katholiken in Viernheim müssen für drei von vier ihrer Kirchen eine neue Nutzung finden und binden die Bevölkerung aktiv ein. Gemeinsam mit der Stadt Viernheim haben sie zu einem mehrstufigen Beteiligungsprozess eingeladen, in den die allgemeine Öffentlichkeit eingebunden ist.  Am 22. Juni 2026 wollen sie das Resümee veröffentlichen. Lena Brugger ist Pfarrerin für Innovation im Evangelischen Dekanat Mainz. Sie ist sich sicher, dass Glaube, Spiritualität und Gemeinschaft heute noch relevant sind und neu entdeckt werden können – „jenseits von Sonntagsgottesdienst und Gemeindesaal“.

„Glänzende Möglichkeiten“ sieht auch die evangelische Pröpstin Henriette Crüwell in den Innovationen, die sich jetzt bei den Kirchen auftun. Allerdings sei Innovation in der Kirche nicht dasselbe wie in der Wirtschaft, ergänzt Stephanie Rieth, die Bevollmächtigte des Generalvikars im Bistum Mainz. Denn die Kirche habe kein neues Produkt, dass sie als Innovation ausgeben kann. Aber die Weise, wie wir die gute Nachricht von Gott leben, erzählen und mit Menschen teilen, brauche immer wieder neue Formen, neue Worte und neue Zugänge. „Denn eine Kirche, die nicht lernfähig ist, läuft Gefahr, unverständlich zu werden.“

Der ökumenische Innovationstag brachte selbst neue Ideen hervor, die zu Innovationen werden können. Dazu gehört die Idee einer Kulturkirche oder die Möglichkeit, wertvolle Veranstaltungen mehrfach an verschiedenen Orten anzubieten

Die EKHN hat einen Innovationsfond von 3,2 Millionen Euro aufgelegt und fördert vielversprechende Projektideen mit bis zu 50.000 Euro. Erfolgreiche Projekte zeigt die Website www.ekhn-spielraeume.de.

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