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Bischof Kohlgraf verabschiedete Benediktinerinnen aus der Abtei Kloster Engelthal:Voll Hochachtung stehe ich vor dem Glaubenszeugnis der Schwestern

Altenstadt, 23. August 2026: Bischof Peter Kohlgraf mit den Schwestern der Abtei Kloster Engelthal nach dem Verabschiedungsgottesdienst.
Altenstadt. „Heute ist ein großer Einschnitt hier in Engelthal, aber auch in der Geschichte unseres Bistums.“ Das sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf beim Verabschiedungsgottesdienst der Benediktinerinnen aus Kloster Engelthal am Sonntag, 23. August. Und weiter: „Das Kloster hat sich zu einem geistlichen Zentrum bei uns in der Wetterau entwickelt, zahl-reiche Menschen haben hier Heimat gefunden – bis heute. Voll Hochachtung stehe ich hier vor dem Glaubenszeugnis und der Arbeit der Schwestern in diesen Jahrzehnten.“
Datum:
So. 23. Aug. 2026
Von:
tob (MBN)
Altenstadt, 23. August 2026: Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch mit dem Bürgermeister von Altenstadt, Dominic Imhof (rechts) und Äbtissin Elisabeth Kralemann (Mitte).

Die Schwestern der Benediktinerinnenabtei Kloster Engelthal hatten nach einem längeren Beratungsprozess im Februar 2025 bekanntgegeben, dass sie Engelthal verlassen und auf den Rochusberg bei Bingen umziehen. Anfang August waren bereits die ersten Schwestern auf den Rochusberg umgezogen; Mitte September wird der Umzug abgeschlossen. Der Gottesdienst wurde als Livestream im Internet übertragen.

Altenstadt, 23. August 2026: Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch mit Landrat Jan Weckler (stehend) nach dem Verabschiedungsgottesdienst.

Wörtlich sagte Kohlgraf: „Seit neun Jahren bin ich jetzt Bischof von Mainz und regelmäßig war ich hier, besonders mit dem Priesterrat. Es war immer eine besondere Atmosphäre des Gebets, der Gastfreundschaft und der Sympathie. Ich habe hier Gottesdienste gefeiert, Gespräche geführt und Freundschaft erlebt, für die ich sehr dankbar bin. Die einzelnen Schwestern prägen mit ihrem Charisma die Gemeinschaft und sie wirken, weit über diesen Ort hinaus. Viele Menschen sind den Schwestern verbunden, und viele von ihnen sind heute zugegen. Es geht etwas verloren.“

Altenstadt, 23. August 2026: Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch bei der Verabschiedung der Engelthaler Schwestern.

Er empfinde wie viele andere Trauer darüber, dass mit Engelthal in vielfältiger Hinsicht ein Stück Heimat verlorengehe, sagte Bischof Kohlgraf. Gleichzeitig beeindrucke es ihn, mit welchem Mut zum Realismus die Schwestern die Wirklichkeit angenommen haben und nach guten Lösungen gesucht haben: „Die Schwestern gehen nicht, um das Klosterleben abzuwickeln. Das ist mir in den Gesprächen sehr deutlich geworden. Sie wollen an einem neuen Ort leben, beten und arbeiten. 

Altenstadt, 23. August 2026: Äbtissin Elisabeth Kralemann (links) und Bischof Peter Kohlgraf im Gespräch nach dem Verabschiedungsgottesdienst.

Gerne waren und sind wir seitens des Bistums zur Unterstützung und Begleitung bereit. Wir wünschen ihnen, dass sie am Rochusberg neue Heimat finden. Durch ihren Aufbruch zeigen sie, dass Heimat noch eine andere Dimension als menschliche Orte oder Beziehungen hat. Abraham verlässt mit Sarai seine Heimat, aber er findet eine andere, nämlich die Treue Gottes, die beide trägt.“

Altenstadt, 23. August 2026: Grußwort von Professor Dr. Andreas van der Broeck, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Abtei Kloster Engelthal.

Weiter sagte Bischof Kohlgraf: „In Engelthal wird an einer guten Zukunft gearbeitet. Ich bin sehr dankbar für alles Engagement, den Freundinnen und Freunden des Klosters, aber besonders auch den politisch Verantwortlichen, und allen, die nach guten Lösungen suchen. Engelthal, da bin ich sicher, wird auch weiterhin Menschen verbinden, es wird ein strahlkräftiger Ort bleiben.“

Äbtissin Elisabeth Kralemann: „Kein leichter Abschied“

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„Es ist kein leichter Abschied von unserem Kloster, das für uns zur Heimat geworden ist“, bekannte die Äbtissin der Abtei Kloster Engelthal, Schwester Elisabeth Kralemann OSB, zu Beginn des Gottesdienstes. „Hier sind wir unserem benediktinischen Auftrag nachgekommen und haben erfahren, dass dieser Ort für viele Menschen zur geistigen Heimat geworden ist.“ Und weiter: „Wir gehen unseren neuen Auftrag mutig an. Die Engelthaler Gründungsgruppe aus dem Jahr 1962 ist dabei unser Vorbild“, sagte die Äbtissin. Sie seien dankbar für den geeigneten Lebensraum, der sich ihrer Gemeinschaft von zwölf Schwestern aus dem Rochusberg biete.

Altenstadt, 23. August 2026: Grußwort von Landrat Jan Weckler.

Am 1. Mai 1962 waren 20 Benediktinerinnen der Abtei Heilig Kreuz aus Herstelle in die ehemalige Zisterzienserinnenabtei Kloster Engelthal zu einer Neugründung gekommen. Die Geschichte von Kloster Engelthal reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Engelthal war 1268 als Zisterzienserinnenkloster gestiftet worden. Konzelebranten des Gottesdienstes waren Abtpräses Dr. Franziskus Berzdorf OSB aus Beuron und Pfarrer Karl-Heinrich Stein von der Pfarrei St. Christophorus vor dem Vogelsberg. Die musikalische Gestaltung hatten ein Projektchor der Pfarrei St. Christophorus unter der Leitung von Berthold Göbel übernommen sowie Tyron Unger (Orgel), Anke Nitzel (Sopran), Sr. Caterina Görgen OSB und die Schola der Schwestern der Abteil Kloster Engelthal.

Grußworte am Ende des Gottesdienstes

Altenstadt, 23. August 2026: Die Begegnung  nach dem Gottesdienst fand im inneren Klosterhof statt.

Abtpräses Dr. Franziskus Berzdorf OSB hob hervor, „dass sich die Schwestern von Engelthal oft und gern in Dienst nehmen lassen“. Er verwies darauf, dass die Abtei Kloster Engelthal als erstes Kloster der Kongregation in den 1960er-Jahren ein Kursprogramm sowie Fortbildungen für Schwestern angeboten habe. Der Landrat des Wetteraukreises, Jan Weckler, bezeichnete die Abtei Kloster Engelthal als „Flaggschiff der Katholischen Kirche in Oberhessen und wichtiges Bindeglied zwischen Kirche und Gesellschaft“. Professor Dr. Andreas van der Broeck, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Abtei Kloster Engelthal und Justitiar des Bistums Mainz, würdigte „die hörende Grundhaltung der Schwestern, die bis heute ihre Beziehung zu den Menschen prägt“. Nach dem Gottesdienst bestand im Klosterhof die Möglichkeit zur Begegnung.