Abschied von Gemeindereferentin Iris Borutta

Brief von Iris Borutta an die Gemeinden St. Josef und St. Jakobus

Gemeindereferentin Iris Borutta (c) Pfarrgruppe Langen / Egelsbach-Erzhausen
Gemeindereferentin Iris Borutta
Datum:
Mo. 17. Mai 2021
Von:
Gemeindereferentin Iris Borutta / cd
Liebe Schwestern und Brüder!
Sie merken, so beginnen die Briefe des Apostels
Paulus an seine Gemeinden.
Und wie Paulus, schreibe ich Ihnen heute
auch einen Brief.

Wie Sie bereits vermutlich wissen, werde ich
am 01.07.2021 die passive Altersteilzeit antreten.

Damit scheide ich aus dem aktiven Dienst als Gemeindereferentin aus.

Da ich schon seit einiger Zeit krank bin und wir uns nicht gesehen haben oder sehen werden, ist es mir ein Herzensanliegen, mich von Euch und Ihnen mit ein paar Zeilen zu verabschieden.

Nach einem dreijährigen Studium und einem Jahr Assistenzzeit in Urberach, wurde ich am 21. Juni 1986 von Bischof Karl Kardinal Lehmann im Hohen Dom zu Mainz mit dem Auftrag gesendet: “Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium vom Reich Gottes!“

Wie Paulus, habe ich diesen Auftrag als meine persönliche Berufung verstanden und mich bemüht, wie er, das Evangelium zu verkünden und mitzuwirken am Aufbau von Gemeinden.

Meiner Sendung folgend habe ich so immer mit großer Freude und Elan zu wirken und zu leben versucht, und mir wurde im Laufe der Zeit spürbar deutlicher, dass mich der Heilige Geist darin begleitet hat. Und genau das habe ich in meinem Dienst in Urberach, in Offenbach, in den Schulen in Langen und zuletzt in der Gemeinde Egelsbach und Erzhausen erfahren und es hat mich getragen.

Ich habe in meinem Berufsleben gläubige und engagierte Christen und Christinnen erlebt, auch suchende und kritische Christen,

zweifelnde und hoffende Menschen. Und diese Vielfalt von Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen hat meiner Arbeit als Seelsorgerin Erfüllung gegeben.

Ich bin dankbar für viele Ehrenamtliche und Hauptamtliche, deren Engagement mich begeistert und angesteckt hat. Es war für mich immer eine Bereicherung und große Freude, mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Glauben an Jesus
Christus teilen zu dürfen.

Das habe ich in den Gottesdiensten, bei den gemeinsamen Veranstaltungen und Unternehmungen und auch bei den vielen Treffen und Gesprächen bei Ihnen zu Hause erfahren.

Diese Erfahrungen haben mich jeden Tag neu motiviert und bestätigt, mich für diesen Weg der Verkündigung Jesu Christi entschieden zu haben.

Und durch dieses Miteinander wurde ich auch persönlich immer tiefer im Glauben gefestigt. So habe ich immer wieder für mich spürbar die Erfahrung gemacht: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin in ich, Christus, mitten unter ihnen!“ (Mt. 18,20)

An dieser Stelle möchte ich mich auch bedanken bei den liebenswürdigen und herzlichen evangelischen Schwestern und Brüdern in Egelsbach und Erzhausen, für die vertrauensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit in der Ökumene.

Mit einem vollen und warmen Herzen schaue ich nun dankbar zurück, denn ich durfte in den vielen Gesprächen und Aktionen auch ein hohes Maß an Zuneigung, Nähe und Vertrauen bis hin zu persönlichen Freundschaften erfahren.

Ich möchte hier keine Highlights aus den langen Jahren meiner Tätigkeit benennen.

Die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, wissen, dass es sehr, sehr viele gegeben hat. J

Natürlich gab es in dieser Zeit auch persönliche und berufliche Rück(en)schläge, und häufig sind mir Träume, Wünsche und Visionen wie Seifenblasen zerplatzt.

Dazu gehört auch, bedauerlicherweise, meine derzeitige Erkrankung.  

Und trotzdem sage ich ehrlich und aus vollem Herzen, trotz Verwundungen und Narben:

Es war eine erfüllte und wunderbare Zeit mit Ihnen und Euch allen. Gemeinsam als Christen und Christinnen waren und sind wir weiterhin auf dem Weg, diese Welt, die große und die kleine, durch unsere Liebe zu Jesus Christus und den Menschen ein wenig heller zu manchen.

Und ein Letztes noch.

Ein Vers aus Deuteronomium 31,8, hat mich seit Beginn meines Berufslebens begleitet und ist für mich heute so tröstlich wie für die Menschen vor über 3000 Jahren:

„Der Herr selbst zieht vor dir her.

ER ist mit dir!

ER lässt dich nicht fallen und verlässt dich nicht.

Du sollst dich nicht fürchten und keine Angst haben!“

Diesen Satz, aus dem Alten Testament, möchte ich Ihnen sozusagen vermachen mit dem Wunsch, dass Sie diese Liebeszusage Gottes spüren und darin Bestärkung in Ihrem Glauben, Hoffen und Lieben erfahren.

Und in dieser gemeinsamen Glaubenserfahrung fühle ich mich mit Ihnen und Euch verbunden, auch wenn ich nicht mehr aktiv in der Pastoral tätig bin.

Am Sonntag, den 20. Juni 2021 um 15:00 Uhr soll es eine Wortgottesfeier und Gelegenheit zur Verabschiedung geben.

Liebe Schwestern und Brüder,

in diesem Sinne, seid gesegnet und behütet.
In Gedanken umarme ich Euch und Sie.

Auf Wiedersehen
und Schalom

Ich war gerne und von Herzen
Eure und Ihre Gemeindereferentin

Iris Borutta

 

Die Verabschiedung feiern wir
Sonntag, den 20. Juni 2021 um 15.00 Uhr
in
Maria Königin in Erzhausen

 

Abschiedsbrief von Gemeindereferentin Iris Borutta zum Ausdrucken