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„Christliche Werte leben - Politik gestalten“

Mainz, 3. September 2026: Dr. Andreas Linsenmann (inks) im Gespräch mit Ministerpräsident a.D. Dr. Reiner Haseloff.
Mainz. „Als Christen muss man uns anmerken, dass wir erlöst sind und eine innere Freude haben, denn es ist unsere Aufgabe diese Freude und dieses Wissen über das ewige Leben zu transportieren.“ Das sagte der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, am Donnerstagabend, 3. September, bei einem Gesprächsabend im Erbacher Hof in Mainz.
Datum:
Do. 3. Sept. 2026
Von:
tob (MBN)
Mainz, 3. September 2026: Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff war Gast in der Akademie Erbacher Hof.

Neben der Thematisierung der Gottesfrage nannte er die Feier der Liturgie, die Spendung der Sakramente als Zuwendung Gottes zu den Menschen und „eine Theologie, die sich an wissenschaftlich denkende, moderne Menschen wendet und Gottes Spuren entdecken lässt“ als wichtige Aufgaben der Kirche in der Gesellschaft.

Weiter sagte Haseloff: „Wenn einmal keiner mehr da ist, der erklären kann, wer der Gott aus dem Grundgesetz ist, wo es heißt ,in Verantwortung vor Gott und den Menschenʼ, dann werden wir in einer anderen Gesellschaft landen.“ Der Abend in der Akademie Erbacher Hof stand unter der Überschrift „Christliche Werte leben - Politik gestalten“. Unter gleichem Titel hat Haseloff im vergangenen Jahr ein Buch im Leipziger Benno-Verlag veröffentlicht. Die Moderation hatte Akademieleiter Dr. Andreas Linsenmann übernommen.

Mainz, 3. September 2026: Akademieleiter Dr. Andreas Linsenmann begrüßte die Gäste im Erbacher Hof.

Haseloff sprach sich dafür aus, dass sich Kirche auch zu Fragen von Umwelt, Klima oder Künstlicher Intelligenz äußert: „Dann ist Kirche ein Gesprächspartner wie eine Nichtregierungsorganisation (NGO).“ Um mit der großen nicht-christlichen Bevölkerungsmehrheit in Sachsen-Anhalt dauerhaft im Gespräch zu bleiben, könne man nicht gleich mit Jesus und göttlichen Tugenden kommen, berichtete Haseloff aus seiner politischen Erfahrung. Aber wenn man die vier Kardinaltugenden der Antike (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung) für eine säkulare Gesellschaft erschließen könne, dann sei das eine gute Chance, um ins Gespräch zu kommen. Denn obwohl sich fast alle wohlfühlten „in unserem christlichen Grundkulturraum, ist dort eigentlich alles, was mit Christentum zu tun hat, negativ konnotiert“, erläuterte Haseloff.