Salvatorschule Nazareth:Danke für die großzügige Spende

Liebe Pfarrgemeinde Hl. Johannes XXIII. Viernheim,
In Dankbarkeit haben wir von Ihnen eine großzügige Spende 5000.-€ erhalten, Ihnen allen ein ganz herzliches Vergelt's Gott, dass Sie an unsere Schule, d.h. die vielen Kinder und jungen Menschen, gedacht und sich für sie eingesetzt haben. In unserem täglichen Gebet sind Sie und alle Ihre Anliegen nicht vergessen. Dies allein kann unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Welches Geschenk, glauben und vertrauen zu dürfen, dass wir nicht allein sind!
Die zurückliegenden Jahre haben die Menschen im Heiligen Land mit Gewalt, Unfrieden, Not und Leid konfrontiert. Angst und Unsicherheit, der Verlust geliebter Menschen, auch viele seelische Verwundungen. Verloren gegangenes Vertrauen, Schritt der Verständigung und Versöhnung – es ist ein langer Weg. Es ist uns sehr bewusst, wenn wir die Situation in Nazareth, in der Westbank und im ganzen Land sehen, welchen Bildungs- und Erziehungsauftrag, vor allem aber welchen Friedensauftrag wir in der Schule haben. Im normalen Schultag wird ja auf alles geschaut, was den Unterricht und die Wissensvermittlung betrifft. Vom gesamten Lehrerkollegium braucht es den vollen Einsatz. Wichtig ist, dass die Lehrer/innen und Schüler/innen sich so weit wie möglich auch gut verstehen. In so einer Atmosphäre sind die Kinder und Jugendlichen aufgeschlossen und bereit mitzumachen.
Von den knapp 1500 Schülerinnen und Schülern sind 86% Christen unterschiedlicher Konfession und 14% Muslime.
Eine christliche Erziehung ist uns ein besonderes Anliegen. Es ist eine ganzheitliche Form der Lebensbegleitung, die nicht nur die Vermittlung des christlichen Glaubens umfasst, sondern gerade auch die positive Entwicklung von Kindern unterstützt. Sie fördert Werte wie Nächstenliebe, Respekt und Gerechtigkeit und bietet den Kindern und jungen Menschen Sicherheit in einer zunehmend komplexeren Welt. Es ist uns wichtig, in der Schulgemeinschaft den Glauben aktiv zu leben und so auch das Wir-Gefühl zu stärken. Es ist ein lebendiger Prozess, der die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler unterstützt.I
Im Schulalltag macht sich all das besonders in der Schulatmosphäre und im Umgang der Kinder untereinander bemerkbar, und so wurde unsere Salvatorschule dafür zuletzt mit einem Preis als beste Schule Israels ausgezeichnet. Nicht zuletzt wurde auch das positive Klima zwischen Lehrer, Schüler und Eltern erwähnt. Für mich ist es immer wieder eine Freude, beobachten zu können, wie die Schüler sich in verschiedenen Altersstufen entwickeln. Bei den Kleinen kommen Zankereien und manchmal auch keine schönen Worte vor, die sie leider von daheim mitbringen. Die Lehrer und Lehrerinnen klagen schon auch immer wieder, wie anstrengend es mit den Kindern ist. Umso schöner ist es, diese positive Entwicklung wahrnehmen zu dürfen.
Herausfordernd ist es aber auch für die Kinder: In der ersten Klasse werden schon drei Pflichtsprachen unterrichtet: arabisch, hebräisch und englisch. Nicht zu vergessen, dass es verschiedene Alphabete und Schriftarten sind. Neben den drei Sprachen haben sie in der ersten Klasse gleichzeitig Mathematik! Diese Fertigkeiten und Fundamente brauchen sie, um später in den Fächern und Klassen darauf aufbauen zu können.
Auch Technologie spielt, angefangen bei den Elementarklassen, eine wichtige Rolle. Ab der 10. Klasse werden diese Fächer dann nochmals intensiviert in der Vorbereitung auf das Abitur und ggf. ein späteres Studium an der Universität.
Auch die persönliche Weiterbildung bekommt ihren Platz. Die jungen Menschen müssen lernen, ihr Wissen und ihre Haltungen nach außen zu vertreten. So ist die Schulleitung bemüht, Schüler/innen und kleine Schülergruppen der höheren Klassen gelegentlich auch mal zu Seminaren, Workshops, Konferenzen zu schicken, in denen sie ihr Wissen präsentieren und sich mit anderen austauschen können. So z.B. bei einer Internationalen Jugendkonferenz in Ravensburg oder dem Programm MUN (Model United Nations), wo Schüler/innen verschiedener Länder jeweils ihr Land und Themen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft vorstellen. All dies fördert und stärkt das Selbstbewusstsein unserer Jugend und befähigt sie, in der Zukunft ihren Beitrag in der Gesellschaft Israels und Palästinas zu leisten.
Unsere Salvatorschule ist eine lebendige Gemeinschaft, wo die Kinder und Jugendlichen mit all ihren Begabungen gefördert werden und wo zugleich den Schwachen und Armen geholfen wird. Es erfüllt uns alle mit Freude und Dankbarkeit, das große Engagement der Schulleitung, die vielen positiven Entwicklungen, den Lerneifer und die unbeschwerte Freude der Kleinen miterleben zu dürfen und zu sehen, dass jedes Jahr an die Hundert junge Menschen mit einem sehr guten Abitur in die Zukunft gehen.
Möglich wird all dies nicht zuletzt auch durch Ihre tatkräftige Hilfe und dass Sie an diese Jungen glauben und sie auf dem Weg begleiten. Wir alle wissen, dass Bildung und Erziehung viel Geld kostet, was sich die armen Familien alleine nicht leisten können. Daher nochmals ein herzliches Vergelt’s Gott.
Auch im Namen meiner Mitschwestern und unserer Schulleitung wünsche ich Ihnen ein gesegnetes, friedvolles neues Jahr 2026!
Ihre dankbare Sr. Klara Berchtold