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Dr. Hedwig Suwelack führt regelmäßig durch die 1662 begründete Einrichtung:Ein kulturhistorischer Rundgang in der Mainzer Martinus-Bibliothek

Mainz, 29. Juli 2026: Beim kulturhistorischen Rundgang in der Martinus-Bibliothek zeigt Dr. Hedwig Suwelack das 'Mainzer Journal' aus den Beständen des Hauses.
Datum:
Fr. 31. Juli 2026
Von:
tob (MBN)

Mainz. Regelmäßig lädt Dr. Hedwig Suwelack zu einem kulturhistorischen Rundgang in die Mainzer Martinus-Bibliothek ein, um das besondere Profil des Hauses sowie Wandel und Fortentwicklung der Einrichtung vorzustellen: „So wie in allen Bibliotheken gehen natürlich auch bei uns die Ausleihzahlen zurück. Deshalb sind wir viel stärker als früher in der Vermittlungs- und Kulturarbeit tätig“, erzählt Suwelack, die Ende 2021 die Leitung der Martinus-Bibliothek übernommen hat. 

Mainz, 29. Juli 2026: In der Schatzkammer der Martinus-Bibliothek erläutert Dr. Hedwig Suwelack Handschrift Nr. 3:  Das Sakristeibuch des Mainzer Domes war von 1362 bis 1511 in Gebrauch.

Im November steht die nächste Ausstellung auf dem Programm, diesmal in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Dom- und Diözesanarchiv. „Insgesamt sind wir sehr aktiv dabei, uns neu aufzustellen: Ab dem kommenden Jahr werden wir mit der Fachstelle Büchereiarbeit und der Katholischen öffentlichen Bücherei zusammenarbeiten“, erzählt Suwelack beim Rundgang Ende Juli. Nächster Termin für den kulturhistorischen Rundgang ist Donnerstag, 24. September, um 17.30 Uhr.

Seit 1968 ist die Martinus-Bibliothek im Arnsburger Hof in der Mainzer Grebenstraße untergebracht. Damals wurde der Bestand von rund 300.000 Bänden auch öffentlich zugänglich gemacht. Seit dem Jahr 2000 trägt sie als theologische Zentralbibliothek des Bistums den Namen „Martinus-Bibliothek“ - nach dem Mainzer Diözesanpatron Martin von Tours. Errichtet wurde die Bibliothek 1662 durch Kurfürst Johann Philipp von Schönborn für das Mainzer Priesterseminar. Die Martinus-Bibliothek ist damit die älteste Bibliothek in Mainz, die ununterbrochen bis heute ihre ursprüngliche Funktion erfüllt. Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich und die Nutzung ihrer Bestände ist kostenfrei.

Mainz, 29. Juli 2026: Dr. Hedwig Suwelack erläuterte beim Rundgang durch die Martinus-Bibliothek, dass die historischen Bestände häufig aus Nachlässen stammen, wie dieser Band aus dem Nachlass von Johann von Heppenheim.

„Heute kommen Besucher aus den verschiedensten Fachbereichen zu uns, aber auch viele interessierte Mainzer und kirchengeschichtliche oder regionalgeschichtlich interessierte Nutzer“, berichtet Suwelack. „Während wir früher die Bibliothek für die Theologiestudierenden waren, nutzen die heute vor allem die Universitätsbibliothek. Aber gerade in Prüfungszeiten ist unser Lesesaal auch ein gefragter, ruhiger Arbeitsplatz für viele Studierende.“

In der Schatzkammer des Hauses, die bei den Führungen natürlich besucht wird, werden rund 50 mittelalterliche Handschriften und 250 neuzeitliche Handschriften aufbewahrt; dazu kommen rund 370 Inkunabeln und 550 Postinkunabeln. Im Rahmen eines Digitalisierungsprojektes der Mainzer Universitätsbibliothek werden bis Jahresende alle mittelalterlichen Handschriften der Martinus-Bibliothek auch digital verfügbar sein, sagte Suwelack.

Mainz, 29. Juli 2026: Der Eingang zur Martinus-Bibliothek ist in der Grebenstraße 8. Der nächste kulturhistorische Rundgang durch das Haus findet am 24. September 2026 um 17.30 Uhr statt.

Der Forschungs- und Sammlungsschwerpunkt der Martinus-Bibliothek ergibt sich aus ihrem Auftrag als Diözesanbibliothek und aus dem historisch gewachsenen Bestand. „Wesentliche historische Bestände sind durch Nachlässe in die Bibliothek gekommen“, erläutert Suwelack. „Das ist der klassische Weg, wie etwa die ,Schlossersche Bibliothekʼ mit bedeutenden Originalausgaben, vor allem der deutschen Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts. Das ist ein ganz toller Nachlass, der jedoch noch nicht in Gänze erschlossen ist.“ Und natürlich ist dieser historische Bestand eine bleibende Herausforderung, betont Suwelack. Um die Bücher weiterhin nutzen zu können, müssen beschädigte oder von Schimmel angegriffene Bücher etwa durch Trockenreinigung für die Zukunft erhalten werden, wie beispielsweise die Bibliothek des Wormser Weihbischofs Stephan Alexander Würdtwein (1722-1796). 

Der Bibliotheksbestand umfasst den gesamten Bereich der Katholischen Theologie. Eine hervorgehobene Bedeutung hat hierbei die Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte besonders des Mainzer Raumes. Daneben bietet die Bibliothek Literatur zu den Fachgebieten Philosophie, Quellenedition, Religionswissenschaft, Geschichte mit Schwerpunkt auf dem Mainzer Raum, Handschriftenkunde bzw. Druckgeschichte, Germanistik und zur Klassischen Philologie.