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Zur Wahl Papst Benedikt XVI.
Vatikan. Der Mainzer Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat sich anlässlich der Wahl von Papst Benedikt XVI. am Dienstag, 19. April, bei einer Pressekonferenz der deutschen Kardinäle im Campo Santo in Rom in einem Grußwort geäußert. Wir dokumentieren den Wortlaut im Folgenden:
„Die deutschen Bischöfe und mit ihnen vor allem die katholischen Christen gratulieren dem Heiligen Vater, Papst Benedikt XVI., zur Wahl als Bischof von Rom und 265. Nachfolger des heiligen Petrus, Oberhaupt der katholischen Kirche und Patriarch des Abendlandes. Wir wünschen ihm die Fülle der Gaben des Heiligen Geistes zur Leitung der Kirche inmitten der heutigen Welt.
Die 115 Mitglieder des Konklave, aus allen Kontinenten kommend, haben in ihrem Dekan des Kardinalskollegiums, Joseph Cardinal Ratzinger, einen Mann der Kirche gewählt, der für sie ein lebendiges Symbol des kontinuierlichen Zeugnisses der Kirche ist, gestützt auf die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung aller Jahrhunderte, ein unerschrockener Garant der Festigkeit des Glaubens in allen Wandlungen, ein seit Jahrzehnten weltweit bekannter, begnadeter Theologe und einer der engsten Mitarbeiter von Papst Johannes Paul II., der ihm wenige Tage vor seinem Tod bei dem offensichtlich letzten Gespräch zwischen beiden für seinen wertvollen Beitrag dankte. Er hat in den fast 24 Jahren seit der Übernahme seiner großen, schwierigen Aufgabe als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre nicht nur die Fragen und Probleme überall auf der Welt, sondern unmittelbar auch die Situation vor Ort kennen gelernt. Seine zahlreichen Bücher sind in alle Kultursprachen übersetzt.
Kardinal Ratzinger hat gewiss in der Weltkirche mit und unter dem Papst eine der sensibelsten Aufgaben erfüllt, nämlich mitten in allen geistigen, gesellschaftlichen und theologischen Wandlungen die Substanz des katholischen Glaubens unversehrt zu erhalten und dies in vielen Auseinandersetzungen auch zu bewähren. Es ist fast selbstverständlich, dass ihm bei dem gegenwärtigen Pluralismus der Meinungen - auch in der eigenen Kirche - nicht alle folgen konnten und wollten. Aber er hat überall - auch im Widerspruch - Respekt vor seiner theologischen Leistung und die Annerkennung seines nonkonformistischen Mutes im Dialog und in der Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Kräften erhalten. Dies gilt gerade auch für die Begegnung mit der Welt des Geistes und der Politik. Ich denke dabei stellvertretend an das Gespräch mit Jürgen Habermas, an die Aufnahme in die berühmte Academie française und an den kürzlichen Disput im Senat Italiens über den Wert des Lebens und die damit zusammenhängenden bioethischen Probleme.
Der neue Papst ist einer der ganz wenigen namhaften Konzilstheologen, die noch unter uns leben. Er hat für die Erneuerung der Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil eine große Rolle gespielt, als Berater von Joseph Kardinal Frings, aber auch in der Theologischen Kommission und einigen Gremien des Konzils. Auch seine vielfältigen Veröffentlichungen belegen dies. Es ist wohl mehr als ein zufälliges Gerücht, dass Papst Paul VI. den Regensburger Professor Joseph Ratzinger im Frühjahr 1977 nicht zuletzt auch deshalb zum Erzbischof von München und Freising ernannt und ein Vierteljahr später in das Kardinalskollegium berufen habe, weil er in ihm einen besonders verlässlichen Gewährsmann für die treue Verwirklichung und Fortführung der Intentionen des Zweiten Vatikanischen Konzils sah. Er kennt und deutet freilich das Konzil vor dem Hintergrund einer umfassenden theologischen und spirituellen Tradition der Kirche sehr genau und war von Anfang an in der nachkonziliaren Zeit um die Unterscheidung der Geister bemüht. Darum besteht auch kein prinzipieller Zweifel an seiner Einstellung zu den ökumenischen Bemühungen und Gesprächen mit den reformatorischen Kirchen und den Kirchen des Ostens. Viele Veröffentlichungen über fünf Jahrzehnte legen davon Zeugnis ab.
Der neue Papst hat sofort nach der Wahl und ihrer Annahme den Namen Benedikt XVI. angenommen. Dies ist eine echte Überraschung. Er knüpft dabei an Papst Benedikt XV. an (geb. 1854 in Genua). Er regierte vom 03.09.1914 bis zu seinem Tod am 22.01.1922. Benedikt XV. litt unter dem Ersten Weltkrieg und reagierte mit strikter politischer Neutralität, beharrlichen Bemühungen um Begrenzung, Verkürzung und Milderung des Konflikts sowie mit umfangreichen Hilfsaktionen. Auch wenn er seine konkreten Friedensziele nicht verwirklichen konnte, so hat er doch in hohem Maß als Papst der Verständigung und Versöhnung gewirkt. Er hat so das Ansehen des Heiligen Stuhles in schwieriger Zeit erheblich gefördert. Er vertiefte die katholische Soziallehre und erreichte eine Klimaverbesserung gegenüber Italien. „Benedikt hat die Wiederannäherung von katholischer Kirche und moderner Welt umsichtig gefördert.“ (R. Lill) Es ist kein Zweifel, dass der neue Papst diese Anknüpfung sehr bewusst gewählt hat. Sie wird noch manchen Aufschluss bieten. „Manche sehen in Benedikt XV. den bedeutendsten Papst des zwanzigsten Jahrhundert, der das Unglück hatte, seine großen Fähigkeiten und Absichten in der Ungunst seiner Zeit nicht genügend verwirklichen zu können.“ (G. Schwaiger)
In der deutschsprachigen katholischen Kirche wird heute, am Tag der Wahl von Benedikt XVI., das Fest des heiligen Papstes Leo IX. gefeiert, ursprünglich Bruno Graf von Egisheim (Elsaß), der von 1002-1054 lebte und von 1049-1054 regierte. Er gilt weithin als ein außerordentlich segensreicher, ja - wie manche meinen - als der erfolgreichste Papst deutscher Herkunft. „Der bedeutendste der fünf deutschen Päpste der Jahre 1046-1058 machte das Papsttum zum Zentrum der Kirchenreform.“ (J. Dahlhaus) Er knüpfte dabei an die Reformbewegung von Cluny an. Er gilt auch als ein Reformer des Kardinalskollegiums in Richtung eines Kollegs der Gesamtkirche. Er starb am 19. April 1054, wenige Wochen vor der erfolgten Kirchenspaltung zwischen Rom und Konstantinopel. Er ist in St. Peter begraben und wurde sogleich als Heiliger verehrt. Es lohnt sich, an dieses denkwürdige Zusammentreffen seines heutigen Todestages mit der Wahl von Benedikt XVI. zu erinnern.
Ich habe nach der Wahl dem neuen Papst Benedikt XVI. von Herzen gratuliert, unser Gebet um Gottes Segen für ihn und alle Hilfe aus seiner deutschen Heimat versprochen. Zugleich habe ich, ebenso wie Herr Kardinal Meisner, der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass er im August zum XX. Weltjugendtag nach Köln kommen wird. Es trifft sich auch gut, dass fast 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges - wir denken besonders am Tag der deutschen Kapitulation (08. Mai) daran - ein deutscher Kardinal nach so langer Zeit in dieses höchste Amt der Kirche gewählt werden konnte. Viele haben nicht daran geglaubt, dass so etwas nach den immer noch spürbaren, grausamen Ereignissen, die im zwanzigsten Jahrhundert von Deutschland ihren Ausgang nahmen, möglich sei. Es ist darum auch ein wichtiges Zeichen der endgültigen Rückkehr Deutschlands in die weltweite Völkergemeinschaft, die auch in der katholischen Kirche ihre Spiegelung erhält. Darum wollen wir den wählenden Kardinälen auch für dieses wichtige Zeichen einen herzlichen Dank sagen. Dies kann unser Land in vieler Hinsicht ermutigen.“
Vatikan, 19.04.2005, Karl Kardinal Lehmann
(MBN)
Mainz. Im Bistum Mainz ist die Nachricht von der Wahl Kardinal Joseph Ratzingers zum Papst mit großer Freude aufgenommen worden. Weihbischof Dr. Werner Guballa, Generalvikar Dietmar Giebelmann und Domdekan Heinz Heckwolf äußerten sich am Dienstagabend, 19. April, nach dem Gebet im Mainzer Dom für Benedikt XVI. in der Domsakristei vor zahlreichen Journalisten. Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr war am Tag der Papstwahl zu einem Termin in Leverkusen. Er hat sich am Mittwoch, 20. April, gegenüber den Mainzer Bistumsnachrichten zur Wahl von Benedikt XVI. geäußert.
Weihbischof Guballa bezeichnete Kardinal Ratzinger als „Theologen von Weltformat, der auch in Zukunft theologische Akzente setzen wird“. Wörtlich sagte er: „Ich habe im Fernsehen einen sehr gelösten Papst Benedikt XVI. gesehen, so gelöst, wie ich Kardinal Ratzinger noch nie gesehen habe.“ Mit Sicherheit werde er dem Wirken seines Vorgängers treu beiben. „Ich wage allerdings nicht vorauszusehen, welchen Weg er als Papst gehen wird.“ Die Wahl von Kardinal Ratzinger sei für ihn eine „Riesenüberraschung“ gewesen, sagte der Weihbischof. Er habe zwar damit gerechnet, dass im Konklave die Lebensleistung von Ratzinger gewürdigt werde, „aber dass ein Deutscher gewählt wird, habe ich als sehr unwahrscheinlich angesehen“, sagte Guballa.
„Ich war überrascht und erfreut, dass das Konklave so schnell zu einem Ergebnis geführt hat. Das zeigt die Einmütigkeit der Kardinäle“, sagte Weihbischof Neymeyr. „Dass ein Deutscher Papst geworden ist, ist die größte Auszeichnung, für die Kirche in Deutschland, die man sich denken kann.“ Und weiter: „Ich bewundere seine umfassende Bildung und die Klarheit seiner Gedanken.“ Bei ihm könne man spüren, dass seine spirituelle Haltung prägend für ihn sei. Persönlich begegnet ist Neymeyr dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation im Jahr 1989 als Subregens des Mainzer Priesterseminars bei einem Rom-Besuch mit Seminaristen.
Kardinal Ratzingers Predigt in der Messe vor dem Konklave habe gezeigt, „dass er die Absicht hat und es auch schaffen wird, einen Konsens in der Kirche herzustellen“, sagte Generalvikar Giebelmann. Papst Benedikt XVI. werde seinen Blick in die Weltkirche wenden und die Kirche im Sinne seines Vorgängers weiterführen. Kardinal Ratzinger habe seine bisherigen Aufgaben als Professor, Erzbischof und Präfekt der Glaubenskongregation „so wahrgenommen, wie er sie vor sich und seinem Gewissen wahrnehmen musste“. Dabei habe er es natürlich nicht allen gleichermaßen recht machen können. Das Etikett ‚konservativ’, das man Kardinal Ratzinger zugeschrieben habe, werde künftig an Bedeutung verlieren, sagte der Generalvikar. „Jetzt wollen wir zusammen mit dem Papst nach vorne schauen.“ Auch er sei von der Wahl des ehemaligen Münchner Erzbischofs überrascht worden.
Der neue Papst habe durch seine über 20-jährige Tätigkeit als Präfekt der Glaubenskongregation eine sehr große Erfahrung in der Weltkirche und kenne sehr viele Bischöfe. „Das wird ihm sehr zugute kommen“, sagte Domdekan Heckwolf. Außerdem habe er vielfach bewiesen, dass er „ein großer Theologe“ sei. Er sei sich sicher, dass der neue Papst seine Aufgabe, die Frohe Botschaft zu verkünden, in besonderer Weise ausfüllen werde, sagte der Domdekan. Mit der Wahl von Ratzinger habe auch er nicht gerechnet. Er wies darauf hin, dass Kardinal Ratzinger bereits mehrfach im Mainzer Dom gewesen sei.
Direkt nachdem der chilenische Kardinal Jorge Arturo Medina Estevez auf dem Balkon des Petersdomes in Rom verkündet hatte, dass Kardinal Joseph Ratzinger von den Kardinälen zum Papst gewählt worden ist, läuteten die Glocken des Mainzer Domes für eine Viertelstunde. Danach fand im Dom ein Gebet für den neuen Papst Benedikt XVI. statt. Domdekan Heinz Heckwolf sagte zu Beginn: „Wir freuen uns über die Wahl von Kardinal Ratzinger zum Heiligen Vater. Wir beten für ihn, dass der Geist Gottes ihm beisteht bei der Ausübung des Petrusdienstes.“ Neben dem Domdekan gestalteten Generalvikar Dietmar Giebelmann, Domorganist Albert Schönberger und Domkapellmeister Mathias Breitschaft das Gebet. Unter den rund 70 Gläubigen, die sich im Dom versammelt hatten, war auch der Vorstand des Katholikenrates des Bistums Mainz.
tob (MBN)
Mainz. Der neue Papst Benedikt XVI. hat in den 1970er-Jahren zweimal offiziell die Stadt Mainz besucht: am 2. Juni 1975 im Rahmen der Festwoche zum 1000-jährigen Domjubiläum sowie zu einer Feierstunde anlässlich des 75. Geburtstages des damaligen Bischofs von Mainz, Kardinal Hermann Volk, am 27. Dezember 1978.
Beim 1000-jährigen Domjubiläum sprach Ratzinger in einer Besinnungsstunde im Mainzer Dom über das Thema „Auferbaut aus lebendigen Steinen“. Damals noch Professor in Regensburg betonte Ratzinger, dass prachtvolle Kirchen wie der Mainzer Dom „keinen Widerspruch zur Kreuzestheologie, sondern ihre Frucht“ seien. Weiter sagte Ratzinger, dass ein Gotteshaus das wahre Menschenhaus sei. Wenn man alle Kirchen aus Europa herausnähme, würde es eine „Wüste der Nützlichkeit“, betonte er. Kirchengebäude seien notwendig als „Zelt der Begegnung“ zwischen Gott und den Menschen. Nachdrücklich unterstrich Ratzinger damals die grundsätzliche Offenheit aller Gotteshäuser. Sie müssten Heimat sein „für alle Gläubigen, woher sie auch kommen“.
MBN
Seinen Festvortrag im Haus am Dom aus Anlass der Feierstunde zum 75. Geburtstag von Kardinal Hermann Volk hatte Kardinal Joseph Ratzinger, damals Erzbischof von München und Freising, mit „Was ist Theologie?“ überschrieben. Er lobte die „unnachahmliche Schärfe“ Volks, dessen Denken nie bei vordergründigen Streitigkeiten Halt gemacht habe und beim Disput niemals bei Äußerlichkeiten stehen geblieben sei. Weiter sagte Ratzinger über Volk: „Er hat uns immer wieder mit einer großartigen Unbeirrbarkeit den Primat des Logos vor dem Pragma vorexerziert; er hat die philosophische Tiefe theologischen Fragens offen gehalten und er hat uns nicht zuletzt das Beispiel eines wahrhaft geistlichen Theologen geboten.“
Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 als Sohn eines Beamten in Marktl am Inn (Diözese Passau) geboren und empfing 1951 die Priesterweihe. Bereits mit 26 Jahren wurde er Dozent für Dogmatik und Fundamental-Theologie in Freising. Während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) war Ratzinger theologischer Berater des Kölner Kardinals Josef Frings. Nach dem Konzil lehrte er als Professor in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg, bevor ihn Papst Paul VI. im März 1977 zum Erzbischof von München und Freising ernannte. Wenige Wochen später wurde Ratzinger Kardinal. Seit 1981 leitete er in Rom die Glaubenskongregation.
am (MBN)
Mainz. Nachdem die Kardinäle im Konklave aus ihrer Mitte Joseph Kardinal Ratzinger zum Papst gewählt haben, werden die deutschen Bischöfe in einem zentralen Gottesdienst am Montag, 25. April, um 10.00 Uhr im Mainzer Dom für die Wahl von Papst Benedikt XVI. Dank sagen und gemeinsam um Gottes Beistand für ihn beten. Der Mainzer Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, wird die Predigt halten. Zusammen mit dem Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, werden die deutschen Diözesanbischöfe den Gottesdienst im Mainzer Dom mitfeiern, da sie an diesem Tag zu einer Sitzung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz in Mainz zusammenkommen. Der Südwestrundfunk will den Gottesdienst live in seinem Fernsehprogramm übertragen.
Der Mainzer Domdekan Heinz Heckwolf lädt noch bis einschließlich Samstag, 23. April, täglich um 12.00 Uhr zu einem Mittagsgebet für das neue Oberhaupt der Katholischen Kirche in den Mainzer Dom ein. Musikalisch gestaltet werden die Gebetszeiten für Papst Benedikt XVI. von Domorganist Albert Schönberger. Die Mittagsgebete für den Papst finden seit Mittwoch, 20. April, im Dom statt. Bereits während des Konklaves am Montag, 18., und Dienstag, 19. April, hatte Domdekan Heckwolf die Gläubigen um 12.00 Uhr zu einem Mittagsgebet für die Wahl des neuen Papstes in den Mainzer Dom eingeladen.
In einer Verordnung an alle Pfarrgemeinden des Bistums Mainz hat der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann festgelegt, dass alle Kirchen und kirchlichen Gebäuden bis zur feierlichen Einführung von Papst Benedikt XVI. am Sonntag, 24. April, beflaggt werden sollen. Am Vortag der feierlichen Amtsübernahme, Samstag, 23. April, soll abends ein festliches Geläute stattfinden. Am Tag der Amtsübernahme soll um 12.00 Uhr für 15 Minuten festlich geläutet werden. Bereits direkt nach der Bekanntgabe der Wahl von Benedikt XVI. hatte es in allen Gemeinden für 15 Minuten ein festliches Geläute gegeben.
Weiter heißt es in der Verordnung: „Die Gläubigen sollen erneut zum Gebet für den Heiligen Vater aufgefordert werden. Im Kanon der heiligen Messe ist dann der Name des neuen Papstes einzufügen. In der heiligen Messe und besonders bei den Fürbitten ist für den neuen Papst zu beten. (...) Am Tag der Amtsübernahme ist das Hochamt als feierliche Votivmesse für den Papst (Messbuch Seite 1043/1044) zu halten, außer bei einem Hochfest. Hier sind dann die Texte des Hochfestes zu nehmen, wobei man unter Umständen die Orationen austauschen und die Oration aus dem Messbuch S. 1043/1044 verwenden kann. Mit Rücksicht auf eventuelle Fernsehübertragungen der Amtseinführung kann nach dem Ermessen des Pfarrers, dieser feierliche Gottesdienst aus Anlass der Amtsübernahme auch am Abend gehalten werden.“
„Tu es petrus ...“ („Du bist Petrus ...“) heißt ein Orgelkonzert im Mainzer Dom am Sonntag, 24. April, um 17.00 Uhr. Domorganist Albert Schönberger will mit dem Konzert der Freude über die Wahl von Papst Benedikt XVI. Ausdruck verleihen. Neben Improvisationen erklingen Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy, Louis Vierne, Charles Marie Widor und Léon Boëllmann. Ausführende sind Domorganist Albert Schönberger, Peter Knodt, Trompete, und Karl Josef Ludwig, Texte.
tob/am (MBN)
Berichte
Mainz. Ein Grund dafür, dass die Kinderarmut in Deutschland ansteige, sei der fehlende politische Lösungswille. Das sagte Mario Junglas, Leiter der Hauptvertretung des Deutschen Caritasverbandes in Berlin, am Mittwochabend, 13. April, in seinem einführenden Referat bei der Auftaktveranstaltung des Bistums Mainz zur „Woche für das Leben“ im Mainzer Haus am Dom. „Wer die Armut bekämpfen will, muss die vorhandenen Ressourcen anders verteilen“, sagte Junglas. Erst nach einer solchen Entscheidung für eine Umverteilung könnten Mittel und Wege einer Umverteilung sinnvoll angegangen werden. Bisher werde im politischen Diskurs stets zuerst über bestimmte Maßnahmen diskutiert, ohne dass es eine solche Grundsatzentscheidung gebe.
Die Veranstaltung stand unter der Überschrift „Wenn Kinder bei uns arm sind. Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft“. Damit hat das Bistum Mainz die schwierigen Lebensbedingungen vieler Kinder in Deutschland als Schwerpunktthema der diesjährigen „Woche für das Leben“ herausgegriffen. Das Jahresmotto lautet für 2005: „Mit Kindern - ein neuer Aufbruch“. Die „Woche für das Leben“ ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Veranstaltet wurde der Abend vom Bischöflichen Ordinariat, dem Caritasverband für die Diözese Mainz und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Die Kirche müsse in besonderer Weise zur Bekämpfung von Kinderarmut in Deutschland beitragen, denn die Politik benötige zur Bekämpfung der Kinderarmut Beispiele und Lösungen, sagte Junglas. „Wenn Kinder und Jugendliche, die in Armut leben, keine Zukunftsperspektive haben, dann greifen auch keine Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. Ohne Hoffnung auf die Zukunft gibt es auch kein Engagement in der Gegenwart.“ Und weiter: „Glaubwürdig werden wir dabei nur, wenn wir als Avantgarde zeigen, dass eine Umverteilung in der Gesellschaft möglich ist.“ Zwar lasse sich Lebenssinn nicht einfach produzieren, aber die Bedingungen der Möglichkeit von Lebenssinn könnten verbessert werden. Es sei „genuine Aufgabe der Kirche, Räume zu schaffen, in denen Jugendliche ihre Fähigkeiten jenseits des sozio-kulturellen Existenzminimums erfahren“ und sich als wertgeschätzt erleben. Besondere Verantwortung habe die Kirche bei ihren Schulen: „Nichts hindert uns, unsere Schulen für Kinder aus Armutspopulation zu öffnen“, sagte Junglas.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion betonte Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr die prägende Bedeutung von Erfahrungen, die Jugendliche beispielsweise bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) in einer Behinderteneinrichtung machen können. „Das verschiebt Werte, wenn man Menschen als wichtige Persönlichkeiten unabhängig von materiellen und intellektuellen Fähigkeiten erlebt,“, sagte Neymeyr, der Bischofsvikar für die Jugendseelsorge im Bistum Mainz ist. Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt, Dezernent für Caritas- und Sozialarbeit im Bistum Mainz, sagte: „Die Kirche kann nicht mehr davon leben, dass sie gut ist, weil sie eine gute Tradition hat, sondern sie muss sich den aktuellen Herausforderungen stellen.“ Die Kindertagesstätten des Bistums verfolgten beispielsweise eine ganzheitliche Sicht, um auf Armut besser reagieren zu können, denn „wenn ich ein Kind verstehen will, muss ich auch sein soziales Umfeld sehen“.
„Es ist ein Skandal, dass keine Partei in Deutschland ein Armutskonzept hat“, sagte der Sozialmediziner Professor Gerhard Trabert von der Fachhochschule Nürnberg. Er begrüßte, dass der Armutsbericht der Bundesregierung zumindest dazu geführt habe, dass das Thema Armut dadurch stärker in der Öffentlichkeit stehe und diskutiert werde. Zur Bekämpfung von Kinderarmut sei ein breiter gesellschaftlicher Verbund notwendig, sagte Michael Ebling, Dezernent für Soziales, Jugend und Wohnen der Stadt Mainz.
Dr. Richard Auernheimer, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit Rheinland-Pfalz, wies darauf hin, dass die Landesregierung in ihrem Programm „Viva Familia“ beispielsweise Gesundheitsteams schaffen wolle, die in bestimmten Situationen die Gesundheitsversorgung zu Menschen bringe, die am Gesundheitswesen ansonsten nicht teilhaben würden. Die Bundestagsabgeordnete Ute Granold betonte, dass es Aufgabe der Bundespolitik sei, gute Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen. Vor allem die Arbeitslosigkeit als Hauptursache der Armut müsse bekämpft werden, sagte die Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familienrecht. Moderiert wurde die Diskussion von Ulrike Holler vom Hessischen Rundfunk.
Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, hatte die Gäste im Haus am Dom begrüßt. Bei der „Woche für das Leben“ gehe es in besonderer Weise darum, der Gesellschaft in Erinnerung zu rufen, „dass Kinder ein Segen sind“, sagte Giebelmann. „Mit dieser Aussage wird meines Erachtens das Erbe unseres verstorbenen Heiligen Vaters, Papst Johannes Paul II., aufgenommen. Es war ihm ein besonderes Anliegen, diese Wahrheit immer wieder neu zu verkünden, um sie den Menschen unserer Zeit ins Bewusstsein einzupflanzen.“ Die zunehmende Kinderarmut fordere Kirche und Gesellschaft heraus, Kindern und Jugendlichen angemessene Lebensbedingungen und -chancen zu ermöglichen, sagte Giebelmann. „Kinder sind der größte Reichtum einer Gesellschaft und zugleich ihre wichtigste Zukunftsperspektive.“
Hinweis: Weitere Informationen zur Woche für das Leben bei Ordinariatsrat Hans Jürgen Dörr, Bischöfliches Ordinariat, Abteilung Gemeindeseelsorge und besondere seelsorgliche Dienste, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253-250, E-Mail: wochefuerdasleben@bistum-mainz.de, Internet: http://www.woche-fuer-das-leben.de/
tob (MBN)
Mainz. „Derzeit bereiten sich in allen Jahrgängen 29 junge Männer im Bistum Mainz auf den Priesterberuf vor.“ Das erklärte der Regens des Mainzer Priesterseminars, Domkapitular Horst Schneider, am Mittwoch, 13. April, bei der Jahresversammlung des Päpstlichen Werkes für Geistliche Berufe (PWB) im Mainzer Priesterseminar. Insgesamt herrsche im Seminar eine gute Atmosphäre. „Die jungen Leute bringen großen Eifer, Engagement und sehr viel Überzeugung mit.“ Er stellte fest, dass die heutigen Priesteramtskandidaten beim Eintritt in das Seminar bereits viel stärker von der Überzeugung geprägt seien, dass der Priesterberuf ihr Weg sei, als das früher der Fall gewesen sei. Im Sommersemester werden drei junge Männer in das Seminar einziehen und auch für das kommende Wintersemester lägen bereits drei Zusagen vor, sagte Schneider.
Er betonte, dass für die Priesterausbildung dem Kontakt zu den anderen pastoralen Berufsgruppen - den Ständigen Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferenten - eine besondere Bedeutung zukomme. Schneider dankte den Mitgliedern des PWB für ihre Spenden, vor allem aber auch für ihr Gebet um Nachwuchs bei den geistlichen Berufen. „Ohne Ihre Hilfe wäre manches schwerer zu bewerkstelligen.“
Pfarrer Henning Priesel, Diözesandirektor des Päpstlichen Werkes für Geistliche Berufe (PWB) im Bistum Mainz und Subregens des Priesterseminars, wies auf die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen des Mainzer Priesterseminars im November hin. Am Sonntag, 6. November, würden alle Priester des Bistums Mainz zu einer Feierstunde nach Mainz eingeladen, um sich an dem Ort zu versammeln, wo die meisten ihre Ausbildung erhalten haben. Kardinal Karl Lehmann werde an den Feierlichkeiten teilnehmen und am Vormittag einen Festgottesdienst zum Jubiläum feiern. „Wir versprechen uns ein würdiges und zeitgemäßes Gedächtnis für das Haus und wünschen uns damit eine große Öffentlichkeit zu erreichen, damit die Menschen sehen, was wir hier tun“, sagte Priesel.
Das PWB ist eine Gebetsgemeinschaft für Berufungen von Priestern, Diakonen, Ordensleuten sowie Gemeinde- und Pastoralreferenten, Religionslehrern und Katecheten. Durch Gebet und finanzielle Hilfe unterstützen die Mitglieder das Anliegen um kirchliche und geistliche Berufe. Gegründet wurde das PWB 1926 von Frauen in Freiburg als „Frauenhilfswerk für Priesterberufe“. 1941 errichtete dann Papst Pius XII. das „Päpstliche Werk für Priesterberufe“. Der Mainzer Bischof Dr. Albert Stohr führte es 1947 im Bistum Mainz ein. Derzeit hat das PWB im Bistum Mainz rund 1.400 Mitglieder, die sich in etwa 30 Gebetsgruppen treffen.
Hinweis: Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, Heringsbrunnengase 4, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253-536, Fax: 06131/253-406, E-Mail: berufederkirche@bistum-mainz.de, Internet: http://www.berufe-der-kirche-im-bistum-mainz.de/
tob (MBN)
Mainz. Zu einem Wettbewerb „Was ist Wahrheit?“ lädt der Erbacher Hof, die Akademie des Bistums Mainz, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 bis 13 aller Schulen im Bistum Mainz ein. Die Schüler sind aufgefordert, aus unterschiedlichen Perspektiven und Fächern Antworten auf die Frage „Was ist Wahrheit?“ zu suchen. Eingesandt werden können Einzel- oder Gruppenarbeiten, die speziell für den Wettbewerb entstanden sind. Einsendeschluss ist der 22. Juli 2005 (Poststempel). Die Preisverleihung durch Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr wird am Sonntag, 20. November, im Erbacher Hof stattfinden.
Im Einführungstext heißt es: „Bilder können täuschen. Manchmal sollen sie das. Ist das, was wir in den Medien sehen, immer die Realität? Oder sehen wir nur, was wir sehen sollen? Manchmal ist die Wahrheit aber auch so, dass wir sie gar nicht sehen wollen. Macht die Wahrheit wirklich frei? Im Namen der Wahrheit wurde und wird heute noch gefoltert und getötet. Nicht selten auch von Seiten der Religion. Religionskriege beruhen auf unterschiedlichen Wahrheitsansprüchen. Wer aber entscheidet, wenn es um die letzte, absolute Wahrheit geht? Oder gibt es gar nicht eine Wahrheit, sondern nur viele unterschiedliche Wahrheiten. Was unterscheidet die Wahrheit eines mathematischen Beweises von der eines Gedichtes? Hinter all diesen Fragen verbirgt sich die eine Frage: Was ist Wahrheit?“
Mögliche Formen der Beiträge können sein: Essay oder Erzählung, Skulptur oder Collage, Fotoarbeit oder Videofilm, Hörspiel oder Dokumentation, Musikkomposition oder Performance, Website oder eine Schulzeitungs-Sonderausgabe. Die Beiträge werden anonymisiert von einer unabhängigen Jury begutachtet. Die Akademie vergibt folgende Preise für die besten Arbeiten: 1.000 Euro (1. Preis), 500 Euro (2. Preis), 250 Euro (3. Preis), Buchpreise (4. bis 10. Preis). Darüber hinaus werden die Urheber der besten Arbeiten zu einer Tagung der Preisträger eingeladen. Hier besteht die Möglichkeit, mit Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Kirche zu diskutieren.
Hinweis: Weitere Informationen bei Dr. Stephan Loos, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz, Postfach 1808, 55008 Mainz, Tel.: 06131/257-522, Fax: 06131/257-525, E-Mail: stephan.loos@bistum-mainz.de, Internet: http://www.ebh-mainz.de/
am (MBN)
Mainz. Zehn Religionslehrerinnen und Religionslehrer an staatlichen Schulen im Bistum Mainz sind am Mittwoch, 13. April, zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Schulpastoral beauftragt worden. Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz, überreichte den Lehrkräften im Rahmen eines Gottesdienstes im Mainzer Kolpinghaus die Beauftragungsurkunden. Am Diözesantag der Schulpastoral im vergangenen Oktober wurde eine solche Beauftragung erstmals für sieben Lehrkräfte erteilt.
Als letzter Teil der Vorbereitung zur Beauftragung fand an diesem Tag ein Studienteil zur Standortbestimmung und zu Perspektiven der Schulpastoral statt, mit Dr. Brigitte Lob, Referentin für Schulpastoral im Schuldezernat, und Petra Wörsdörfer, Referentin für Schüler/innen-Seelsorge des Bischöflichen Jugendamtes. Den abschließenden Gottesdienst zelebrierte Dr. Anton van Hooff, Referent für theologische und seelsorgliche Begleitung für Religionslehrer/innen im Schuldezernat. Dr. Pollak drückte dabei ihre Wertschätzung und den Dank für das ehrenamtliche Engagement der Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus, die neben ihrer vollen Stelle noch die Kraft aufbrächten, sich vielen Anliegen von Schülern und Kollegen zuzuwenden. Ein Schwerpunkt der Schulpastoral ist auch die Gestaltung von Schulgottesdiensten und spirituellen Elementen und Gebetszeiten im Schulalltag.
bl (MBN)
Vorschau
Mainz. „Was funkt denn da? Reduzierung von Funkwellen in Wohnung und Büro“ heißt das vierte rheinland-pfälzisch-hessische Mobilfunksymposion, das am Samstag, 23. April, von 9.30 bis 18.00 Uhr im Erbacher Hof in Mainz stattfinden wird. Das Symposion wird vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) sowie vom Verband Baubiologie in Kooperation mit dem Bistum Mainz, Referat Gerechtigkeit und Frieden, veranstaltet. Von Seiten der Diözese wird Dr. Klaus Lenhard, Umweltbeauftragter des Bistums Mainz, ein Grußwort sprechen.
Hinweis: Der Tagungsbeitrag beträgt 15 Euro. Anmeldung und weitere Informationen beim BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., Tel.: 06131/231-973, Fax: 231-971, E-Mail: mobilfunksymposion@bund-rlp.de, Internet: http://www.bund-rlp.de/
am (MBN)
Heppenheim. Am Samstag, 23., und Sonntag, 24. April, findet im Haus am Maiberg in Heppenheim, der Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz, die Landestagung der Ackermann-Gemeinde Hessen statt. Sie steht unter der Überschrift: „Zwischen Hoffnung und Gelassenheit. Zur Bewusstseinslage der Menschen in den Erweiterungsgebieten der Europäischen Union“. Die Ackermann-Gemeinde, gegründet 1946, ist eine katholische Gemeinschaft, die sich insbesondere für die deutsch-tschechische Nachbarschaft engagiert.
Die Tagung beginnt am Samstag, 23. April, um 14.30 Uhr, mit einem Grußwort von Generalvikar Dietmar Giebelmann und endet am Sonntag, 24. April, mit dem Mittagessen. Referenten werden sein der Erzbischof der oberschlesischen Diözese Oppeln, Alfons Nossol, Gerold Schmiedbach, Vorsitzender der Ackermann-Gemeinde in der Diözese Mainz, Mat?j Spurný, Student aus Prag, Karl Stein, Angestellter des nordböhmischen Naturschutzamtes, sowie die Schriftstellerin Elfriede Wojaczek-Steffke.
Hinweis: Weitere Informationen bei der Achermann-Gemeinde, Unterweg 10, 60318 Frankfurt a.M., Tel.: 069/15011-88, Fax: -90, E-Mail: ackermann-gemeinde@hdv-ffm.de
am (MBN)
Mainz. Zu einem österlichen Gedenkgottesdienst lädt am Mittwoch, 27. April, um 18.00 Uhr, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in das Jugendhaus Don Bosco in Mainz ein. Im Rahmen des meditativ gestalteten Gottesdienstes soll verstorbener kfd-Frauen, Angehörigen und Freunden gedacht werden; ein persönliches Erinnerungszeichen kann zum Gottesdienst mitgebracht werden. Gestaltet wird der Gottesdienst von Andrea Ziegler, Irene Schmenger, Hildegard Zepezauer und Ingrid Seiler.
Hinweis: Weitere Informationen bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, Diözesanstelle Frauenseelsorge, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz, Tel: 06131/253-255, Fax: -586, E-Mail: frauenseelsorge@bistum-mainz.de. Die Adresse des Jugendhauses Don Bosco lautet: Am Fort Gonsenheim 54, 55122 Mainz.
am (MBN)
Mainz. „Die Menschenwürde vom Anfang bis zum Ende eines irdischen Lebens“ heißt eine Diskussionsveranstaltung mit dem Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Hartmann am Donnerstag, 28. April, in Mainz. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Gisela Thews, der ehemaligen Gesundheitsdezernentin der Stadt Mainz. Das von der Arbeitsgemeinschaft „SPD 60 plus Mainz“ veranstaltete Gespräch findet in der Mundus-Senioren-Residenz (Große Bleiche 44) statt.
tob (MBN)
Mainz. „Himmelfahrt mit Papa“ heißt ein Erlebnistag für Väter und ihre Kinder am Donnerstag, 5. Mai (Christi Himmelfahrt). Der Tag beinhaltet unter anderem eine Schifffahrt von Mainz nach Oppenheim und zurück sowie einen Gottesdienst in der Ruine Landskrone bei Oppenheim. Die Kosten betragen für jeden Vater mit Kind(ern) 25 Euro für Schifffahrt und Mittagessen. Abfahrt ist um 9.00 Uhr am Rheinufer, Nähe Fischtorplatz in Mainz, die Rückkehr wird um 18.00 Uhr sein.
Der Erlebnistag ist ein gemeinsames Projekt von Thomas Domnick (Referat Berufs- und Arbeitswelt), Hubert Frank (Referat Männerseelsorge), Klaus Heizmann (Referat Ehe und Familie) und Anita Pieroth (Referat Alleinerziehende).
Hinweis: Anmeldung bis zum 26. April im Büro der Männerseelsorge, Tel.: 06131/253-257, E-Mail: maennerseelsorge@bistum-mainz.de
am (MBN)
Flörsheim. Die Knaben des Mainzer Domchores sowie der Mädchenchor am Dom und St. Quintin gestalten am Sonntag, 8. Mai, um 17.00 Uhr, in der Stadthalle in Flörsheim am Main ein Muttertagskonzert. Unter der Leitung von Domkapellmeister Mathias Breitschaft und Domkantor Karsten Stock erklingen weltliche Chormusik, Volkslieder und Solobeiträge von Kindern.
Hinweis: Karten zum Preis von acht Euro (Abendkasse zehn Euro) sind erhältlich bei der Geschäftsstelle des Mainzer Domchores, Leichhof 26, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253-371, bei der Dominformation, Markt 10, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253-412 sowie beim Stadtbüro im Bahnhof, Willy-Brandt-Platz, 65439 Flörsheim am Main, Tel.: 06145/955-110.
am (MBN)
Personalien
Mainz. In einer Sondersitzung hat der Mainzer Stadtrat am Freitag, 15. April, Monsignore Klaus Mayer zum Ehrenbürger der Stadt Mainz ernannt. Mayer ist damit der 47. Träger der höchsten Auszeichnung, die von der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt vergeben wird. Der 82-jährige Priester des Bistums Mainz wurde für seine Verdienste um die Mainzer Chagall-Fenster geehrt. In den 1970er-Jahren war es ihm gelungen, den Künstler Marc Chagall für die Gestaltung der Kirchenfenster von St. Stephan in Mainz zu gewinnen. Diese werden jährlich von rund 200.000 Menschen besucht. Sie sind mit fast 180 Quadratmetern das größte Glaskunstwerk, das der Künstler je geschaffen hat und das einzige Kunstwerk, das er einer deutschen Kirche gewidmet hat. Nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde durch den Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel trug sich Mayer in das Goldene Buch der Stadt ein. Der Mainzer Stadtrat hatte die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den auf Antrag der CDU-Fraktion bei seiner Sitzung am Mittwoch, 9. März, einstimmig beschlossen.
Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel hielt die Laudatio auf Mayer. Er bezeichnete St. Stephan als „Wallfahrtsort“ und „Wahrzeichen unserer Stadt“. Neben Dom und Gutenberg-Museum werde St. Stephan „oft in einem Atemzug genannt, wenn es darum geht, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Mainz aufzuzählen“. Es gebe wenige Orte, an denen religiöse Anschauung und künstlerische Betrachtung eine so enge, spürbare Verknüpfung eingingen und den Betrachter so sehr in seinen Bann ziehen würden.
Wörtlich sagte Beutel: „Dank des unermüdlichen Wirkens von Klaus Mayer, dank seiner Geduld und visionären Kraft, erfüllt die Stephanskirche mit ihren symbolträchtigen Fenstern heute, 40 Jahre nach seinem Amtsantritt als Pfarrer von St. Stephan, ein mystisches Lichtfluidum aus Bildern und aus Farben - ein Gesamtkunstwerk, das die Kirche zu einem einzigartigen Glaubenszeugnis und zugleich zu einem eindrucksvollen Mahnmal und Zeichen für die christlich-jüdische Verständigung, für Versöhnung und Frieden unter den Völkern macht.“
Mit der Auszeichnung für Mayer habe seine Fraktion einen Bürger der Stadt vorgeschlagen, der für Mainz „etwas Außergewöhnliches geleistet hat, das für jeden - ob Bürger der Stadt Mainz oder Besucher - sichtbar und deshalb auch nachvollziehbar ist“, sagte Dr. Armin Korn, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion in seiner Ansprache. Außerdem habe seine Fraktion damit ein politisches Zeichen setzen wollen, denn Mayer sei durch seine Biografie „einer der noch lebenden Mainzer Zeitzeugen, der das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte erlebt, erlitten und überlebt hat: Wir wollen nicht, dass darüber der Schatten des Vergessens gezogen wird nach dem Motto: Es muss endlich einmal ein Schlussstrich gezogen werden.“
Korn zitierte aus „Mainzer Moskitos“ (1987), dem Tagebuch des dritten Mainzer Stadtschreibers Ludwig Harig, wo dieser über Mayer schreibt: „Es gibt Gesichter, die immer so aussehen, als lächelten sie. Pfarrer Mayers Gesicht ist ein solches Gesicht; wenn er seinen Mund auftut, dann braucht er die Wörter Hoffnung und Lebensfreude gar nicht erst auszusprechen, jedes Wort aus seinem Mund ist ein optimistisches Wort.“
Der Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann dankte Mayer auch im Namen von Kardinal Karl Lehmann dafür, dass er den Menschen unermüdlich die Botschaft der Chagall-Fenster in seinen Meditationen nahe bringe. Er habe damit bereits über 400.000 Menschen die Botschaft Gottes mit auf den Weg gegeben: „Gott hat einen Plan mit dieser Welt, einen Friedensplan, und Gott hat einen Heilsplan mit jedem Menschen. Ohne diese Botschaft wären alle Fenster nur gut gemaltes Glas.“ Zu Beginn seines Grußwortes zitierte Giebelmann aus einer Beurteilung des damaligen Regenten des Mainzer Priesterseminars und späteren Weihbischofs, Josef Maria Reuß. In dem Text aus dem Jahr 1950 heißt es: „Klaus Mayer ist überaus fleißig, geneigt, sich zu überarbeiten. Er zeigt eine überdurchschnittliche Aufgeschlossenheit für alle Fragen. Eine Aufgeschlossenheit gerade für soziale Probleme und er setzt sich gern mit allen Kräften für die Arbeiter und für die sozial Notleidenden ein.“
Stella Schindler-Siegreich, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, bezeichnete es als „große Freude und Herzensangelegenheit“, Mayer zur Ehrenbürgerwürde zu gratulieren. Wörtlich sagte sie: „Sie haben einen wunderbaren Ort geschaffen, an dem Menschen aller Religionen, auch wir Juden, angeregt werden zu Meditationen über uns selbst, Gott und die Natur.“ Und weiter: „Die Verwirklichung Ihres Traums soll der Jüdischen Gemeinde in Mainz Inspiration sein für unser Traumprojekt einer Synagoge.“
Mayer dankte in seiner Rede zunächst „Gott von ganzem Herzen“. In besonderer Weise dankte er seiner Mutter, „die mich zweimal geboren hat - bei der Geburt und zum zweiten Mal im Jahr der Verfolgung. Ohne sie hätte ich nicht überlebt.“ Weiter sagte Mayer: „Sie war eine sehr weise, sehr tapfere und sehr selbstbewusste Frau und sie war auch sehr schön. Sie hat mir den Glauben vorgelebt. Ich kann nur voll Bewunderung staunen, zu welch heldenhaftem Einsatz Mütter für ihre Kinder fähig sind.“ Weiter sagte er Dank an die Mainzer Bischöfe Albert Stohr, Kardinal Hermann Volk und Kardinal Karl Lehmann, „dass sie mich so wohlwollend gewähren ließen“, außerdem „den jüdischen Schwestern und Brüdern“ und „den evangelischen Schwestern und Brüdern“. Auch seine Haushälterin Annemarie Seelig sowie Marc Chagall und dessen Frau („meine beste Fürsprecherin“) schloss er in seinen Dank ein.
Am Ende seiner Rede äußerte er drei „Herzensanliegen“ aus dem Kulturbereich an die Verantwortlichen der Stadt Mainz: „Vergessen Sie bitte St. Stephan nicht. Vieles ist geschehen, doch es ist noch Vieles zu tun.“ Besondere Sorge bereite ihm derzeit das Hangwasser am Kästrich und die Luftverschmutzung, welche die Verwitterung der Kirche beschleunige. Eindringlich sprach er sich für den Wiederaufbau der Synagoge in Mainz aus: „Der Wiederaufbau der Stadt ist erst vollendet, wenn die Synagoge gebaut ist.“ Als drittes Anliegen nannte er die Erweiterung des Mainzer Landesmuseums. Er selbst werde in Zukunft „noch fleißig sein, solange es geht“ - gemäß dem Wort von Marc Chagall, der einmal gesagt hatte: „Das Leben ist ein Geschenk, für das man arbeiten muss.“
An der Verleihung der Ehrenbürgerwürde nahmen unter anderen auch Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr, Domkapitular em. Ernst Kalb und die Nachfolger von Mayer als Pfarrer von St. Stephan, Pfarrer i.R. Egon Retsch und Pfarrer Stefan Schäfer teil. Außerdem nahmen Mayers Bruder, Bernhard Mayer, und die Haushälterin von Monsignore Mayer, Annemarie Seelig, die ihn seit 41 Jahren unterstützt, an der Verleihung teil. Den musikalischen Rahmen gestalteten der Bläserkreis St. Stephan unter Leitung von Thomas Leipold und der Kirchenchor von St. Stephan unter Leitung von Regionalkantor Heinz Lamby.
Klaus Mayer wurde am 24. Februar 1923 in Darmstadt als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Bis 1934 lebte er in seiner Geburtsstadt. Sein Vater war ein Jahr zuvor nach Argentinien emigriert. Mayer fand Unterschlupf im Benediktinerkloster Ettal in Oberbayern. Als „Mischling ersten Grades“, wie es damals hieß, stand Klaus Mayer in ständiger Lebensgefahr. Als das Gymnasium in Ettal durch die Nationalsozialisten aufgelöst wurde, holte Mayer die Reifeprüfung am damaligen Adam Karillon-Gymnasium (heute Rabanus Maurus-Gymnasium) in Mainz nach. Wegen seiner Kontakte zu jüdischen Gruppen lebte er in ständiger Angst, verhaftet und in ein Konzentrationslager deportiert zu werden. Er versteckte sich als Hilfsarbeiter in einer Holzhandlung und als Bauhelfer. Nach dem Krieg trat Mayer in das Mainzer Priesterseminar ein. Er wurde am 30. Juli 1950 durch Bischof Dr. Albert Stohr in Mainz zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren wurde er 1958 Pfarrer in Gau-Bickelheim. Von 1965 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1991 leitete er die Pfarrei St. Stephan.
Mayer wurde für seine Verdienste bereits mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem wurden ihm das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, der Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz und die französische Auszeichnung „L’Ordre des Arts et des Lettres au grade d’Officier de la Republique française“ verliehen. Die Stadt Mainz zeichnete ihn bereits am Tag nach der Einweihung des ersten Chagall-Fensters mit der Gutenberg-Plakette aus. Es folgten 1983 die Gutenberg-Büste und 1991 der Ehrenring der Stadt Mainz. 1985 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den päpstlichen Titel Monsignore.
Am 10. April 1973 hatte Mayer den Künstler Marc Chagall in einem Brief angefragt, ein Kirchenfenster für die Mainzer Kirche St. Stephan zu schaffen. Der damals bereits 86-jährige Chagall schuf das erste Fenster 1978 zum Thema „Gott der Väter“. Es folgten acht weitere Fenster zur biblischen Heilsgeschichte. Nach dem Tod Chagalls (1985) hat der Leiter des Ateliers Jacques Simon in Reims, Charles Marq, der als Glaskünstler die meisten Fensterentwürfe Chagalls umgesetzt hatte, das Werk des großen Künstlers mit zusätzlichen Fenstern fortgesetzt. Bis heute wird Mayer nicht müde, die biblische Botschaft Chagalls zu deuten. Seit 1978 hat er in fast 3.000 Meditationen weit über 400.000 Besucher der St. Stephans-Kirche direkt angesprochen.
tob (MBN)
Darmstadt. Bruno Schumacher ist am Donnerstag, 14. April, bei einer Feierstunde als Betriebsseelsorger für die Region Darmstadt eingeführt worden. Er ist bereits seit der Neukonzeption der Betriebsseelsorge des Bistums Mainz im September 2004 für die Dekanate Bergstraße-Ost, Darmstadt, Dieburg und Erbach zuständig. Neben der Region Darmstadt, die er von Maria-Theresia Gresch übernimmt, bleibt das Thema „Arbeitslosigkeit“ weiterhin ein Schwerpunkt von Schumachers Arbeit. Die Einführung fand im Pfarrzentrum von St. Elisabeth in Darmstadt statt.
„Wir haben in Bruno Schumacher den richtigen Mann gefunden“, sagte Domdekan Heinz Heckwolf, Seelsorgedezernent im Bistum Mainz, bei seiner Ansprache. Das kirchliche Handeln in der Betriebsseelsorge müsse gekennzeichnet sein durch „Anwaltschaft“ und „Prophetie“, erklärte Heckwolf. Wörtlich sagte er: „Anwaltschaft - das bedeutet, dass die Arbeitslosen, dass alle, die im Berufsleben stehen in unseren Kirchengemeinden, in Gruppen und Verbänden eine verlässliche Hausnummer finden.“ Prophetie bedeute, dass die Kirche sich für die Arbeitslosen einsetze und interessiere und keine Ruhe gebe, bis alle Erwerbsfähigen Arbeit und Einkommen hätten. Der Leiter des Referates Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz, Thomas Domnick, bezeichnete die Betriebsseelsorge als „Brücke zwischen beruflichem Alltag und kirchlichem Leben“.
Hinweis: Betriebsseelsorge Darmstadt, Schlossgartenplatz 2, 64289 Darmstadt, Tel.: 06151/783877, Fax: 06151/783875, E-Mail: bss.darmstadt@t-online.de
tob (MBN)
Publikationen
Mainz. Perspektiven für die Familienpolitik haben die beiden Herausgeber Ordinariatsdirektor Bernhard Nacke und Professorin Elisabeth Jünemann für den gerade erschienenen Band „Der Familie und uns zuliebe. Für einen Perspektivenwechsel in der Familienpolitik?“ versammelt. Das im Mainzer Matthias-Grünewald Verlag erschienene Buch enthält auf über 400 Seiten unter anderem Beiträge von Kardinal Karl Lehmann, des ehemaligen Verfassungsrichters Paul Kirchhof, des Soziologen Franz-Xaver Kaufmann, Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, der rheinland-pfälzischen Familienministerin Malu Dreyer und der Binger Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen. Nacke ist Leiter des Katholischen Büros in Mainz und Jünemann ist Professorin für Theologische Anthropologie und Theologische Ethik an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn.
Die Beiträge sind drei Themenbereichen zugeordnet. Im ersten Teil „Grundbedingungen“ werden die Grundlagen von Familie aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven diskutiert. Kardinal Lehmann schreibt beispielsweise zum Thema „Seid fruchtbar und mehret Euch - und ehret Eure Eltern. Biblisch-ethische Gedanken zum Generationenvertrag“. Im zweiten Teil „Perspektivenwechsel“ werden mögliche Veränderungen der Grundbedingungen von Familienpolitik in Deutschland thematisiert. Bernhard Nacke widmet sich in seinem Beitrag dem Thema „Die Selbständigkeit der Familie stärken durch eine familiäre Ordnungspolitik? Der Versuch eines Denkweges“. Der pädagogische Referent des Katholischen Büros Mainz, Dieter Skala, schreibt über „Familie und Bildung - eine politische Herausforderung“.
In einem dritten Teil, der gut die Hälfte des Bandes einnimmt, werden „Konzepte und Modelle“ für eine künftige Familienpolitik vorgestellt. In der Rubrik „Gesellschaftspolitische Konzepte und Modelle“ erläutert beispielsweise der Justitiar des Katholischen Büros Mainz, Ralf Korden, „Grundvoraussetzungen einer verfassungsgerechten Familienförderung“. Die Wiesbadener Caritasdirektorin Barbara Handke stellt bei den „Verbandspolitischen Konzepten und Modellen“ Positionen der Caritas vor. Schließlich werden in verschiedenen Beiträgen auch parteipolitische Konzepte von CDU, FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen präsentiert.
In seinem Vorwort schreibt Prälat Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe in Berlin: „Das vorliegende Buch macht Mut. In ihm werden zahlreiche Wege aufgezeigt, Familien zu stärken. Durch die Vielfalt der Beiträge und die Unterschiedlichkeit der vorgestellten Lösungsansätze wird der Vielschichtigkeit der Problemlagen von Familien Rechnung getragen. Das Buch liefert damit eine wichtige Hilfestellung auf dem Weg zu einer umfassenden Familienpolitik.“
Hinweis: Bernhard Nacke/Elisabeth Jünemann (Hgg.): Der Familie und uns zuliebe. Für einen Perspektivenwechsel in der Familienpolitik?, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 2005, (Band 5 der Reihe Christentum und Gesellschaft - Perspektiven für das 21. Jahrhundert, hg. von Bernhard Nacke) 412 Seiten, 24,80 Euro. ISBN 3-7867-2527-6.
tob (MBN)