Offener Brief bezüglich der Mitteilungen April bis August 2026
„Meinung“
Liebes Team der Öffentlichkeitsarbeit,
beim ersten Lesen der neuen Mitteilungen, musste ich zuerst meinen Blutdruck unter Kontrolle bringen. Ich beziehe mich hier auf einen Artikel auf Seite 23, der mit dem Titel „Meinung“ veröffentlicht wurde.
Wer behauptet, dass die Messdiener diese Kirche meiden?
Auch in der Liebfrauenkirche, die hier benannt ist, sind am Samstagabend Messdiener am Altar.
Ich möchte die Diskussion über die Nichtanwesenheit der Messdiener nicht weiter hören. Wenn ich die Diskussionsbeiträge, öffentlich und unter der Hand immer wieder höre, dann wundert es mich nicht, dass in einer Kirche unserer Pfarrei nur wenige Messdienerinnen und Messdiener am Altar stehen. Und dies wird nun, in einem vielleicht gutgemeinten Artikel, in die Öffentlichkeit
getragen.
Im Übrigen habe ich auch schon Erwachsene angesprochen, ob sie beim Einzug ggf. das Kreuz tragen würden, leider wurde diese Frage negativ behandelt.
Ich denke, die Diskutanten sollen sich einmal vor Augen halten, was die Messdienerinnen und Messdiener leisten.
Neben dem Dienst am Altar übernehmen sie wichtige Dienst für die Gemeinde:
• Durchführung von verschiedenen Aktionen, bei denen auch immer die Kommunionkinder eingeladen sind:
o Eisbahn im Januar
o Bowling im Februar
o Casinoabend vor den Osterferien
o Überraschungsausflug im Mai
o Aktionstage im Jahr
o Sommer und Herbstübernachtungen
o Planung und Durchführung
o Herbstfreizeit in den Herbstferien
o Wöchentliche Gruppenstunden
o Katechetinnen und Katecheten bei der Kommunionvorbereitung und in der Firmvorbereitung
o Programm bei den Versöhnungstagen der Kommunionkinder in Egelsbach, Erzhausen und Langen
Ich stehe zu meinen Messdienern in Langen, Egelsbach und Erzhausen, und ich bin als Pfarrer nicht nur dankbar sondern mächtig stolz, dass es die Gruppe der Messdiener gibt. Jede und jeder mit seinen Fähigkeiten und Talenten. Es gibt nicht wenige Pfarreien, die würden sich nach einer solchen Gruppe die Finger lecken. Dieses Engagement lasse ich mir von den ewigen Nörglern oder den Ewiggestrigen – leider sind es immer wieder die gleichen – nicht kleinreden und nicht kaputt machen.
Es sind zwar nur wenige, aber sie schaden der Gemeinschaft und meiner Gesundheit.
Die jungen Erwachsenen geben auf besondere Weise ihrem Glauben ein Gesicht, und dies auf Augenhöhe und nicht wie die Ewiggestrigen von oben herab.
Nur wenn wir die Kinder und die Jugendlichen ernst nehmen, sind diese bereit, ihren Glauben an Andere weiterzugeben.
Wenn wir so, mit jungen Gemeindemitgliedern umgehen, dann brauchen wir weder ein Leitbild noch die Schönmalerei, wie toll wir alle sind. Was sich die Egelsbacher Gemeinde auf die politischen Fahnen schreibt, gilt auch für uns als katholische Kirche. Es geht um Anstand und Respekt.
Leider stehe ich im Impressum als Mitglied der Redaktion, einen solchen Artikel kann und will ich so nicht mittragen.
So, dass musste jetzt einmal raus.
Beste Grüße
Ulrich Neff, Ltd. Pfarrer
