Mainz. Am Mittwochnachmittag, 8. Juli, eröffnet Museumsdirektorin Dr. Anja Lempges gemeinsam mit Dr. Sonja Petersen von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) des Bistums Mainz die neue Ausstellung „Weißes Gold – Meisterstücke und Materialdesign“ im Mainzer Dom- und Diözesanmuseum. Dabei dreht sich alles um Porzellan – das „Weiße Gold“. In der historischen Kapitelstube des Dommuseums treffen Figuren aus der Gründerzeit der Höchster Porzellanmanufaktur im Jahr 1746 auf eine zeitgenössische Installation aus dem 3D-Drucker, für deren Herstellung ebenfalls das Wissen der Porzellan-Spezialisten nötig war. Sie begegnen sich „unter den Augen“ des Mainzer Kurfürsten Johann Friedrich Karl von Ostein (amt. 1743–1763), dessen Porträt die Wand der Kapitelstube ziert, und der die Höchster Porzellanmanufaktur im Jahr 1746 gegründet hat.
„Höchst lag damals auf kurmainzischem Gebiet, deshalb tragen die Kunstwerke der damaligen Zeit auch das Mainzer Rad“, erklärt Kunsthistoriker Dr. Gerhard Kölsch bei einer Führung. Die „Porcelainefabrique“ gilt als dritte Gründung einer Porzellanmanufaktur nach Meißen (ab 1710) und Wien (ab 1718) im deutschsprachigen Raum. „In Höchst entstanden Meisterstücke aus Porzellan – in ihrer Anmutung fein und elegant, in ihrer Botschaft humorvoll und hintersinnig. Der Mops und weitere Leihgaben des Landesmuseums Mainz erzählen aus jener Zeit, in der die Aufklärung für einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel sorgte“, ordnet Museums-Direktorin Lempges ein.
Einen Kontrast zu den feinen Figuren schafft die raumumspannende zeitgenössische Installation „SILIKAT 1746“, eine elf Meter lange und 350 Kilogramm schwere Aneinanderreihung von Porzellanblüten, die sowohl im traditionellen Formenbau als auch im 3D-Druck entstanden ist. Das Gebilde regt die Fantasie an, es erinnert an eine Raupe, oder einen DNA-Strang. Was die Ausstellungsstücke vereint, ist das Material: Biskuit-Porzellan. Und die Herkunft aus der traditionsreichen Manufaktur in Höchst. SILIKAT 1746 ist eine der jüngsten Arbeiten aus dem Institut für Materialdesign (IMD) der Hochschule für Gestaltung Offenbach, die in Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur in Höchst entstanden ist.
Diese und weitere Ausstellungsstücke sind von Mittwoch, 8. Juli, bis Mittwoch, 23. September, im Dommuseum zu sehen. Die Ausstellung basiert auf einer Kooperation des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums Mainz mit dem IMD an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Katholischen Erwachsenenbildungen (KEB) im Bistum Mainz und wird ergänzt durch historische Leihgaben des Mainzer Landesmuseums.
15:30 Uhr Preview im Dommuseum
16:30 Uhr Begrüßung durch Museumsdirektorin Dr. Anja Lempges und Dr. Sonja Petersen (KEB)
17:00 Uhr Vortrag Professor Dr. Markus Holzbach (IMD)
18:00 Uhr Musik und Wein
Um Anmeldung wird gebeten unter info@dommuseum-mainz.de
Das Dommuseum bietet eine Ausstellungsbegleitung an folgenden Terminen an (jeweils 13.00-15.00 Uhr): Sa 11.7./ So 12.7. / Sa 22.8./ So 23.8. / So 13.9. / Sa 19.9./ So 20.9.
Darüber hinaus bietet das Museum unter dem Titel „Blickwechsel“ Kurzführungen in der Mittagspause an. Diese finden jeweils mittwochs von 12.00 bis 13.00 Uhr statt und kosten 3 Euro pro Person. Die Termine und Titel lauten:
Begleitend zur Ausstellung bietet das Dommuseum zudem Workshops für Erwachsene und Kinder an:
Rokoko in Relief – Kreative Leinwandgestaltung mit Rocaillen
Nach einer Führung zu Porzellanmodellen und Ornamenten des 18. Jahrhunderts gestalten Sie ein eigenes Kunstwerk: Eine Leinwand wird vorbereitet und mit selbst geformten Rocaillen versehen. Im zweiten Teil werden diese bemalt und in die Bildgestaltung integriert: ein spannendes Zusammenspiel von Farbe, Struktur und Dreidimensionalität!
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Terminen. Anmeldung erforderlich; max. zwölf Teilnehmende.
Termine: Teil I: 29.8.2026 / Teil II: 12.9.2026, jeweils von 13.00–16.00 Uhr
Kosten: 40,- Euro pro Termin
Anmeldung: info@dommuseum-mainz.de
Draht, Folie, Fantasie! – Menschen in Bewegung gestalten
Ein bisschen Draht, etwas Alufolie, Pappmaché – und schon entstehen kleine, ausdrucksstarke Figuren voller Bewegung. Ob sitzend, stehend, tanzend oder in einer ganz eigenen Pose: Wir gestalten gemeinsam kleine Menschen und experimentieren mit Haltung, Gleichgewicht und Ausdruck. Schritt für Schritt nehmen individuelle Plastiken Form an und zeigen, wie spannend menschliche Gesten und Körperhaltungen sein können.
Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Terminen. Anmeldung erforderlich; für Kinder ab 8 Jahren.
Termine: Teil I: 21.7.2026 / Teil II: 22.7.2026, jeweils von 10.00–13.00 Uhr
Kosten: 8,- Euro pro Termin
Anmeldung: info@dommuseum-mainz.de
Zum Abschluss der Ausstellung steht am Mittwoch, 23. September von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr eine Podiumsdiskussion im Dom- und Diözesanmuseum Mainz mit dem Titel „Erfahrungswissen, Materialverständnis und Gestaltungskraft - Zwischen Handwerk, Design und Denkmalpflege“ auf dem Programm. Dr. Anja Lempges und Dr. Sonja Petersen im Dom- und Diözesanmuseum Mainz diskutieren mit Prof. Dr. Markus Holzbach, Professor für Materialdesign an der Hochschule für Gestaltung Offenbach a.M., Architekt, Werkstoff- und Verfahrensingenieur sowie Formenbauer, Jennifer Schrauth, Steinmetz- und Bildhauermeisterin und gep. Restauratorin im Steinmetzhandwerk im Bistum Mainz, und Prof. Dr. Christiane Fülscher, Professorin für Architekturgeschichte, -theorie und Denkmalpflege, Fachhochschule Dortmund und Prodekanin am Fachbereich Architektur. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Wissen im Tun entsteht – und warum Erfahrungswissen und Erfindergeist für die Zukunft von Handwerk, Gestaltung und Baukultur unverzichtbar ist. Organisiert wird die Veranstaltung von der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Mainz, vertreten durch Bildungsreferentin für Kirche, Kunst & Kultur, Dr. Sonja Petersen.