Aschermittwoch:Ascheritus

Ascheritus an Aschermittwoch
Der Aschermittwoch markiert in der katholischen Kirche den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit zur Vorbereitung auf das Osterfest. 40 Tagen sind Christen eingeladen, ihr Leben zu überprüfen, neu am Evangelium zu orientieren, ihr Herz danach auszurichten und für andere zu weiten.
Zeichen dieser Umkehrbereitschaft ist der Ascheritus, der am Aschermittwoch im Mittelpunkt steht.
Alle sind eingeladen, die Fastenzeit bewusst mit dem Ascheritus zu beginnen.
Die Kindertagesstätten und Schulen treffen sich dafür an diesem und den folgenden Tagen zu je eigenen Gottesdiensten.
Am Vormittag feiern die Bewohnerinnen und Bewohner des Forum der Senioren um 09:00 Uhr eine gemeinsame Eucharistiefeier mit Empfang des Ascheritus.
Während des Tages wird es, wie in den Jahren zuvor auch, wieder das Angebot der „Asche to go“ geben. In der Zeit von 14:00 Uhr bis 18.00 Uhr begrüßen die Gottesdienstbeauftragten der Katholischen Kirche die Gläubigen in der Apostelkirche. Mit einem kurzen Gebet oder in einer stillen Zeit kann jeder für sich die eigene Fastenzeit in den Blick nehmen und mit einem Ascheritus beginnen, den die Gottesdienstbeauftragten spenden.
Der Aschermittwoch endet mit einer Andacht um 19.00 Uhr in der Apostelkirche, die vom Kirchenchor musikalisch gestaltet wird. Diese Andacht wird auch als Livestream übertragen. Auch hier ist zum Abschluss der Empfang des Ascheritus möglich.
Bedeutung der Asche und des Ritus
Wo ein Körper ist, kann kein anderer Körper sein. Einer der ersten Sätze im Physikunterricht. Erst muss etwas weichen oder umgewandelt werden, damit etwas anderes Platz bekommt. Das ist einer der Gründe, warum Asche am Beginn der vierzig Tage der Vorbereitung auf Ostern verwendet wird. Etwas wurde verbrannt, wird zu Asche, damit Raum für etwas Neues, Anderes entsteht.
Asche ist durch die reinigende Kraft des Feuers entstanden. Auch Gold wird durch die Kraft des Feuers rein, indem das Feuer es von dem befreit, was Schlacke ist. Die Bibel nutzt dieses Bild von der reinigenden und scheidenden Kraft des Feuers, indem Menschen sich Asche auf das Haupt streuen, um deutlich zu machen, bei mir hat sich etwas verändert oder ich möchte das sich etwas verändert.
Wer sein Land, seinen Glauben, seine Heimat verloren hat, streute sich Asche auf das Haupt und die Kleidung, um diesen Verlust sich selbst und anderen sichtbar zu machen. Auch wem ein nahestehender Mensch verstorben ist, hat sich mit Asche bestreut. Zeichen der Trauer und der Vergänglichkeit. Davon ist die schwarze Trauerkleidung ist geblieben. Es ist Aschebekleidung.
Berühmt ist das Beispiel der Einwohner von Ninive. Als der Prophet Jona ihnen ihren schlechten Lebenswandel vor Augen hielt, da streuten sie Asche auf ihr Haupt, zerrissen ihre Kleidung als Zeichen, dass sie bereit waren, etwas zu verändern, Platz zu schaffen für eine neue Art zu leben.
Schließlich wurde Asche jahrhundertelang als Reinigungsmittel verwendet, bevor chemische Stoffe die Eigenschaften der Asche ersetzten. Zur Herstellung von Seifen wird Asche bis heute eingesetzt. Gerade diese Eigenschaft der Asche, dass sie chemische Reaktionen hervorruft, ist auch ein Problem. In Verbindung mit Schweiß, Wasser, Talg oder Gesichtscremen kann die Asche auf der Haut auch reagieren. Das kann ätzend und schmerzhaft sein.
Daher kann jede und jeder für sich am Aschermittwoch entscheiden, ob die Asche als Kreuz auf die Stirn oder auf das Haupt gestreut wird. Die Regel wird sein, dass wir ein Aschekreuz auf die Stirn zeichnen. Wenn jemand lieber Asche auf das Haupt gestreut haben möchte, dann ganz einfach vor dem Empfang uns sagen.
In der Asche steckt also das Feuer, der Verlust, der Neuanfang und die Reinigung. Das Kreuz auf der Stirn oder die Asche auf dem Haupt bringt dieses Symbol in das eigene Leben und gibt dem persönlichen Glaubensweg auf Ostern hin sein Ausrichtung, als ein Weg der Kraft oder des Verlustes, oder des Neuanfangs oder der Reinigung.