„Fahrplan“ für den Pastoralen Weg

Rund 200 Gäste beim Neujahrsempfang des Bistums Mainz im Erbacher Hof

Mainz, 12. Januar 2019: Bischof Peter Kohlgraf (rechts) und Weihbischof Udo Markus Bentz begrüßten beim Neujahrsempfang die Mainzer Sternsinger aus St. Ignaz und St. Stephan. (c) Bistum Mainz / Blum
Sa, 12. Jan 2019
tob (MBN)

Mainz. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat beim Neujahrsempfang die nächsten Schritte für den Pastoralen Weg zur Entwicklung und Erneuerung der Kirche im Bistum Mainz vorgestellt.

Mainz, 12. Januar 2019: Die Mädchen des Unterstufenchores von der Hildegardisschule in Bingen sorgten für die musikalische Gestaltung des Neujahrsempfangs. (c) Bistum Mainz / Blum

Der „Fahrplan“ für den Pastoralen Weg, der unter der Überschrift „Eine Kirche des Teilens werden“ steht, sieht vor, dass in der Fasten- und Osterzeit mit der geistlichen Vorbereitung, die erste Phase des Pastoralen Weges beginnen wird. Unter anderem wird Bischof Kohlgraf seinen diesjährigen Fastenhirtenbrief dazu schreiben. Außerdem werden in den 20 Dekanaten des Bistums außerordentliche Dekanatsversammlungen stattfinden, in den Bischof Kohlgraf, Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, sowie Personaldezernent Hans-Jürgen Eberhardt und der kommissarische Leiter des Seelsorgeamtes, Hans Jürgen Dörr, die Aufträge für die einzelnen Dekanate erläutern werden. Zu dem traditionellen Neujahrsempfang des Bischofs waren am Samstag, 12. Januar,  rund 200 Gäste aus dem ganzen Bistum Mainz in den Ketteler-Saal des Erbacher Hofes in Mainz gekommen.

Den offiziellen Auftakt für den Pastoralen Weg bilden ein „Workshop-Tag“ am Samstag, 1. Juni, sowie der Gottesdienst an Pfingstsonntag, 9. Juni, mit Bischof Kohlgraf im Mainzer Dom. Bischof Kohlgraf machte erneut deutlich, „dass uns angesichts der Entwicklungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte keine Alternative zu diesem Pastoralen Weg bleibt, wenn wir gestalten wollen und nicht nur auf Entwicklungen reagieren wollen. Vor allem muss der kommende Weg ein geistlicher sein, der uns inhaltlich herausfordert, persönliche und kirchliche Schwerpunkte zu setzen, die Folge einer geistlichen Unterscheidung sind.“

Der Mainzer Bischof ging in seiner Ansprache auch auf das Thema sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene in der Kirche ein: „Im Bistum gehen wir weitere konkrete Schritte zu einer Aufarbeitung und einer tieferen Einsicht in die Verbrechen und dem System, das diese Taten mit ermöglicht hat und möglicherweise noch immer ermöglicht. Ich selbst habe mittlerweile mehrere Gespräche mit Betroffenen geführt und verstehe besser ihre Situation, aber auch die schreckliche Dimension, die sich hier in der Kirche zeigt, weitere Gespräche stehen an. Für die Gesprächsangebote bin ich wirklich dankbar. Sie sind nicht selbstverständlich. Ich hoffe, dass wir den Fragen nach geistlicher Macht und den spezifischen Bedingungen in der Kirche, auch im Bistum Mainz, nicht ausweichen. Wir haben mittlerweile in einer vielfältig besetzten Arbeitsgruppe, in der auch externe Expertinnen und Experten ihre Stimme einbringen, über die Frage, was Aufarbeitung bedeuten könne, nachgedacht. Die Betroffenen werden uns sagen müssen, was ihnen helfen kann, was sie brauchen und von uns erwarten. Die Gruppe wird weiter an dieser Frage arbeiten, wir werden schauen müssen, welche juristischen und andere Themen noch nicht zufriedenstellend bearbeitet sind.“

Dank an die Haupt- und Ehrenamtlichen im Bistum Mainz

Bischof Kohlgraf dankte in seiner Ansprache allen Menschen, die sich im Bistum Mainz haupt- und ehrenamtlich engagieren. Außerdem erinnerte er an verschiedene Personalwechsel im vergangenen Jahr und wies auf anstehenden Veränderungen hin. So werden in den kommenden Monaten Domkapitular Prälat Jürgen Nabbefeld als Dezernent für Weiterbildung und Ordinariatsdirektorin Dr. Getrud Pollak als Dezernentin für Schulen und Hochschulen in den Ruhestand verabschiedet. Wichtige Termine für das Bistum seien auch die beiden inzwischen terminierten regionalen Gesprächstage zur Orientierungshilfe „Mit Christus gehen - Der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ (9. März in Darmstadt und 23. März in Pohlheim). Außerdem wies er auf die anstehenden Pfarrgemeinderatswahlen (9. und 10. November) hin.

Die Geschäftsführende Vorsitzende der Diözesanversammlung, Dr. Hildegard Dziuk aus Darmstadt, rief in ihrem Grußwort dazu auf, sich auf den Pastoralen Weg des Bistums einzulassen und unterstrich ihr Anliegen als Ärztin augenzwinkernd mit einer „Reiseapotheke“ für den Pastoralen Weg. Die Begrüßung und Moderation hatte der Mainzer Weihbischof und Generalvikar, Dr. Udo Markus Bentz, übernommen. Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von zwei Chören der Hildegardisschule in Bingen: dem Unterstufenchor unter Leitung von Susanne Graf und dem Gospelchor unter Leitung von Stefan Speyer. Zu Beginn hatten Sternsinger der Mainzer Pfarreien St. Stephan und St. Ignaz ihre Segenswünsche überbracht.

Eingeladen zum traditionellen Neujahrsempfang waren unter anderen die Mitglieder des Domkapitels und der Dezernentenkonferenz, die Ordensoberen und die Leitungen der Geistlichen Gemeinschaften, die Leiter der Bistumsschulen, die Mitglieder des Diözesan-Pastoralrates, des Diözesan-Kirchensteuerrates, der Verbände im Bistum Mainz und der diözesanen Einrichtungen sowie der Dekanatsräte der insgesamt 20 Dekanate im Bistum Mainz.

Hinweis: www.bistummainz.de/pastoraler-weg