„Durchkreuzter Plan – das Kreuz als Warnung“

Impulse zur Besinnung

Berg - Kreuz - Sonne (c) St. Jakobus Langen
Berg - Kreuz - Sonne
Fr 20. Mär 2020
Barbara Mey / cd
„Durchkreuzter Plan – das Kreuz als Warnung“

Ich bin unzufrieden mit mir und der Welt,
andere Menschen finde ich schwierig,
ich fühle mich unzureichend,
ich genüge nicht, schaffe mein Pensum nicht,
mein Tages-, Wochen- und Monatsziel.

Die anderen sind mir auch keine Hilfe,
              weil ich schon gar nicht mehr richtig hinhöre, hinsehe, wahrnehme …

Und dann, eines Tages werde ich ausgebremst.
Da ist dieser wichtige Termin bei wichtigen Menschen.
Ich sitze im Auto und fahre etwas schneller als erlaubt,
so, wie mein Leben im Moment etwas schneller als erlaubt verläuft,
schneller, als es mir oder den anderen gut tut.

Und plötzlich werde ich ausgebremst,
eine Bahnlinie kreuzt meinen Weg, mit roter Ampel und Andreas-Kreuz.
In letzter Sekunde bringe ich mein Auto zum Stehen, da kommt schon der Zug.

Ich starre nach vorne und sehe das Andreas-Kreuz.
Ein Kreuz.
Ein Kreuz hat meinen hektischen Weg gestoppt.
Mein Plan, schnell zum Ziel zu kommen, wurde durchkreuzt.

Das Kreuz hat mich gewarnt, es hat mich gerettet.
In Zukunft soll es mir eine Warnung sein,
             Jesus in der Hektik des Alltags nicht untergehen zu lassen.

Mir Zeit zu nehmen für das Leben,
mir Zeit zu nehmen für Gott.

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„Durchkreuzte Schuld“

Schuld,
wir alle kennen Schuld.
Wir haben Schuld an …
         … ja, an was?

Jeder von uns kennt das Gefühl des schuldig seins,
durch Taten, Gedanken, Worte,
durch unterlassene Taten, unterlassene Gedanken, unterlassene Worte,
schuldig sein vor dem Nächsten, vor uns selbst, vor Gott.

Schlussendlich bedeutet jedes Schuldigsein eine Verletzung der Wahrheit und der Liebe.

Wie können wir dem begegnen?
Mit Wahrheit?
Mit Liebe?

Wie machen wir den negativen Folgen unseres Unvermögens, stets hilfreich, ehrlich und gut zu sein einen Strich durch die Rechnung?
Wie durchkreuzen wir den abwärtsführenden Weg der Schuldgefühle und des Schuldigseins?
Wie durchkreuzen wir den Weg der negativen Gefühle oder des Hasses, die wir denen gegenüber haben, die gegen uns schuldig geworden sind?

Täglich beten wir:
“ … und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern …“

Folgen wir den Worten, die Jesus uns geschenkt hat?
Versuchen wir zu vergeben, uns und den anderen?
Und wenn uns das nicht gelingt?

Dann legen wir die Vergebung in Gottes Hände, in der Gewissheit, dass Er den Weg der Abwärtsspirale, den unser Unvermögen vorzeichnet, einfach durchkreuzt.

Vergebung bedeutet Freiheit, Freiheit der Seele.
Vertrauen wir auf das Kreuz, das Vergebung bedeutet.
Vertrauen wir auf Jesus, der uns befreit.

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"Jesus durchkreuzt unseren Lebensweg“

Wenn Jesus heute vor uns stünde und sagen würde:
„Kehre um und geh mit mir!“
Gingen wir mit?

Würden wir unser schönes und bequemes Leben hinter uns lassen?
Jesus lebte weder schön noch bequem.
Schon zu Beginn seines Lebens mussten seine Eltern mit ihm nach Ägypten fliehen.
Später die Wüste, die Wanderung durch Judäa, dann Gethsemane und Golgatha.

Weder schön noch bequem.
Aber ein Zeichen.
Von Anfang an.
Ein Zeichen für seine Eltern, für die vielen Menschen, die er geheilt hat.
Zeichen sind  auch die Wunder, die er getan hat und die Gleichnisse, die er erzählt hat.

Er war ein Zeichen für jeden einzelnen Menschen, dem er begegnet ist,
mit seinem Leben, mit seinem Sterben, mit seinem Kreuz.

Und er ist ein Zeichen für uns,
er zeichnet uns,
in der Taufe, in unserem Leben, in unserem Sterben.

Sehen wir seine Zeichen?
Seine Botschaft durchkreuzt unser Leben -  jeden Tag aufs Neue.
Nehmen wir wahr, dass Er unseren Lebensweg durchkreuzt?
Nehmen wir wahr, dass Er uns in seiner Hand hält,
dass er uns mit seinem Kreuz gezeichnet hat?

Er hat uns sozusagen handsigniert!

 

Barbara Mey